LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Bèggen bis Belge (Bd. 1, Sp. 36 bis 38)
 
Bèggen, part. gebèggent, verschneiden (zur Fortpflanzung untüchtig machen), châtrer.
 
Beginn, pl. -en, Beginnchen, Beginnercher, f., die Türkentaube, türkische, arabische, persische Taube, le pigeon turc.[S. 37]
 
Beḡipsen (sech), part. beḡipst, sich betrinken, berauschen, s'enivrer.
 
Begôwen, part. begôwt, (niedrig), sich beschmeißen, besudeln, erbrechen, s'embrener, vomir.
 
Begroiwen, part. begroiwen, begraben, enterrer. — Holl. begraeven. — Loss dech begroiwen, sagt man im gemeinen Leben zu demjenigen, den man seinem Unternehmen nicht für gewachsen hält.
 
Bégueule, f. (gueule bée ou béante), prude impertinente, der Zieraffe, die eingebildete Spröde.
 
Behènn, behende, listig, adroit, fin.
 
Behéwen, unpers. Zeitw., part. behéwt, benöthigt sein, bedürfen, müssen, sollen, être obligé, avoir besoin, convenir. — Ndd. behäven; holl. behoeven; engl. behoove.
 
Behollef, m., der Behelf, Behülf, Nothbehelf, das Behelfen, die nothdürftige Hülfe, mit der man sich in Ermangelung einer bessern begnügt, le moyen subsidiaire, le pis-aller.
 
Bei, pl. -en, f., die Biene, l'abeille, f. — Angels. bëo; holl. bij; engl. bee (bih); span. abeja. — 't Wois kœmt vun de' Beien; holl. het was komt van de bijen; la cire vient des abeilles. — 't Beie' schièren, die Bienenstöcke zeideln, beschneiden, châtrer, tailler les ruches.
 
Beie'bit, Beie'bik, pl. -en, m., die Bienenbank, der Bienenstand, l'assemblage des ruches, le tablier (plate-forme en pierre ou en bois sur laquelle on pose la ruche), l'endroit de la forêt où sont les ruches. — Kil. biebuyk (celt. big, Wald.) — Vergl. altfr. buc, ruche à miel.
 
Beiendéw, m., der Bienenfresser, le guêpier.
 
Beie'fâs, pl. Beie'fâs, s. Beienheip.
 
Beienheip, pl. -en, der Bienenstock, Bienenkorb, la ruche, le panier et les mouches qui le peuplent. — Engl. bee-hiwe (bih=heiv); gaunersp. Süßhaus. — Ehedem verfertigte man die Bienenkörbe aus Baumrinden, celt. rusca, daher ruche.
 
Beidelstâv, m. (meun.), die Beutelwelle, eine Welle, welche den Mühlbeutel schüttelt, le tourne-bluteau.
 
Beidweiler (géo.), Boudeler, Dorf in der Gemeinde Biwer.
 
Beifalen, part. beigefall, zusammenfallen (am Leibe), abfallen, maigrir, décheoir.
 
Beiloigt, pl. -en, (bouch.), die Zugabe, Beilage (Stück Fleisch oder Knochen um das Gewicht voll zu machen), la réjouissance. — Ital. aggiunta (di carne). — Jn der Leipziger Metzger=Ordnung wird die Fleischzugabe, als Kopf, Füße, u. s. w. Kleinode genannt.
 
Beistóssen ('t Dir), part. beigestósst, die Thür anlehnen, sie in so weit zumachen, daß sie bloß nicht eingeklinkt ist, laisser la porte entrebaillés.
 
Bejôtzen, part. bejôtzt, bejahen, dire oui, répondre affirmativement. Mittelalt. bejetzen; in der allemannischen Mundart: bejatzen.
 
Bekæppen, part. bekæppt, begreifen, comprendre. — Vergl. ital. capère, capire; lat. capere; span. caber.[S. 38]
 
Bekleken, part. beklekt, ankleksen, mit Koth bespritzen, éclabousser.
 
Beures mâchen, betrüglichen, arglistigen Gewinn machen — Pfälz. Mdt. Botschores; jüd. Bischores, Beschores. — Es ist ein Wurm der kriecht auf der Schneider ihrer Scheer herum, das ist der Beschores=Wurm. (Abraham a Sankta Klara.)
 
Beklicken a' beklacken, in der gemeinen Sprechart, Jemanden verlästern, détracter quelqu'un, en médire.
 
Beléen, part. beluen, belügen, mit Lügen hintergehen, mentir à quelqu'un. — Angels. beleegan; engl. belie.
 
Belge, der Belgier. — En as belge, er ist besoffen, il est ivre. — Diese pöbelhafte Redensart ist 1830 entstanden.

 

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