LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Gelöschtereg bis Gengert (Bd. 1, Sp. 172 bis 173)
 
Gelöschtereg, gelüstig, lüstern, verlangend, begehrlich, convoiteux, qui convoite; auch leckerhaft, friand.
 
Gèlp, pl. -en, f., die Gelte, Schleifkanne, eine hölzerne aus Dauben zusammengesetzte Kanne mit einer Schnauze und Handhabe, le broc. — Gèlpen wird zuweilen gesagt für steife Stiefel, Courier= Stiefel, bottes fortes.
 
Gélzeg, ranzig, galstrig, geil, rance.
 
Gélzen, part. gegélst, garsten, garzen, ranzig sein, sentir le rance, avoir un goût de rance. — Mittelalt. æltzen, Stamm, alt.[S. 173]
 
Gèlzen, part. gegèlzt, verschneiden (ein Schwein), châtrer.
 
Gemâch, n., das Gemächt (Zeugungsglied), les parties génitales.
 
Geméht, gemähet, fauché. — Prov. D'as mer èng geméht Wies, das ist mir eine erwünschte Gelegenheit. Jn Bayern sagt man auf ähnliche Art, das ist mir eine gemähte Wiese, c'est besogne faite.
 
Gemèlleg, 1° gemächlich, bequem, commode, commodément; 2° langsam, doucement. — Mittelalt. gemmelich; hunsr. Mdt. gemellig.
 
Gemèng, gemein, commun. — E' gemèngen Zaldot, ein gemeiner Soldat, un simple soldat, s. Putsch.
 
Gemèng, pl. -en, f., die Gemeinde, la commune.
 
Gemènger, pl. id., m., der Einwohner einer Gemeinde, der Holzungs= und Weideberechtigte, l'habitant d'une commune, l'usager.
 
Gemidelt, s. Midelen.
 
Gemièrts, n., der Quark, Plunder, Trödelkram, das Gerümpel (alles Hausgeräth von geringem Werthe), le fatras, mélange confus de choses de peu de valeur.
 
Gèmm, pl. -en, f. (Gassenwort), die Lustdirne, la fille de joie. — Vergl. engl. game (gehm).
 
Gemömpels, n., das Gemurmel, heimliche Gespräch, le murmure, bruit sourd. — Holl. gemompel.
 
Gemondt (kurz). — Dât wor em net gemondt, das mundete (gefiel) ihm nicht, cela ne lui plut pas, ne fut pas à son goût.
 
Genä, 1° genau, juste, exact, exactement; 2° sparsam, karg, ménager, chiche, mesquin.
 
Genât, part. von nètzen, genetzt, mouillé. — Dât Doch as genât, et geet net méh ân, dieses Tuch ist eingenetzt, naß gemacht, es lauft, schrumpft nicht mehr ein, ce drap est mouillé, il ne se rétrécira plus.
 
Gênant, lästig, beschwerlich.
 
Gendârm, pl. -en, m., 1° eine Art Brod von länglicher Form, sorte de pain d'une forme oblongue; 2° der Spät=Krammetsvogel, la grive tardive.
 
Gêne, f., der Zwang, Anstandszwang, das Hinderniß; die Geldverlegenheit. Sans gêne, ungezwungen, geradezu, ungeniert. — Prov. Où il y a de la gêne, il n'y a point de plaisir, wo Zwang ist, findet kein Vergnügen statt.
 
Genéren, zwängen, drücken, spannen, hindern, einschränken, beengen, aufhalten, gêner.
 
Generés, verderbt aus généreux, großmüthig, freigebig. — Engl. generous.
 
Geng, pl. -en, f. (onomatopée), der verächtliche Name einer Geige, die Fiedel, le mauvais violon, le crin-crin. — Vergl. mittellat. und ital. giga; franz. gigue (ehemals Geige, jetzt Schenkel, Keule, gigot, von der Aehnlichkeit der Gestalt,) s. Gigo.
 
Gengen, part. gegengt, fiedeln, racler du violon.
 
Gengert, pl. -en, m., der Fiedler, Geigenkratzer, le racleur, racle-boyau.[S. 174]Vergl. altfranz. gengleour, ménétrier. On a dit aussi gengleresse pour menestriere. (Dʳ des arts et des sciences, 1694.)

 

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