LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Gemèng bis Geoicht (Bd. 1, Sp. 173 bis 174)
 
Gemèng, gemein, commun. — E' gemèngen Zaldot, ein gemeiner Soldat, un simple soldat, s. Putsch.
 
Gemèng, pl. -en, f., die Gemeinde, la commune.
 
Gemènger, pl. id., m., der Einwohner einer Gemeinde, der Holzungs= und Weideberechtigte, l'habitant d'une commune, l'usager.
 
Gemidelt, s. Midelen.
 
Gemièrts, n., der Quark, Plunder, Trödelkram, das Gerümpel (alles Hausgeräth von geringem Werthe), le fatras, mélange confus de choses de peu de valeur.
 
Gèmm, pl. -en, f. (Gassenwort), die Lustdirne, la fille de joie. — Vergl. engl. game (gehm).
 
Gemömpels, n., das Gemurmel, heimliche Gespräch, le murmure, bruit sourd. — Holl. gemompel.
 
Gemondt (kurz). — Dât wor em net gemondt, das mundete (gefiel) ihm nicht, cela ne lui plut pas, ne fut pas à son goût.
 
Genä, 1° genau, juste, exact, exactement; 2° sparsam, karg, ménager, chiche, mesquin.
 
Genât, part. von nètzen, genetzt, mouillé. — Dât Doch as genât, et geet net méh ân, dieses Tuch ist eingenetzt, naß gemacht, es lauft, schrumpft nicht mehr ein, ce drap est mouillé, il ne se rétrécira plus.
 
Gênant, lästig, beschwerlich.
 
Gendârm, pl. -en, m., 1° eine Art Brod von länglicher Form, sorte de pain d'une forme oblongue; 2° der Spät=Krammetsvogel, la grive tardive.
 
Gêne, f., der Zwang, Anstandszwang, das Hinderniß; die Geldverlegenheit. Sans gêne, ungezwungen, geradezu, ungeniert. — Prov. Où il y a de la gêne, il n'y a point de plaisir, wo Zwang ist, findet kein Vergnügen statt.
 
Genéren, zwängen, drücken, spannen, hindern, einschränken, beengen, aufhalten, gêner.
 
Generés, verderbt aus généreux, großmüthig, freigebig. — Engl. generous.
 
Geng, pl. -en, f. (onomatopée), der verächtliche Name einer Geige, die Fiedel, le mauvais violon, le crin-crin. — Vergl. mittellat. und ital. giga; franz. gigue (ehemals Geige, jetzt Schenkel, Keule, gigot, von der Aehnlichkeit der Gestalt,) s. Gigo.
 
Gengen, part. gegengt, fiedeln, racler du violon.
 
Gengert, pl. -en, m., der Fiedler, Geigenkratzer, le racleur, racle-boyau.[S. 174]Vergl. altfranz. gengleour, ménétrier. On a dit aussi gengleresse pour menestriere. (Dʳ des arts et des sciences, 1694.)
 
Genièren, part. genièr, heilen, guérir. — Mittelalt. generen, neren; schwz. geneeren; altfr. saner, vom lat. sanare.
 
Gènn, pl. -en, f. (écon.), die Emporscheune, welche sich über der Tenne und den Balken hinzieht, und zur Aufbewahrung der noch unentkörnten Früchte, später auch zur Aufbewahrung des Strohes dient, auch Getreideboden, Heuboden, le dessus, le haut de la grange, les travées, le comble, le grenier à foin, à grains. — Vergl. angels. Den, Lagerstätte.
 
Gènnlach, pl. -lächer, n., das Garbeloch, bei Scheunen und Ställen ein Dachfenster im Giebel, durch welche die Getreidegarben gesteckt werden, 1° la lucarne par laquelle on fait passer les gerbes, le foin; 2° l'ouverture au niveau du plancher, qui sert à faire tomber la nourriture des bêtes.
 
Genôden (èng) Zeechen, f., ein Bischen, un brin, un soupçon.
 
Genre, bon genre, grand genre, m. Les usages du grand monde, der gute Ton, die feinen Sitten, die Manieren der vornehmen Welt.
 
Genre, sorte d'affectation. — E' get sech e' genre, il se donne un genre, er thut vornehm.
 
Gént, gegen, wider, contre. — Gént de' Strech, gegen den Strich, wider den Strich, à contre-poil, à rebrousse-poil. — Lat. pilo contrario.
 
Geoicht, geachtet, considéré, s. Oichten.

 

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