LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Genât bis Gepenselt (Bd. 1, Sp. 173 bis 174)
 
Genât, part. von nètzen, genetzt, mouillé. — Dât Doch as genât, et geet net méh ân, dieses Tuch ist eingenetzt, naß gemacht, es lauft, schrumpft nicht mehr ein, ce drap est mouillé, il ne se rétrécira plus.
 
Gênant, lästig, beschwerlich.
 
Gendârm, pl. -en, m., 1° eine Art Brod von länglicher Form, sorte de pain d'une forme oblongue; 2° der Spät=Krammetsvogel, la grive tardive.
 
Gêne, f., der Zwang, Anstandszwang, das Hinderniß; die Geldverlegenheit. Sans gêne, ungezwungen, geradezu, ungeniert. — Prov. Où il y a de la gêne, il n'y a point de plaisir, wo Zwang ist, findet kein Vergnügen statt.
 
Genéren, zwängen, drücken, spannen, hindern, einschränken, beengen, aufhalten, gêner.
 
Generés, verderbt aus généreux, großmüthig, freigebig. — Engl. generous.
 
Geng, pl. -en, f. (onomatopée), der verächtliche Name einer Geige, die Fiedel, le mauvais violon, le crin-crin. — Vergl. mittellat. und ital. giga; franz. gigue (ehemals Geige, jetzt Schenkel, Keule, gigot, von der Aehnlichkeit der Gestalt,) s. Gigo.
 
Gengen, part. gegengt, fiedeln, racler du violon.
 
Gengert, pl. -en, m., der Fiedler, Geigenkratzer, le racleur, racle-boyau.[S. 174]Vergl. altfranz. gengleour, ménétrier. On a dit aussi gengleresse pour menestriere. (Dʳ des arts et des sciences, 1694.)
 
Genièren, part. genièr, heilen, guérir. — Mittelalt. generen, neren; schwz. geneeren; altfr. saner, vom lat. sanare.
 
Gènn, pl. -en, f. (écon.), die Emporscheune, welche sich über der Tenne und den Balken hinzieht, und zur Aufbewahrung der noch unentkörnten Früchte, später auch zur Aufbewahrung des Strohes dient, auch Getreideboden, Heuboden, le dessus, le haut de la grange, les travées, le comble, le grenier à foin, à grains. — Vergl. angels. Den, Lagerstätte.
 
Gènnlach, pl. -lächer, n., das Garbeloch, bei Scheunen und Ställen ein Dachfenster im Giebel, durch welche die Getreidegarben gesteckt werden, 1° la lucarne par laquelle on fait passer les gerbes, le foin; 2° l'ouverture au niveau du plancher, qui sert à faire tomber la nourriture des bêtes.
 
Genôden (èng) Zeechen, f., ein Bischen, un brin, un soupçon.
 
Genre, bon genre, grand genre, m. Les usages du grand monde, der gute Ton, die feinen Sitten, die Manieren der vornehmen Welt.
 
Genre, sorte d'affectation. — E' get sech e' genre, il se donne un genre, er thut vornehm.
 
Gént, gegen, wider, contre. — Gént de' Strech, gegen den Strich, wider den Strich, à contre-poil, à rebrousse-poil. — Lat. pilo contrario.
 
Geoicht, geachtet, considéré, s. Oichten.
 
Geoir, gepflügt, labouré, part. von éren.
 
Geolier, m., der Gefangenaufseher, Kerkermeister. — Celt. geolyer; mittellat. geolarius; engl. gailler, gaoler; gaunersp. chat, auch comte de Garuche. — Vergl. gayola, gayole, qui s'est dit autrefois pour cage.
 
Gepacht, schlecht geflickt, mal raccommodé.
 
Gepækels, m., der Mischmasch, le tripotage.
 
Gepafft, gepfiffen, sifflé. — Prov. Dât as senge' Maise' gepafft, das ist Wasser auf seine Mühle, c'est son affaire.
 
Gepandt, gepfändet, s. Pænnen. — Prov. E' fresst wé e' gepandt Peerd, er ist unersättlich.
 
Gepaveet, gepflastert, pavé, s. Paveeen. — Mittelalt. gepabesset. Und ist der plaz gar wol gepabesset mit wissen marmelsteinen; Kil. ghepaueyd.
 
Gepeffs, n., das Gepfeife, le sifflement continuel, incommode.
 
Gepenselt, geziert, übertrieben nett, propre jusqu'à l'excès, tiré à quatre épingles.

 

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