LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Gènnlach bis Gerasst (Bd. 1, Sp. 174 bis 175)
 
Gènnlach, pl. -lächer, n., das Garbeloch, bei Scheunen und Ställen ein Dachfenster im Giebel, durch welche die Getreidegarben gesteckt werden, 1° la lucarne par laquelle on fait passer les gerbes, le foin; 2° l'ouverture au niveau du plancher, qui sert à faire tomber la nourriture des bêtes.
 
Genôden (èng) Zeechen, f., ein Bischen, un brin, un soupçon.
 
Genre, bon genre, grand genre, m. Les usages du grand monde, der gute Ton, die feinen Sitten, die Manieren der vornehmen Welt.
 
Genre, sorte d'affectation. — E' get sech e' genre, il se donne un genre, er thut vornehm.
 
Gént, gegen, wider, contre. — Gént de' Strech, gegen den Strich, wider den Strich, à contre-poil, à rebrousse-poil. — Lat. pilo contrario.
 
Geoicht, geachtet, considéré, s. Oichten.
 
Geoir, gepflügt, labouré, part. von éren.
 
Geolier, m., der Gefangenaufseher, Kerkermeister. — Celt. geolyer; mittellat. geolarius; engl. gailler, gaoler; gaunersp. chat, auch comte de Garuche. — Vergl. gayola, gayole, qui s'est dit autrefois pour cage.
 
Gepacht, schlecht geflickt, mal raccommodé.
 
Gepækels, m., der Mischmasch, le tripotage.
 
Gepafft, gepfiffen, sifflé. — Prov. Dât as senge' Maise' gepafft, das ist Wasser auf seine Mühle, c'est son affaire.
 
Gepandt, gepfändet, s. Pænnen. — Prov. E' fresst wé e' gepandt Peerd, er ist unersättlich.
 
Gepaveet, gepflastert, pavé, s. Paveeen. — Mittelalt. gepabesset. Und ist der plaz gar wol gepabesset mit wissen marmelsteinen; Kil. ghepaueyd.
 
Gepeffs, n., das Gepfeife, le sifflement continuel, incommode.
 
Gepenselt, geziert, übertrieben nett, propre jusqu'à l'excès, tiré à quatre épingles.
 
Gepermetéert, wird nur mit einer Verneinung gebraucht. — Et as net gepermetéert, es ist nicht erlaubt.
 
Gepirplecht, gesprenkelt, sprenkelich, tacheté, barbouillé de plusieurs taches de différentes couleurs qui se mêlent.
 
Gepleetsch, n., das Geklatsch, Gewäsch, leere Geschwätz, le caquetage.[S. 175]
 
Geplekt, gepflückt, cueilli. Part. von pleken. — Geplekt Vulen, gepflückte, gerupfte Vögel, des oiseaux plumés.
 
Gepléschters, n. (maç.), der Verbutz, Bewurf, le crépi, la crépissure.
 
Gepléschtert, beworfen, crépi. — Kil. gheplaestert.
 
Gépsen, part. gegébst, in den letzten Zügen liegen, giebsen, agoniser, être à l'extrémité. — E' ka' net méh gépsen, il ne peut plus respirer.
 
Geräbbels, n., das Pack, Lumpengesindel, geringe Leute, la raccaille, de petites gens. — Engl. rabble (räbbl).
 
Geräbbels, n., das Gerümpel, der Plunder, der Braß, ein Haufen unbrauchbarer oder abgenutzter Dinge, das Gerassel, le fatras. — Engl. ribble — rabble. — Geräbbels von rabbelen, wie Braß, Praß, von brassen, prassen, lärmen, brechen.
 
Geräss, n., der Graus, Grus, Schutt, die beim Bauen häufig abfallenden Theile von Steinen, Kalk, oder die zerbröckelten Stein= und Kalktheile, u. s. w., beim Einreißen eines Gebäudes, les décombres. — Nds. Groos, ein Collectivum klein zerriebener Stücke zu bezeichnen, von grüsen, zermalmen; holl. gruis.
 
Gerasst, gerissen, gezogen, gezerrt, tiré, tiraillé.

 

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