LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Hochepot bis Hoirundels (Bd. 1, Sp. 207 bis 209)
 
Hochepot, m. (cuis.), der Mischmasch, Fleisch in kleinen Stückchen mit Kohl, Rüben, Wurzeln oder dergleichen gekocht, das verlorne Huhn; gewöhnlich nennt man hochepot (das t wird ausgesprochen), ein Gemisch von Kartoffeln und Sauerkraut. — Holl. hutspot; engl. hotch-potch.
 
Hôdâr, m., der Hagedorn, l'aubépine, f.
 
Hoën (géo.), Hagen, Dorf in der Gemeinde Steinfort.
 
Hófert, m., 1° die Hoffart, der Stolz, l'orgueil; 2° der Staat, die Kleiderpracht, le luxe; 3° die Putzsucht, la manie de se parer. — Se stenkt vun Hófert, elle est d'une arrogance insupportable. — Schmoilen Hófert (gemein), Staat oder Putz, der wenig Kosten erfordert, magnifique et pas cher. — Prov. Den Hófert kömmt viroim Fal, lorsque l'orgueil chemine devant, honte et dommage suivent de bien près; ital. quando la supêrbia galoppa, la vergogna le siede in groppa.
 
Höff, pl. -en, f., die Hüfte, la hanche. — Obd. Hüf.
 
Höffân (vét.), kreuzlahm, lendenlahm, épointé.
 
Hófreg, 1° hoffärtig, orgueilleux; 2° putzsüchtig, die Kleiderpracht liebend, qui aime à se parer, qui ne s'occupe que de sa parure.[S. 208] — Hófregen Aasch, in der gemeinen Sprechart, das Putzdöckchen, la poupine.
 
Hohl a' Mohl (op), auf der äußersten Grenze, sur l'extrême limite.
 
Hoil, hohl, creux. — En hoilen Zand, une dent creuse.
 
Hoildang (géo.) Halanzy, Holdingen, Dorf in der Prov. Luremb.
 
Hoilen, part. geholt, nehmen, holen, prendre. Prés. Ech hoilen, du höls, en hölt, mir hoilen, dir hoilt, sie hoilen. — Mors aux dents hoilen, ausreißen, das Gebiß auf die Zähne nehmen, prendre le mors aux dents. — Holl. hollen.
 
Hoilmes (géo.), Hollenfeltz (rocher creux), Section der Gemeinde Tuntingen.
 
Hoilschloper, pl. -en, m. (men., charp.), der Hohlmeißel, la gouge.
 
Hoimer, pl. Hiæmer, m., der Hammer, le marteau. — Angels. hamor; gaunersp. der Kloper.
 
Hoin, pl. -en. m. (kurz), der Hahn, le coq. — Ahd. huon. — Prov. De' róden Hoin op den Dâch sètzen, in Brand stecken, incendier; holl. den roden haan laten kraijen.
 
Hoin (lang), part. gehoidt, haben, avoir. — Obd. han. — Prés. Ech hoin, du hois, en hoit, mir hoin, dir hoit, sie hoin. Imp. Ech hât, du hâts, en hât, mir hâten, dir hât, sie hâten. Impér. hièw, pl. hièwt. Cond. Ech héw, du héws, en héw, mir héwen, dir héwt, sie héwen. — Een op der Seit hoin, über Jemanden verfügen können, tenir quelqu'un dans sa manche, être sûr de son consentement, de son opinion. Feier an der Box hoin, in großer Unruhe sein, sehr eilen; ital. avere il fuoco al culo. Gold a' Selwer hoin ech net, ower wât ech hoin, dât gièn ech der (des Vaters Vermächtniß).
 
Hoine'kapp, pl. -käpp, m. (bot.), der Hahnenkopf, la crête de coq.
 
Hoine'kreit, pl. -en, f., der Hahnenkamm, la crête de coq.
 
Hoine'kreit (bot.), die Sammetblume, der Hahnenkamm, le passevelours.
 
Hoir (auf dem Lande Hâr), pl. Hiärner, m., das Horn, la corne. — So alt dieses Wort ist, so wahrscheinlich ist es doch, daß es zu ha, har, hoch gehört, und überhaupt ein erhabenes, hervorstehendes Ding bedeutet. (Adelung.)Prov. Sech 't Hiärner owlâfen, sich die Hörner ablaufen, jeter sa gourme. — Um die Schnecke aus ihrem Gehäuse zu locken, singen die Kinder:

Mi ni mi ni mô,
Gas gas gô,
Strèck deng siwen Hiärner eraus!

Vergl. celt. mi, klein, Ni, Freund, mô, mein, Gas, Wohnung, gô, über; zusammengesetzt:

Mein kleiner Freund, über deine Wohnung (Haus),
Strecke deine sieben Hörner heraus!
Colimaçon borgne . . . . montre-moi tes cornes . . . .

[S. 209]
 
Hoir, pl. -en, n. (boul.), das Hörnchen, gekrümmtes Backwerk in Gestalt eines Horns oder halben Mondes, espèce de pâtisserie en forme de corne ou de croissant.
 
Hoireil, pl. -en, f., die Horneule, eine Art großer Eulen mit hervorstehenden Federbüschen an den Seiten des Kopfes, le duc, ainsi appelé parce que le plumage de sa tête forme une espèce de couronne, qui est la marque de sa puissance.
 
Hoiren, hörnen, hörnere, de corne. — Nds. horen. — Èng hoire' Schnauwböx, eine hörnene Tabacksdose, une tabatière de corne. Èng hoire' Lanter, eine Hornlaterne, eine Laterne, in welcher anstatt des Glases eine dünne durchscheinende Hornplatte angebracht ist, une lanterne de corne.
 
Hoirstack, m., der Zweispitzambos, das Doppelhorn, la bigorne.
 
Hoirstack, pl. -stäck, m., der Dengelstock, le chaploir, l'enclume pour battre le fer de la faux.
 
Hoirundels, pl. -en, m. (serr.), s. Hoirstack.

 

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