LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Keiken bis Kescht (Bd. 1, Sp. 232 bis 233)
 
Keiken, pl. dim. Kikelcher, wird zuweilen im gemeinen Leben für Augen gebraucht. — Gaunersp. der Kikerling, das Auge; holl. kijkers.
 
Keil, pl. -en, m. (serr.), der Dorn, Schlüsseldorn, der runde Stift im deutschen Schlosse, um welchen sich der hohle Schlüssel dreht.
 
Keilen, part. gekeilt (pap.), schlagen. — Gaunersp. keilen. — Vgl. engl. kill, tödten, umbringen.
 
Keilkapp, pl. -käpp, m. (Schimpfwort), so viel wie Hartkopf, Dummkopf, homme stupide, bûche.
 
Keimen, part. gekeimt, ächzen, stöhnen, gémir, lamenter. — Vergl. goth. quainon; ahd. chûman, seufzen, jammern; ndd. quimen; holl. keimen.
 
Kél, pl. Kél, m. (jard.), der junge Kohl, der Kohlsprößling, jeunes choux, rejetons de choux. — Ndd. Köl; engl. kale (kihl).
 
Kèllerlär, pl., die Lagerbäume in einem Keller, le chantier d'une cave, pièces de bois couchées en long, sur lesquelles on pose des tonneaux de vin.
 
Kèllerlîcht, pl. -en, f., das Kellerloch, le soupirail.
 
Kèlsch, m., der Zwillich, le coutil. — Der Golsch, ein nur in einigen oberdeutschen Gegenden übliches Wort eine Art eines Barchentes mit blauen Streifen zu bezeichnen, der besonders zu Ulm häufig verfertigt wird, wo dieses Wort auch Kolsch und Kölsch lautet. Frischling nennt dieses Gewirk gällischen Zwilch, entweder weil es eine gallische, d. i. französische oder wälsche Erfindung ist, oder auch von dem oberdeutschen Kulle, Kölsche, blaue Striemen von Schlägen, wegen der blauen Streifen dieses Gewirkes. (Adelung.)
 
Kémaufel, pl. Kémaifel, m., der dicke Bissen, Mundvoll (so viel eine Kuh auf einmal ins Maul nimmt), la grosse bouchée.
 
Kendcheszocker (confis.), m., der Zuckerschrot, die Zuckerkörner, des dragées.
 
Kendel (Köndel), pl. -en, m., der Christkuchen, Christstriezel, le gâteau de Noël. — Ein in Gestalt eines langen Brotes gebackener Kuchen, wie man deren zu Weihnachten zu backen pflegt, la pompe, espèce de gâteau que les parrains donnaient à leurs filleuls le jour de Noël.
 
Kèng, keine, nulle, nuls, nulles. — 't as kèng Rós óhne Dâr; ital. non v'è rosa sense spine; non si può aver il mele senza fiele; span. no hay rosas sine espinas; lat. nulla est sincera voluptas.
 
Keng, kühn, hardi, courageux. — Keng wé e' jonge' Léw, courageux comme un jeune lion.
 
Keng, pl. -en, f., der Keim, le germe. — Ndd. Kien.
 
Keng, f., der Eikeim, Hahnentritt im Ei (zwei Knöpfchen im Weissen des (Eies), le germe de l'œuf.
 
Kengen, pl. (brass.), das Malzkehrigt (der getrocknete Keim des Getreides), le touraillon.
 
Kenn (Könn), pl. -en, m., das Kinn, le menton. — En doibele' Kenn, ein doppeltes Kinn, un menton à double étage.[S. 233]
 
Kennerchesdâg (Könner-), m., der Kindleinstag, der Tag der unschuldigen Kinder, welcher in der Kirche dem Andenken der auf Herodes Befehl gemordeten Kinder gewidmet ist, la fête des Innocents.
 
Kennerchesmârt, m., Menschenmarkt, der jährlich am Kindleinstag (28. December) zu Luxemburg stattfindet. Landleute beiderlei Geschlechtes kommen in Menge hin ihre Dienste auf eine bestimmte Zeit, gegen einen billigen Lohn und einige Kleidungsstücke anbieten.
 
Kènnes, n., die Kenntniß, la connaissance. — Holl. kennes. — Ech hoi' goir kee' Kènnes dovoin, ich habe gar keine Kenntniß davon, je n'en ai aucune connaissance.
 
Kennesch, kindisch, geckenhaft, verstandlos, enfantin, puéril.
 
Képchen, pl. Képercher, m., das Häuflein, Häufchen, le petit tas.
 
Kér, körisch, ekel, wählerisch, wählig, der nicht alles isset, in der Wahl seiner Nahrungsmittel sehr eigensinnig ist, délicat, difficile. — Holl. keurig. — Vergl. kieren, kiesen (wählen).
 
Kés, pl. Kés, m., der Käse, le fromage. — Arme' Kés, so pflegt man den magern Quarkkäse zu nennen.
 
Kescht (Köscht), pl. -en, f., die Kiste, la caisse. — En hängt an der Kescht, s. affichéert.

 

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