LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Krott, Kratz bis Kwascht (Bd. 1, Sp. 257 bis 259)
 
Krott, Kratz, pl. -en, f., die Krabbe, die kleine Kröte, (ein kleines ungezogenes Kind), la crapoussine, la méchante petite fille. — Vergl. Celt. crot, ein kleines Kind; holl. krot, alles was klein und gering ist.
 
Krott leiden, (gemein) darben, manquer du nécessaire. — Vergl. Mittelalt. krot, krat, Beschwerniß, Noth, Sorgen; holl. krot, Schaden, Nachtheil.
 
Krottert, krottege' Kièrl, pl. -en, krotteg Kièrlen, m., der kleine Bube, Junge, Knirps, le crapoussin, mirmidon. — Holl. een krot van een jonge.
 
Krupp, f., der Knorpel, der Sehnenknochen, Kruspel, le cartilage, le croquant dans la viande de boucherie.[S. 258]
 
Kruppsen, part. gekruppst, (Schallwort) knorpeln, krospeln, im Zerbeißen krachen; mit Geräusch zerbeißen, croquer.
 
Kruppseg, krachend, croquant. — Èng kruppseg Târt, eine Krachtorte, une tourte croquante.
 
Krût, er, sie bekam, il, elle eut; imparf. von kréen. — E' krût Wand dovoin, er bekam Wind (heimlich Nachricht) davon, il en a eu vent.
 
Kucken. — Prov. E' kuckt an 't aner Woch, er schielt, il louche.
 
Kukerékoin, m. (Kindersprache), der Haushahn, in der niedrigen Sprechart, Kükerühahn; man bedient sich auch dieses Wortes um das Geschrei des Hahnes nachzuahmen, kükerükü, kikeriki, coquerico. — Vergl. lat. cucurire, cucurio.
 
Kukuck! Jm Spielen mit Kindern, wenn man sich das Gesicht bedeckt, oder sich verkriecht, und dann wieder sehen läßt, oder zum Vorschein kommt, toutou. — Holl. kiekeboe!
 
Kundel, pl. -en, f. (écon.), eine Art Halfter für die Kühe, espèce de licou pour attacher les vaches à l'étable.
 
Kurbel, pl. -en, f., das Brodkörbchen, der Backkorb, worin man den Brodteig aufgehen läßt (von dem veralteten kurben, biegen, flechten), la corbeille, le panneton. — Lat. corbis, corbula; ital. corbello.
 
Kurlen, part. gekurlt, (gemein) schwatzen, plaudern, causer, jaser, bavarder. — Nds. kühren, köhren.
 
Kurler, pl. id., m., der Plauderer, Schwätzer, le jaseur.
 
Kûscht, pl. -en, f., die Kruste, la croûte. — Nds. Korste, Koste; holl. korst. — Kruste ahmet das Geräusch nach, welches das Zerbeißen der trocknen harten Rinde verursacht. (Adelung.) — Èng dröche' Kûscht, un morceau de pain sec.
 
Kûscht, pl. -en, f. (peint.), der Schmutz, la crasse, couche sale qui se forme, à la longue, sur la peinture par l'évaporation des huiles, la dégradation du vernis, l'humidité, etc.
 
Kûschteg, 1° krustig, qui a de la croûte; 2° schmutzig, filzig, crasseux.
 
Kutsch, pl. -en, f. (écon.), der Stuhl der Waschweiber, la chaise à laver.
 
Kutschelen, part. gekutschelt, hätscheln, dorloter.
 
Kwâk, pl. -en, m. (bouch.), Stück vom Hinterviertel eines Ochsen, morceau de la cuisse d'un bœuf, la culotte de bœuf.
 
Kwâkâsch, pl. -æsch, m., das Quakelchen, der Nestquack, das Nestküchlein, das jüngste Vöglein einer Hecke, das jüngste Kind einer Ehe, le culot. — Kil. Kakert, Kak=in=Nest.
 
Kwällé, Verminderungsform von Kwalls.
 
Kwalls, pl. Kwælls, m., das Geschwulst am Kinn, la tumeur au cou. — Vergl. ital. gualdo, Fehler, Mangel, Gebrechen.
 
Kwælzeg, mit Skrofeln behaftet, scrofuleux.
 
Kwant, pl. -en., m., der Kerl, Bursch, Schlaukopf, Spaßvogel, le gaillard, drôle de corps, drôle de cadet. — Holl. vent.[S. 259]
 
Kwascht, m., der Wust, der verworrene Haufen, le ramas, le fatras, l'amas confus.

 

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