LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Schabol bis Schäppchen (Bd. 1, Sp. 387 bis 389)
 
Schabol, m., der Betrug, la flouerie. — Gaunersp. der Diebsantheil.
 
Schabollen, part. geschabollt, beschummelen, in Kauf und Verkauf hintergehen; theilen, flouer; faire le partage.
 
Schacks, schief, quer, de biais, en biais, obliquement.
 
Schaddelen, part. geschaddelt, undeutlich, unvernehmlich reden, mit der Zunge anstoßen, parler d'une manière peu distincte, bredouiller. — Vergl. engl. chatter, schwatzen.[S. 388]
 
Schaddeler, pl. id., m., der undeutlich spricht, le bredouilleur.
 
Schadder, pl. -en, f., die alte gebrechliche Sache oder Person, la patraque.
 
Schaddereg, gehört mit schal, schellen, zerschellen zu einem Stamme und bedeutet zerbrochen, durch Zerbrechen kraftlos, schalllos geworden, cas, endommagé, désuni, qui sent le cassé. — Vergl. engl. shatter, beschädigen, shattery, brüchig, locker; sansk. skad, zerbrechen, zerstören, verletzen. — Èng schaddereg Gei, die schalllose Geige, Geige, welche nicht hell oder wohl klinget, violon qui ne résonne point, qui n'a point de son, violon insonore.
 
Schâf, pl. Schèff, m., der Schrank, l'armoire, f. — Das Schaff, ein altes, sehr weit ausgebreitetes Wort, bedeutete ursprünglich einen jeden hohlen Raum, ein jedes Gefäß. — Lat. scafa; celt. scaff; nds. Schaff.
 
Schäfchen. — Prov. En as net Schafchen, wé en 't Woll drét, es ist ihm nicht zu trauen, il ne prie pas comme il joint les mains, il dissimule.
 
Schäff, pl. von Schâf, welches ungebräuchlich ist; die Schöffe, kleine Strohbündel, welche man aus den größeren Schöben mit der Hand heraus nimmt, sie ordnet, abtheilt und zum Eindecken der Strohdächer verlegt. — Angels. sceaf; engl. sheaf (schif); nds. Schoof; ahd. scoup.
 
Schaffètt, pl. -en, f., die Betschwester, Frömmlerin, la bigote. — Vergl. ital. schifa 'l poco, qui fait la difficile, qui fait la précieuse.
 
Schäfstré, n., schieres Stroh, glattes Stroh, ohne eingemengtes Unkraut zum Dachdecken, das Schüttenstroh, Langstroh, la paille de froment, la paille en botte.
 
Schäk, pl. -en, f., die Schote, Scheide, Hülse, Schaale (der Bohnen, Erbsen), la cosse, gousse, péricarde membraneux à deux valves, dans lequel les graines sont attachées alternativement à l'une et à l'autre valve, le long de la suture supérieure seulement.
 
Schäk, pl. -en, f., in der scherzhaften Sprechart, die lange Nase, un grand nez.
 
Schäkeg, scheckig, fleckig, tacheté.
 
Schammschoss, pl. Schammschöss, m. (cart.), der Wärmofen, le chauffoir, caisse de tôle dans laquelle le cartier fait sécher les feuilles de carton qu'il veut coller.
 
Schamper, streng, rude, sévère. — Holl. schamper; nds. schamper, scharf, rüstig.
 
Schân, f., die Schande, la honte. — Wât èng Schân! Welche Schande! quelle honte! engl. what a shame! — Zu Schâne' goën, zu Schanden, zu Grunde gehen, se gâter, dépérir.

't Schân as an der Insulte, an net an der Excuse.
La honte est dans l'offense, et non pas dans l'excuse. (Lachaus.)


 
Schân, pl. -en, f., ein in der Mitte ausgeschnittenes Holz, welches auf die Schultern gelegt wird, so daß der Ausschnitt den Nacken[S. 389] umgibt, um an den Stricken und Hacken, die an den Enden befestigt sind, Eimer u. s. w. zu tragen. — Ndd. Schande, Schanne.
 
Schandel, pl. -en, f., die Schindel, Dachschindel, l'échandole, f., petit ais à couvrir les toits. — Lat. scandula. — Constat Romam ad bellum usque Pyrrhi scandulis tectam fuisse. — 't as verboide' mat Schandelen ze dècken.
 
Schank, pl. -en, f., das Bein, der Knochen, l'os. — Holl. schonk, gros os dans un morceau de viande. — Vgl. engl. shank, angels. scanca, der Schenkelknochen, das Schenkelbein. — Oin de' Schanken as dât bèscht Fleesch, la chair la plus près des os est la plus tendre. 't as neischt wé Haut a' Schank oin em, il n'a que la peau et les os; lat. totus pellis et ossa est.
 
Schanken, beinern, d'os. — E' schanke' Spengelfâs, eine beinerne Nadelbüchse, l'étui d'os (à épingles, à aiguilles).
 
Schapp, pl. Schäpp, m., der Schoppen, le hangard, la remise. — Vergl. celt. echapea, Dach; nds. Schupp.
 
Schapp (Hôr), pl. Schäpp, m., der Schopf Haare, der Busch, Büschel Haare, so viel man mit den fünf Fingern fassen kann, la touffe, le toupet. An der Stirn eines Pferdes, l'épi, la mollette.
 
Schäppchen, pl. Schäppercher, m., das Holzfüderchen, une petite voie de bois, une charretée de bois.
 
Schäppchen, pl. Schäppercher, f., das Schöppchen, la chopinette. — Seng Schäppchen hoilen, boire sa chopine.

 

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