LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Schiälen bis Schimmel (Bd. 1, Sp. 392 bis 394)
 
Schiälen, part. geschiält (meun.), spitzen, wenn das Getreide zwischen weiter auseinander gestellten Mühlsteinen bloß von der Schale und den etwas längern spitzen Enden befreit wird, épointer.
 
Schiälmillen, pl. id., f., der Spitzgang, ein Gang der zum Spitzen des Getreides eingerichtet wird. Dies geschieht durch die Höherstellung des Stegs (s. Plîcht), wodurch der Läufer von dem Bodenstein entfernt wird, le tournant pour épointer les grains.
 
Schiämt, f., die Scham, la pudeur, la nudité. — Kil. Schämte.
 
Schiär, pl. -en, f., die Scharre (was von Speisen sich an den Topf anlegt, und davon abgekratzt werden muß), le gratin.
 
Schiärft, f., die Schärfe, Schneide, le tranchant, le fil.
 
Schiæt, m., der Schatten, l'ombre, f. — Engl. shade; Kil. schaede à schaeden, nocere, quidam dici putant, quod umbra satis herbisque noceat.Nocent et frugibus umbræ. — Kommt an de' Schiæt, kommen Sie in den Schatten; engl. come in the shade. E' kömmt net an sei' Schiæt, er steht ihm weit nach, il est loin au-dessous de lui.
 
Schîb, pl. -en, f., der Kittel, Bauernkittel, Fuhrmannskittel, la[S. 393] blouse, blaude, le sarrau, la gipe. — Mittelalt. gippe: der het eine gippe an; mittellat. gipo; Kil. Schabbe; span. chupa, Jacke. — Eng toile écrue's Schîb, ein Kittel von ungebleichter Leinwand. — Siehe Sâckschib.
 
Schick, pl. -en, f., la chique, das Priemchen (ein Mundvoll Kantaback). — Engl. quid, soviel Taback, als man zwischen drei Finger fassen kann (zum Kauen).
 
Schick, m., chic, m., terme usité dans les ateliers pour exprimer une certaine facilité, une vigueur rapide dans le maniement du pinceau ou du crayon, die Fertigkeit. — Il y a du chic là-dedans.
 
Schicken, part. geschickt, 1° Taback kauen; 2° im gemeinen Leben, essen, chiquer.
 
Schicksel, pl. -en, f., jüd., das Christenmädchen, auch das Jndenmädchen.
 
Schidden, part. geschutt, schütten, gießen, verser, répandre. — Engl. shed. — Bire', Praume' schidden, Birnen, Pflaumen abschütteln, faire tomber les poires, les prunes, en secouant l'arbre; holl. peeren, pruimen afschudden.
 
Schièl, pl. -en, f., 1° die Rinde, l'écorce, f.; 2° die Schale, Schelfe (des Obstes, u. s. w.), la pelure, la peau. — Engl. shell; holl. schell. — An 't Schièl praffen, in die Rinde pfropfen, enter en écorce.
 
Schièl, impératif von schièlen.
 
Schièl, einäugig, borgne, qui n'a qu'un œil ou qui ne voit que d'un œil.
 
Schièl, scheel, scheeläugig, schieläugig, bigle, louche. — Holl. scheel; obd. Schäli, ein schielendes Pferd.
 
Schièlen, part. geschièlt, schälen, peler. — Grompire' schièlen, peler des pommes de terre.
 
Schièr, pl. -en, f., die Kratze, eine gekrümmte Schaufel, mit welcher der Chausseewärter den Schlamm und Koth auf der Straße zusammenkratzt, le racloir.
 
Schièren ('t Beien), part. geschoir, zeideln, ausschneiden, châtrer les ruches.
 
Schièrleng, pl. -en, m., das geschorne Schaf, la brebis tondue. — Engl. shorling.
 
Schikaner, pl. id., m., der Rechtsverdreher, Ränkemacher, Rabulist, Hudler, le chicaneur. — Celt. chicanour, von chic, zähe, hartnäckig.
 
Schilzen, part. geschilzt, schilchen, mit den Augen gegen einander sehen, schielen, loucher. — Jn der Pfalz und um Koblenz, schilksen, schilzen.
 
Schilzen, glupen, nach etwas schielen, verstohlen hervorgucken, guigner, lorgner.
 
Schilzen, n., das Schielen, le louchement.
 
Schimeg, schämig, verschämt, honteux.[S. 394]
 
Schimmel, pl. -en, m. (tiss.), die Weberlade, la chasse.

 

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