LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Schnésâk bis Schocken (Bd. 1, Sp. 403 bis 404)
 
Schnésâk, pl. Schnésäk, m. (arch.), die Dachkehle, das Schnee= Loch, jede Stelle auf Dächern oder vorspringenden Theilen eines Gebäudes an Hohlkehlen, Dachluken, wo der Schnee bei eingetretenem Thauwetter länger liegen bleibt, als an frei von der Sonne beschienenen Flächen, le nouet, noulet.
 
Schnetz, pl., die Abfälle, Abschnitzel, Abgänglinge, was in den Küchen als unbrauchbar abfällt, les épluchures.
 
Schnetzel, pl. -en, m. (tonn.), das Kerbmesser, le cochoir.
 
Schniäwel, pl. -en, m., 1° der Schnabel, le bec. — Holl. snavel. 2° die vorwitzige Person, die alles wissen will, alles vorwitzig durchsucht, la personne curieuse, le fureteur, la fureteuse. — Holl. snuffelaar, snuffelaarster.
 
Schniäweleg, vorwitzig, curieux, indiscret.
 
Schniäwelen, part. geschniäwelt, schnüffeln, überall herumschnüffeln, durchstöbern, fureter, fourrer son nez partout. — Holl. snuffelen.
 
Schnick, m., der Fusel, schlechter Branntwein, eau-de-vie très-grossière faite avec du grain, des fruits ou des pommes de terre. S. Chenique.
 
Schnips, m., der Pips, der Zipf, eine Krankheit der Hühner, la pépie. — En hoit de' Schnips, es geht mit ihm auf die Neige, il penche vers sa fin.
 
Schnóër, pl. Schnéer, f., die Schnur, le cordon. — Nds. Soor.
 
Schnöffelen, part. geschnöffelt, stäubern, fein und sachte regnen, bruiner. — Et schnöffelt, es sprühet, il tombe une pluie fine, menue. — Obd. nibelen.
 
Schnoffelen, part. geschnoffelt, schnüffeln, durch die Nase reden, nuscheln, renifler. — Engl. snuffle; holl. snuffen.
 
Schnoffeler, pl. id., m., der Schnuffeler, le renifleur, nasillard.
 
Schnok, pl. -en, f., die Schnacke, der Schwank (scherzhafter Einfall), la plaisanterie, facétie, baliverne.
 
Schnokert, pl. -en, m., der Schnacker, Spaßmacher, Poßenreißer, le plaisant, farceur.
 
Schnorré, pl. -en, m., der Schnurrbart, la moustache. — Vergl. nds. Schnurre, die Nase, Schnauze, weil sich ein solcher Bart unmittelbar unter der Nase befindet. — Gaunersp. Schnauze.
 
Schnöss, pl. -er, f., das Maul, die Schnauze, das Gefräß, le museau, le mufle, la gueule, — Nds. Schnuß; Gaunersp. Schnees, m., das Hals=, Schnupftuch. — Èngem èng op 't Schnöss gièn, èngem 't Schnöss ersièlen, in der niedrigen Sprechart, einem eins in die Fresse geben, donner sur la gueule, paumer la gueule à quelqu'un. Èng[S. 404] Schnöss mâchen, ein Maul, ein schiefes Maul machen, als ein Zeichen des Mißvergnügens, faire la moue, la mine.
 
Schnösselchen, pl. Schnösselcher, f. (Kosungswort). — Èng léw Schnösselchen, ein artiges liebes Kind, un joli minois. — Holl. smoeltje.
 
Schnudel, m. (vét.), der Nasenschleim, Nasenfluß, le jetage, flux qui s'écoule par les naseaux des chevaux, quand ils sont atteints de la gourme.
 
Schnudel, pl. -en, f., der Rotz, la morve. — Obd. Schnudel; holl., engl. snot; mittelalt. schnuder.
 
Schnudelé róde' Rack, mit diesem nur in der Kindersprache üblichen Ausdrucke bezeichnet man ein Truthuhn, oder hetzt man es auf.
 
Schnudeleg, 1° rotzig, morveux; 2° naseweis, gelbschnäbelig, impertinent, morveux.
 
Schnudelen (iwer èppes), part. geschnudelt, über etwas schnüffeln, etwas bekritteln, critiquer, censurer, trouver à redire.
 
Schnudeler, pl. id., der Rotzbube, Schnudelbock, le morveux.
 
Schnupsdeg, s. Racksdeg.
 
Schnutz, Schnutzbârt, pl. Schnutziärt, s. Schnorré.
 
Schocken, part. geschockt, stoßen, anstoßen (mit den Gläsern), bei Tische die Gläser anklingen, choquer, trinquer. — Kil. schocken; engl. shock.

 

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