LLU Lexikon der Luxemburger Umgangssprache
 
Streppen bis Stupp (Bd. 1, Sp. 439 bis 441)
 
Streppen, streifen, einem Thiere die Haut oder den Balg, ohne sie am Bauche aufzuschneiden, über den Kopf ziehen, schinden, écorcher. — Ndd. strepen; holl. stroopen; engl. stripp. — En dét èng Laus streppen fir de Pèlz ze kréen, il écorcherait un pou pour en avoir la peau.
 
Streppert, pl. -en, der Leuteschinder, l'écorcheur, m., s. Schranzmajór.
 
Stretz, pl. -en, f., die Spritzbüchse, ein kleines, hohles, walzenförmiges Geräth eine Flüssigkeit daraus zu spritzen, la seringue.
 
Stretzböx, pl. -en, f. (Spottwort), die Seichbüchse, ein unreifes Mädchen, fille qui pisse au lit. — Ital. pisciosa, pisciacchera.
 
Stretze'gebæcks, n. (cuis.), der Spritzkuchen, eine Art Gebackenes, wozu der Teig durch eine besonders dazu verfertigte Spritze in das heiße Schmalz getrieben wird, espèce de pâtisserie injectée. — Lat. streblita.
 
Stretzen, part. gestretzt, spritzen, begießen, lancer de l'eau. — Mittelalt. struitzen. Vergl. celt. strisa, étrécir, serrer; schwäb. stritzen.
 
Stretzer, m. (gemein), der Durchlauf, Durchfall, le dévoiement, la foire, quia stercora liquidiosa facile feruntur foras.[S. 440]
 
Strièw, pl. -en, f. 1° (charp.), die Strebe, eine schräg gerichtete Stütze, la contre-fiche, l'étrésillon, l'étançon, m.; 2° (arch.) die Strebemauer, Widerlage, le contrefort.
 
Strièwen, part. gestrièwt, streben, tendre à, s'efforcer de. — Ags. straefan; engl. strive (streif); holl. streven. Vergl. celt. striv, effort.
 
Strièwen (sech), part. gestrièwt, sich sträuben, se roidir, résister.
 
Stroiwelen, part. gestroiwelt, strampeln, mit den Beinen in liegender Stellung arbeiten, von sich stoßen; ndd. stangeln (wie mit Stangen stoßen), gambiller; fig. sich bemühen, zerarbeiten, s'évertuer. — Schwäb. strabeln. — Vergl. holl. strobbelen, straucheln, stribbelen, spartelen, sich sträuben; engl. strive (straihw).
 
Strofen, part. gestroft, strafen, züchtigen, punir, châtier. — En Lacedemone, le maistre chastioit les enfants en leur mordant le poulce. (Montaigne.)
 
Stroll, pl. -en, f., der Strunt, die Wurst von Koth der Menschen und Thiere, l'étron, m., excrément dur et rond. — Holl. drol; ital. stronzo, strònzolo; celt. strouill, ein hartes Häufchen. — Èng Stroll Tuback, ein Röllchen Taback, un boudin de tabac.
 
Strollentuback, m., der Strangtaback, der inländische Stangentaback, der Lausewenzel, Knäller, le tabac de charretier, de portefaix.
 
Strömp, pl. id., f., der Strumpf, le bas. — Anfänglich bestand die Bekleidung des Unterleibes, wie noch bei vielen östlichen Völkern, aus einem Stücke, und dieß ganze Stück hieß die Hose. Nachmals schnitt man den untern Theil oder die Bekleidung der Füße davon ab, und zog jedes besonders an, da denn die Bekleidung der Dickbeine den Nahmen der Hose behielt, die Bekleidung der Beine aber, weil solche anfänglich abgestrümpfte Stücke waren, den Nahmen der Strümpfe bekamen. (Adelung.)Schwd. strumpa. — Sech op 't Strömp mâchen, sich aufmachen, sich auf die Spazierhölzer machen, se mettre en chemin, s'acheminer. — Èng Strömp voll Krónen, un bas rempli de couronnes (de pièces de six francs). — Das ersparte Geld in einem Strumpfe aufzuheben ist eine alte Sitte der Hunsrücker. — Je permettrais bien que ma maîtresse fît des livres, disait Diderot; mais pour ma femme, je veux qu'elle ne sache faire que des chemises et des bas.
 
Strompelen, pl., dicke, starke Beine, de grosses jambes. — En hoit e' Poir guder Strompelen, er hat gute, dicke Stempel, il a de bons gros piliers.
 
Stronck, pl. Strænck, m., der Stiel, le manche, la queue. — Holl. stronk.
 
Strosshuschètt (géo.), Ortschaft bei Wiltz.
 
Strumm, pl. -en, f., die Strieme, der Streifen, der Ruthenstreif, la bande, raie, le scion, la marque d'un coup de fouet. — Holl. striem; mittelalt. stram; obd. Stram.
 
Strummen, part. gestrummt, jagen, rennen, schnell laufen, courir vîte. — Gaunerspr. strohmen. — Vergl. engl. stream (strihm), strömen, fließen.[S. 441]
 
Strupp, pl. -en, f., die Strippe, der Riemen am Stiefel zum Anziehen, le tirant de botte. — Span. tirante; engl. strip.
 
Struppeg, straubig, rauh emporstehend, besonders von Haaren, hérissé; mal peigné.
 
Stuckelen, part. gestuckelt, rütteln, stoßen, secouer, cahoter. — Mittelalt. schuckelen; ndd. stunkeln, holpern.
 
Stuff, pl. -en, f., die Stube, ein heizbarer Raum in einem Hause, le poile ou poêle. — Holl. stoof, chambre chauffée au moyen d'un poêle; ndd., engl. stove; ital. stufa; gaunerspr. Stube, das Criminalgefängniß.
 
Stuffoiwen, pl. id., m., der Stubenofen, le poile, poêle.
 
Stupp, pl. -en, m., der kurze, dicke Mensch, der Stöpsel, Knirps, le courtaud, la courte-botte. S. Strapp.

 

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