LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Alschënd bis Amesland (Bd. 1, Sp. 21a bis 22b)
 
Alschënd ON.: «Alscheid», Kant. Wiltz, Gem. Kautenbach — 108.
 
alt Adv.: 1) haupt- od. nebentonig: «wieder» — da's alt (Hptton) falsch; «immer(fort)» — 't reent alt (Hpt. od. Nb.ton) roueg weider — alt viru (weider) mat der Kutsch, mam Jabel!; «ab und zu» — denk alt (Nbton) u mech — ech sin alt (emol) dogewiescht, ma nët dack; 2) unbetont: «ein alltägliches Wort in abgeschwächter Bd. mit reichen Schattierungen u. Gefühlstönen, je nach Geste u. Satzton» (Rh. Wb.I/104); «schon» — 't as alt laang, dass ech dech nët méi gesin hun; «ab und zu» — en drénkt all Dag säi Patt, och alt emol (Osten: äs, ees) zwéin; «unterdessen» — ech gin alt, komm du no — du kanns alt schon alles preparéieren; «so und so» (geringschätzend) — wéi as et? O, 't as alt/Alt esou — dat as alt esou eng Saach; «wenigstens» — fir alt eppes ze soen — komm du alt, wann hien nët wëllt — 't as alt (ëmmer) dat; «leider» (einräumend) — 't geet alt nët aneschter — dajee alt (wohlan denn, Topp! zugegeben); «wieder» — en huet alt erëm, nammel, näs . . . eng un; «auch» — ech hun alt geduecht; (unwillig, tadelnd) — dat dauert alt laang — du bas alt kriddelech — alt lues, gemächlech, gemälleg, geheeschlech mat der Braut (wenn jem. ungeschickt u. übereilt etwas anpackt); «sogar» — vu lauter Honger hu mer alt Schongneel giess.
 
Alt M.: 1) «Altstimme» — hie séngt den A.; 2) «Altosaxophon».
 
Alt-/alt- erhalten oder übernommen in den Zussetz.: -flécker M.: «Flickschuster-, -schneider»; -fränkesch Adj.: s. al-; -gebäckeg Adj.: «veraltet» (Wormeldingen); -gewënner M.: «Trödler»; -gewënneg Saachen: «alter, abgetragener Kram»; -schléieg Adj.: s. al-; -vatter (Vianden) M.: «alt aussehender Mensch».
 
Alter (phV. des Hpttonvok. cf. Ltb. 3) M.: 1) Eigenschaftsbezeichnung (zu al 1) — den A. as e bist Iwel, dat bist Iwel (Echt.) — den A. as och éng Krankhät — hien dréit säin A. (man merkt ihm sein A. an), Ggs.: en dréit säin A. schéin — Spww.: Den A. as eng Krankhät, géint déi ä sech nit duerf stäipe wann ä laang wëllt liewen (Wa.); 2) «die alten Leute» (also Kollekt.) — den A. as iwwerall verstouss, zevill — Spww.: Den A. geet vir, sot Eilespill (od. der Deiwel), du huet e séng Groussmamm d'Trap eragehäit; 3) «Zeitabschnitt», bes. derjenige, in dem man «alt» (sub 1) ist — an (op) den A. kommen («altern») — de kanouneschen A. (40 J.) — dat könnt mam A. — en as (nach) jonk, gréng, gudder Deng, grouss . . . fir säin A. — vir altesch («vor alters»).
 
alteren intr. Verb.: «altern» — nur im Part. Prät. gebraucht: en as déi lescht Zäit vill gealtert (neben: gëeelzt).
 
Altertom, -tëm M.: 1) «Altertum», als Abschnitt d. Weltgeschichte; 2) alte Person, altes Möbel, altes Gebäude — da's en A. (geringschätzig od. anerkennend) 3) = Alter sub 1) (senectus); 4) = Alter sub 2) — Spw.: D'Jugend, déi waacht, den A., dee schléift, sen allen zwä no beim Doud (Wa.).
 
Altor (Ton: 2) spor. Altar M.: «Altar» — em den A. goen (s. afferen, Affer) — Dalheim: Féiss ewéi de Mann hannert dem A. (auf eine Darstellung des hl. Petrus hinter dem Altar bezogen) — Spw.: Den A. gët nët ëmsoss gerëscht (Wa.); cf. Älter.
 
Alwi M.: «Aloe» (bot.); Rh. Wb. vermerkt Alwei für Barmen.
 
Alzem M.: «Beifuß, Artemisia» (bot.); cf. Batteralzem — eifl. Alsam, Als, südnl. alsem aus alsinthium für absinthium.
 
Alzéng (Ton: 1) ON.: «Alzingen», Kant. Lux., Gem. Hesperingen — 487.
 
am = an dem Präp. + Art.: «im»; s. an Präp.
 
am in der Bildung des Superlativs von Adj. u. Adv.: eise Gaart as am schéinsten (nb.: de schéinsten) — d'Vulle sin am löschtegsten am Fréijoer — hie séngt am schéinsten.
 
Amalia Vorname, erscheint als: Ammel, Ammeli, Ämmel, Ämmelchen, Maalchen, Mallchen, Mäli, Meeli, Mëlli, Mëll. [Bd. 1, S. 22]
 
Amateur M.: 1) «Liebhaber» — ech si kän A. dovun (mag das nicht); 2) jem. der etw. lediglich aus Liebhaberei betreibt, z. B.: Sport, Photographie, Theater.
 
Ambaart (Ton: 1) F.: (bisw. 'oba:rt): «Ständchen, frz. aubade», wall. ambade, ombade, ambarde; Ga.: «die Abendmusik, eine Musik, die man einer Person zu Ehren abends vor dem Hause macht»; WaW.: Ambaartspillen — «Ehedem gingen vier Spielleute vor die Wohnungen der wohlhabenden Bürgersleute beiderlei Geschlechts, deren Namensfest am folgenden Tag gefeiert wurde, und brachten ihnen ein Ständchen, Ambart genannt. Die Spielleute wurden zum Lohn von den Gefeierten ins Haus gerufen und erhielten ein Glas Wein, ein Stück Kuchen und in den meisten Fällen auch noch ein Ambaartsgeld»; Wb. 06: «Morgen- ständchen»; (ebenso wird in Aachen «Albad(e)» in diesem Sinne gebr.); die wall. ambade, ombade, ambarde bedeuten sowohl Ständchen am Abend wie am Morgen. Die eigtl. lx. Ambaart fand statt bei der Sach(er)echt («Verlobung») und dem Wéngkef (s. d.); übtr.: dee kritt eng A. gesongen, an dat no den Nouten (ich werde ihn zurechtweisen).
 
Ambass (Ton: 1) F.: «ringförmige Verzierung am Schaft des Schlüsselrings» (frz. embase, embase de clef, afrz. embasse, vom Verb. embaser «mit einer Basis versehen», bez. allgem. den hervorstehenden Rand an Eisenteilen).
 
Amber ON.: s. Aangber, Angber.
 
Amber (Consdorf) F.: «Himbeere» (s. Hambier).
 
ambêtéieren trans. Verb.: «belästigen, ärgern» (frz. embêter).
 
Ambitioun (Ambi'sjoun) F.: «Ehrgeiz, Objekt des Ehrgeizes» — dee Mënsch huet emol Ambitiounen! — ech hun déi A. guer nët (strebe nicht darnach).
 
Amboss M.: «Amboß» — Zubehör: d'Keel (Kegel) kann agesat gin fir ze zënnen, d'Schrout oder d'Tranche fir d'Eisen ofzeschlon, beim Blechschléier de Riichtstack oder d'Seez (Echt. — nach C.).
 
Ambra (Ton: 1) M.: 1) dem üblichen frz. Sinn gemäß «Verlegenheit, frz. embarras» — an den A. setzen (in Verlegenheit bringen); 2) ähnlich Aarbecht (sub 3): «Mühe, Anstrengung», etw. Lästiges, Beschwerliches im allg.; 3) ähnl. Aarbecht (sub 4): «umständl. Getue, Gerede, überflüssiger Aufwand an (meist nur vorgetäuschter) Sorge» — maach kän A. («mache keine Umstände»); Zussetz.: A.skréimer M.: «jem. der Umstände macht» — Echt.: än A.krimmer as än, den iwral Konste séicht a micht fir aner ze kugenéieren (C.); A.smécher M.: id.
 
Ambrosia Vorname, erscheint als: Brosia, Brosi, Bros, Brousi, Brous.
 
Ambrosius Vorname, erscheint als: Ambros, Ambrous, Bros, Brous.
 
Ambulanz F.: 1) «Krankentransportwagen»; 2) «Betreuungsstätte Verunglückter, plötzlich Erkrankter» — 't war schlëmm, si koumen e mat der A. sichen; Abl.: A.auto, -won.
 
Amecht, (lok. Amëscht) N. (urkundl. Ambaht, kelt. Urspr.: die «ambacti» waren die Klienten des Häuptlings): Eines der bekanntesten Wörter der lx. Volkskunde, die sich nicht eines besonderen Reichtums rühmen kann. Über ein Dutzend Autoren haben sich darum bemüht, teils berichtend, teils erklärend; neben Dicks («Sitten und Bräuche» 1889) und Direktor Gredt (Programmabhandlung 1870/71) vor allem Joseph Hess: Das Amecht, 1933 (Schrœll, Esch a. d. Alzette).1) «Amt» im Sinne von Zunft, Bruderschaft, z. B.: Schmiddsamecht (Eligiuszunft), «wever ambaht» (urkundl. 1419); 2) «Jungburschenschaft des Dorfes», vor 1800; 3) vereinzelt veranstaltetes Gerichtsspiel dieser Borscht, der die Aufrechterhaltung von Zucht und Sitte im Dorf oblag; in ulkiger Weise wurden die Frevler abgeurteilt. Nach der Einverleibung des Herzogtums Luxemburg in die frz. Republik (12. Thermidor 1796) wurde es verboten, lebte aber unter Napoleon vereinzelt wieder auf. Aus Lenningen berichtet Comes: Wenn ein Jüngling in ein anderes Dorf einheiratete, wurde eine Amech veranstaltet. Auf der Kräizgaass wurde durch als Handwerker verkleidete Jünglinge, denen sich auch die Männer anschlossen, ein Haus (eng Heemecht) zeremoniell ausgemessen, worauf der Fremde mit der Braut in dasselbe eintreten durfte, und sich mit einem Stück Geld, bei ärmeren Leuten mit einer Flasche Branntwein (oder einem Kranz Kuchen) loskaufte. 4) in Stadtbredimus: «Karfreitagsgottesdienst» (s. Amt) — Ablt. und Zussetz.: Amesland für

 

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