LWB Luxemburger Wörterbuch
 
angschteg bis Antuka (Bd. 1, Sp. 31b bis 33a)
 
angschteg (bes. O., mit Echt. a:ŋstiç) Adj.: «ängstlich».
 
Anjhel, Anjheli, Anjhelek s. Angela.
 
Anjhelik F.: «gebräuchliche Engelwurz, Waldbrustwurz, Angelica silvestris» cf. Leinskraut. Auch für aralia spinosa, angélique épineuse (Klein).
 
Anker M. (phV. des Hpttonvok. cf. Ltb. 5): 1) «Anker»; bei der Moselschiffahrt mit Vorliebe: Ankereisen; 2) † «ein Hasardspiel mit Würfeln» auch Bidet gen. (Ga.)
 
Ankereisen N.: 1) s. d. vor. sub 1); 2) ins Mauerwerk eingelassene Eisenhaken zum Verankern der Träger; in alten Häusern ist das Ankereisen in dem Fassadenverputz sichtbar, meist in Form eines S; mehrere A. nebeneinander bilden oft das Erbauungsdatum des Hauses.
 
Anna s. An.
 
Annäis (Ton: meist 2) (phV. des -äicf. Ltb. 66) M.: 1) (bot.) «Anis, pimpinella anisum»; 2) «Anisbranntwein»; Zussetz.: -briketten Plur. tant. F.: «Anisbonbons», in Form von Briketts; -kiirwel M.: (bot.) «Süßdolde, myrrhis odorata»; -mokuch M.: «Lakritzenstange»; [Bd. 1, S. 32] -plätzerchen (Strassen) Plur. tant. M.: Gebäck für Weihnachten. — Abl.: Stärenannäis.
 
Annëmon F.: «Windröschen, Anemone».
 
anniichter (häufig auch: ə'ni:çtər; -'ni:tər im äußersten N. und im Sd. von Hesperingen an) Adj.: «nüchtern» nët méi a. (angetrunken) — Echt.: Voll Weerder säin a. Gedanken (der Trunk löst die Zunge, auch sonst im Lande gebraucht: Voll Wiirder an eniichter Gedanken).
 
Annonce F.: «Anzeige, Inserat» (in einer Zeitung) — maach eng A. (lasse ein Inserat in die Zeitung einrücken) — en as op d'A. gaang (hat der A. Folge geleistet, bes. bei Stellen-, Heiratsangeboten) — an d'A. gin (annoncieren); Abl.: annoncéieren Verb.: 1) = eng Annonce maachen; 2) d'Ge- schäft huet bëlleg Kostümen annoncéiert (zum Verkauf angeboten).
 
annulléieren trans. Verb.: «für ungültig, null u. nichtig erklären, widerrufen».
 
Ansch s. «Angela» (bisw. auch wie frz. Ange: ã:S).
 
Antät (Entête) F. (Ton: 1, ab und zu unter Anlehnung ans Frz.: 2): 1) «Titelkopf, Briefkopf», bisw. «Vorwort»; 2) M.: Ende eines Ackers, womit er an ein anderes Grundstück stößt (Wb. 06), das an der Schmalseite liegengebliebene Stück zum Wenden des Pfluges (Ga.); cf. Uwänner.
 
antät (Ton: 2), spor. antäden, antäten, (hptsächl. im Süd. des Kantons Capellen) Adv.: «an der Spitze, am Anfang, oben» — de Papp sëtzt a. vum Dësch (Echt. auch: z'oantät, oan Häd voam Dësch — C.); zu frz. en tête de.
 
antäteg Adj.: «mit den Enden zusammenstoßend» (von Feldern).
 
Antechrëscht (Nordosthälfte: -st) M.: 1) eigtl. «Antichrist»; 2) übtr. — 't as een ewéi (d)en A. (ausgelassenes Kind, cf. lothr. antecrit «enfant turbulent, jeune vaurien») — 't gët (d)en A. (wenn die Schwangerschaft über die normale Zeit dauert), nach dem Volksglauben wird der A. wie Christus als Mensch geboren, fällt allerdings durch absonderliche Merkmale auf.
 
Antenn F.: «Antenne» (von Rundfunkempfängern und -sendern).
 
Antepenniom M.: «das vordere Altartuch» (lat. antependium); auch: Älterduch.
 
Anterprënner (Ton: 3) M.: «Unternehmer» (frz. entrepreneur).
 
Anterpris (Ton: 3) F.: «(Bau)unternehmen» (frz. entreprise).
 
antick (Ton: 2) Adj.: z. B. en anticke Miwwel, «altmodisch, altväterlich», bisw. auch nur: «in antikem Geschmack od. Stil, von klassisch schöner Form»; zu frz. antique, dafür auch: al(t)fränkesch, -schléieg.
 
Anton Vorname, erscheint als: Antoun(i), Antun, Ton(i), Tonchen, Toun(i), Tounchen, Téinchen, Tunn(i), Tunnchen, Tinn(i), Tinnchen, Tinnes, Tonnes, Tounes, Tunnes (mit der Form Ton, Toni cf. wall. Tône, Antône). Folkl.: in Ehnen besteht eine Wallfahrt zum hl. Antonius (Ende Januar; cf. hierüber «Luxemburger Land» 1883, 408); in Ehleringen werden St. Antonius und St. Viktorius gegen Krankheiten der Schweine und Rinder angerufen (cf. Blum, in «Hémecht» 1884, S. 819). Abl.: Essegtouni, «Mann mit saurer Miene»; Tinnes besteht als Spottname in den Zussetz.: Flapptinnes (grober Mensch), Labbertinnes (leichtsinniger Mensch), Nastertinnes (in Echt., wo Naster ein Kollekt. für Nissen, Eier und Larven der Läuse ist; also: Lausbeutel).
 
Antonia Vorname, erscheint als: Antenett, Antoinette (beide Ton: 1), Nett(i), Nettchen.
 
Antounis- (Echt.: An'tunjəs-); -bridder Pl. M.: Mitglieder der Porzellanarbeiterzunft in Echt., Sierck und Rollingergrund; stehen unter dem Schutz des hl. Antonius von Padua, dessen Fest am 13. Juni (in Echt.), am nächstfolgenden Sonntag in Sierck und Rollingergrund, von den betr. Arbeitern feierlich begangen wird; -brout N.: «Geldstück, das man dem hl. Antonius zur Wiederfindung von etwas Verlorenem oder Verlegtem schenkt», dabei heißt es: 't muss een en zecken (durch wiederholte Gaben nachgiebig stimmen, eigtl. herausfordern); -kraut (bot.) «Weidenröschen, epilobium», dafür auch: Muttergotteshoer; -lächelchen N.: «Polizeiwache» in Stadtlux. (sog. nach dem ersten Insassen, einem gewissen Antony); -téi M.: «nervenstärkender Tee von der Betonie» (Betonica officinalis) Zehrkraut, (im Lx. auch Baart(un)néckel genannt), seinerzeit ein von den Jahrmarktshändlern angepriesenes Universalmittel.
 
Antressi (Ton: 2) M.: 1) «Zinsen»; 2) «Interesse» — en huet kän A. un där Saach — en as nët mat A. derbäi (bisw. dafür: Anterri).
 
antresséiert (bisw.: antrasséiert) Adj.: «eigennützig, filzig» - da's emol [Bd. 1, S. 33] en antresséierten Abgauscht; Abl.: Antrasséiertheet F.: «Profitgier».
 
Antuka (Ton: 3) M.: «Schirm, der sowohl zum Schutze gegen den Regen wie gegen die Sonne dient» (= frz. en tout cas).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut