LWB Luxemburger Wörterbuch
 
ausser bis Älamp (Bd. 1, Sp. 44b bis 49a)
 
ausser (phV. d. Hppttonvok. cf. Ltb. 79) Präp. mit Dat.: 1) urspr. lokal, dafür weitgehend baussen(t) — en as ausser sech vu Fräd, Gléck, Äifer (außer Fassung) — e war ewéi a. sech — du bas jo a. Rand a Band (ausgelassen); 2) uneigtl. als Zustandsbezeichnung — a. Otem (atemlos); 3) «abgesehen von» — ech kenne kän aneren a. him; 4) in Zss. mit Adjektiven auf -lech bedeutet es: «außerhalb des durch das Adjektiv bezeichneten Zustandes», z. B.: -gewéineklech: «außergewöhnlich»; -uerdeklech: «außerordentlich». [Bd. 1, S. 45]
 
Aust †, AugstM.: 1) eigtl. «der Monat August»; 2) übtr.: «Erntezeit, die Ernte selbst», cf. frz. il a bien fait son août dans l'affaire = il a beaucoup gagné.
 
Austerfiischen M.: lok. (bes. Echt.) «listiger Mensch, der seinen Vorteil erspäht, bisw. auch: listiges Kind».
 
auwermar (meist wird das umgelautete Präf. iwwer- vorgezogen; phV. von -mar, cf. dieses Wort), statt auwerbisw. awer-, Adv.: «übermorgen» — iwwerauwermar (lok. iwwerolechmar, iweroanichmoar im Osten) «überübermorgen» (mnl. overmorgen).
 
Auto, Automobill M.: häufig auch F.: «Kraftwagen» Pl. Autoen, Automobillen (Ton: 4).
 
Avance (wie frz. avance) F.: 1) «Vorsprung» — bes. bei Wettrennen — gëf mer eng A. (lasse mich etliche Meter vor dir starten) — en hat eng grouss A. (einen großen Vorsprung); 2) «Vorschuß» — ech hun em eng A. gin — ech hun dat (alt schon) op A. gemat (im voraus, auch: auf Vorrat); 3) «Entgegenkommen», bes. im Pl. gebr. — hatt huet mer Avancë gemat (den ersten Schritt).
 
avancéieren (phV.: AvAŋ'zeiərən, AvA'zeiərən,) trans.: 1) «vorwärtsbringen, beschleunigen» — dat avancéiert mech nët; dazu intr.: «guten Fortgang haben» — d'Saach as avancéiert; 2) «befördern», dazu intr.: «befördert werden» — en as dichteg (e puer Plazen, e puer Kräck) a.; 3) «vorschießen, vorstrecken» — ech hun em alt e puer Groschen a.; Verbadj.: avancéiert Iddien «fortschrittliche Ideen».
 
Avancement N., häufig auch M.: «Beförderung, Rangerhöhung», bisw. auch «Beförderungsmöglichkeit» — 't si schlecht Zäiten, 't as kän A. op kenger Plaz (selten für «Fortgang»).
 
Avantage (bisw. vAn'ta:S) M.: «Vorteil, Nutzen» — 't as nët zu séngem A. (was er da tut, ist nicht zu seinem Vorteil) — ech sin am A. (bin im Vorteil, habe den Vorrang, auch: das Vorrecht) — 't si glat keng Avantagen derbäi (es wirft nichts ab) — d'Meedchen huet wéineg Avantagen (körperliche Vorzüge, Reize).
 
avantagéieren trans.: «begünstigen», meist widerrechtlich.
 
Avant-garde (phV.: A'vAŋga:rt, 'vAŋ- ga:rt) F.: eigtl. «Vortrab, Vorhut», bes. «Elite».
 
Aventure (wie frz.) F.: «Abenteuer», bes. «Liebesabenteuer».
 
Aventurier (Ton: 3) M.: «Glücksritter, Abenteurer, Waghals».
 
Avertissemang (Ton: 3; Mos.: vεr'tisəmAŋ) M.: «gerichtliche Mahnung».
 
Avion (Ton: 1) M.: «Flugzeug», dafür auch Flieger, älter: Äroplan.
 
Avis (wie frz. A'vi·) M.: 1) «Meinung» — ech sin nët vun ärem A. (ich teile nicht eure Ansicht); 2) «amtliches Schreiben» — hues de den A. gelies? (Titelkopf amtlicher Anschlagzettel); 3) op Avis, «zur Begutachtung»; 4) s. Adväis.
 
aviséieren trans.: «behördlich in Kenntnis setzen» (zu frz. aviser).
 
a vos † (a:'vos) = à vous, à la vôtre; Interj.: «auf ihr, euer Wohlsein» (Ga.).
 
Avoué (Ton: 2) M.: «gerichtlicher Sachverwalter, Rechtsanwalt».
 
avouéieren Verb.: «eingestehen», bes. jur.
 
Awellinn (Ton: 3) F.: «großer Haselstrauch, Corylus avellana», frz. aveline.
 
awer (phV.: im SW. eines Bogens Elcheroth-Bürmeringen, mit Lux. u. dem größten Teil des Erzbeckens, wird 'o:vər vorgezogen; quer durch das ganze Land, wie in der Eifel und in Lothringen, ist ahd. abur mit ndrfk. evel, evenwel kontaminiert, woher die vielen Varianten: 'iəvər; 'iəvəl; 'a:vəl; 'e:vəl; 'ε:vəl) Adv.: «aber», dient: 1) zum Ausdruck eines Widerspruchs od. Gegensatzes mit dem vorausgehenden Satz od. Satzteil — d'Kréien as ët nët, awer d'Behalen — ech hu mat em gerechent, a. e könnt nët; 2) zum Ausdruck einer komparativischen od. superlativischen Steigerung im Vergleich zum vorausgehenden Satz od. Satzteil — du hues mer Muenches gin, a. nët alles, nët genuch; 3) zum Ausdruck irgend eines Einwands — du kanns mer schéi schwätzen, ech gleewen der a. nët (Ton: auf awer) — ech ka faaschte wéi ech wëll, an ech gin a. nët méi goureg (Ton: auf awer) — oft in Frage- u. Befehlssätzen: ech verzeihen der, a. wofir hues d'et gemaach? — 't as gutt, a. maach et nët méi!; cf. iewer, mä; bisw. N.: en huet ëmmer en Awer (einen Einwand) — Echt.: bei där Saach as kän Awel.
 
Awer- / awer- Präf., bezeichnet im Lx. wie allgemein im Dt. (seit der spätmhd. Periode) die «Richtung auf das Verkehrte» (PE S. 5): -béideg, -biddeg Adj.: s. auer-; -glaf M.: «Aberglaube» (C. gibt in Vjbl. III S. 47 verschiedene Bsp. lokalen A.); -gläwesch Adj.: «abergläubisch» — Echt.: awergläwig as besser wi ongläwig (C.); Abl.: -gläwegkät (Wb. 06). [Bd. 1, S. 46]
 
aweren intr.: «widersprechen» — en huet ëmmer ze a. (Echt.) cf. Rh. Wb. «abern».
 
Azelchen (selten: Atzelchen) N. od. M.: auf dem Lande (bspw. Mos., Red.); 1) urspr. «Elster» (hd. auch: Atzel); 2) bes. für «flinkes, gefälliges Wesen» — op der Gaass en A., dohäm déi rengste Mouk.
 
Azéng (Ton: 1), bisw. Éizéng F.: agr. «Atzung», meist eingeschlossener Weideplatz (häufiger Flurname); cf. Ässen, Oozen. [Bd. 1, S. 47] [Bd. 1, S. 49]
 
ä Interj., kurz (ε) oder lang (ε:), um Stadtlux. e, ee: 1) Verlegenheit, Unbehagen — ä, dat geet elo schwéier; 2) Ekel — ää (lang gezogen, abfallend) — ä (kurz, häufig in Verbindung mit: fi, fich, fi Louder, pu, merde. vreck . . .); 3) Unwille, Ablehnung: ä (barsch, abgehackt, cf. dajee); 4) Spott — ää (lang gezogen, gleichbleibende hohe Tonlage) — ä (halblang, häufig in Verbindung mit: laach en aus, wéi domm, schumm dech . . .; bisw. mit der Gebärde des «Rübenschabens» = Übereinanderschaben beider gestreckter Zeigefinger) — Kinderreim: Ä ja, sot d'Fra, du hat se nëmmen än A, du huet se sech gewonnert, du hat se der honnert, du huet se sech gemengt, du hat se kengt.
 
Ä F.: «Aue» (cf. A, Ael) — iewescht Ä (Vianden, Diekirch); Verkl.: Äel M. (auch im Westen belegt, z. B. in Simmern).
 
ÄF.: «weibliches Schaf» (cf. Alamm); lediglich in veralteten lokalen Zussetz. erhalten: Älamp F. und N. im Osten (Vianden, Echt.)

 

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