LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Ääntchen, Eentchen bis Äärmchen, Äremchen (Bd. 1, Sp. 51b bis 52b)
 
Ääntchen, Eentchen F. (eigtl. Dim. zum Vor.) 1) «die Eins»; 2) statt Äss im Kartenspiel, statt Biddi im Würfelspiel («die Eins» auf Karten, Würfeln usw.).
 
Äänter(t), Eenter(t) M.: s. Äänt..
 
äänzeg, eenzeg Adj.: 1) «einzig» — en äänzegt Kand, Schwäin, Giss (bisw. en äänzege Giss — einziges, daher verwöhntes Kind) — bisw. auch im Superl. gebr.: den äänzegste Jong — e sot kän äänzegt Wuert (er sagte überhaupt kein Wort); 2) «sonderbar, wunderlich, auffällig» — déi as äänzeg (das ist eine sonderbare od. ergötzliche Geschichte, Angelegenheit), eigtl. «einzig in seiner Art»; 3) «nicht gefaltet».
 
äänzel, eenzel: 1) Adj. «einzeln, vereinzelt» — en äänzelt Hoer — im Pl. oft im Sinn von «alle»: ech kenne séng äänzel Fehler; 2) Adv. «eins nach dem andern, nacheinander» — en huet sech d'Hoer äänzel ausgerappt — huelt se ä. oder iwwerhäd, si daachen all näischt; Ablt.: Äänzelhät, Eenzelheet F.: «Einzelheit» — ech erzielen der ët an allen Äänzelhäten (an [Bd. 1, S. 52] allen Detailen) auch: bis an all Äänzelhäten.
 
äänzeleg Adj.: = verstärktes äänzeg.
 
Äärbel (Stadtlux.: 'i:ərbəl) s. Aarbel.
 
äärbelsweis (phV. s. Aarbel) Adv.: «viel auf einmal, haufenweise» (eigtl.: soviel auf einmal mit beiden Armen umfaßt werden kann) — et muss än him ä. zougin.
 
Äärcher (Dim. zu Ä, s. d.): 1) F. Pl. «Fischeier, Rogen»; 2) M. Sg.: «weiblicher Fisch» (der männl. Fisch heißt: Mëll(e)cher, s. d.).
 
Äärcher (bisw.: Iircher) M.: 1) urspr. «Weißgerber»; 2) in Echt.: «Abdecker» — das « Äärcheshaus» in Waldbillig wird im Renert erwähnt.
 
Äärd (phV. cf. Ltb. 13) F.: 1) «Erde», als Himmelskörper (dafür meist Welt); 2) «(Erd)boden» (dafür meist Buedem): 3) «Ton, Lehmerde» — en as nach vun der aler Ä. (von altem Schrot und Korn) — déi vun der rouder Ä. (= Minnettsdäpp) — op der (Himmel-) Äärdewelt nët (méi), starke, beteuernde Negation — iwwer Ä. stoen (auf der Bahre liegen, dafür im Süden: a Bor leien †) — Himmel an Ä. a Bewegong setzen (um etwas durchzusetzen).
 
Äärd-: Ton durchweg auf der ersten Silbe; -ber F.: «Kartoffel» (ohne Ortsangabe in Wb. 06, sonst nicht belegt). Rh. Wb. vermerkt linksrhein. (Schleiden, Monschau) ε:əbi:ərən, ε:əbərən, (Kompromißform: Erdapfel + Grundbirne) und rechtsrhein. εbərən (= westerwäldisch); -bier bot.: fragaria vesca u. a. Arten1) M. meist für einzelne «Erdbeere»; 2) Koll. N.: «Erdbeeren» (phV. im Pl.: iərpələn/ -ərən, ε:rpələn/ərən) dafür häufig: décke Bier oder lediglich Bier allein (ähnlich in der Westeifel); andere Bezeichnung der Erdbeere: Kläbberen, Klozbeeren, Heedekloz; Zussetz.: Äärdbierblat N.: «Erdbeerblatt» bes. als Tee; -kär M.: bes. med. dunkelroter Hautauswuchs (Art Muttermal); -stack M.; -stéck N.: «Erdbeerpflanzung»; -taart F.; Äärdbiewen N. (M.) und -biewéng F. (phV.: -biəveŋən, -beiveŋən, -biveŋən, -bivijən, -be:vejən, -beivejən): «Erdbeben»; -(e)buedem M.: «Erdboden» — schumm dech (schäme dich), ech verfluchen en, ech verwönschen en . . . bis an den Ä. (eran) — den Ä. as voll(er) Gromperen (es gibt reichlich Kartoffeln) — esou eppes gët et nët méi um Ä. — bis an Ä. a Buedem (era) verwönschen — op Gottes Ä. (auf der ganzen Welt); -flou F.: «Erdfloh», kleiner Käfer aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), häufig das Simpl.: dëse Blummestack huet Fléi; -giescht F.: bot. «Feigwurzel, Ficaria verna»; -klatz F.: «Erdkugel» — wat op der Ä. geet a steet, as Lomp an as Vergänglechkeet (Lentz); -knuet M.: «knollenwurzliger Kümmel», Wurzeln des Carum carvi; -kolraw M. od. F.: «Kohlrübe, Steckrübe»; -kréischel F.: bot. «Stein(brom)- beere, Rubus saxatilis»; -laus F.: bisw. für -flou (s. d.); -mandel F.: «knollige Platterbse, lathygus tuberosus» (s. Äärdnoss 1); -mass(t), -moss(t) N. od. M.: bot. «Bärlapp, Lycopodium»; -noss F.: 1) = -mandel; 2) «Erdkastanie, carum bulbocastanum» (wächst an vereinzelten Stellen des Landes, z. B. op Toull bei Echt.); -(e)wuerm M.: «Erdwurm», der gew. Regenwurm — geplot, plakeg (nackt), sech kraupen (sich krümmen), schaffen . . . ewéi en Ä. — Ä. vun der Aarbecht (= Wuurzel vun der Aarbecht, Ausbund der Arbeit).
 
äärden (phV. cf. Äärd) Adj.: «irden» — ä. Bar (große irdene Schüssel), Döppen (Topf), Geschir, Krou (Krug), Päif (seltener Kluef — irdene Pfeife, wenn sie angeschwärzt war, hieß sie «Hänschen», der Stiel wurde mit Zwirn umwickelt, damit er weiß bleibe), Schossel (Schüssel), Wuer (Ware).
 
äärden trans. Verb.: «erden» — hues de den Apparat geäärd? (vom Radio).
 
äärdeg Adj.: 1) meist «rührig» — en äärdege Kärel; 2) bisw. auch «gedeihend» — wat en äärdegt Këndchen (cf. Aart); Abl.: Äärdegkeet F.
 
Äärdéngen F.: 1) «Lust» (zu einer Arbeit . . .); 2) «Anlaß» — ech hu keng Ä. derzou (= kän Aart derzou cf. Aart).
 
Äärmchen, Äremchen Dim. M. zu Aarm (s. d.), bes.: 1) Wegweiser (lok.); 2) um Ä. droen (ein Kind, meist zu zwei, auf den verschränkten Armen tragen), dafür auch häufig: um Muttergottesäärmchen, Sichenhäffchen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut