LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Äärcher bis äärz- (Bd. 1, Sp. 52a bis 53a)
 
Äärcher (bisw.: Iircher) M.: 1) urspr. «Weißgerber»; 2) in Echt.: «Abdecker» — das « Äärcheshaus» in Waldbillig wird im Renert erwähnt.
 
Äärd (phV. cf. Ltb. 13) F.: 1) «Erde», als Himmelskörper (dafür meist Welt); 2) «(Erd)boden» (dafür meist Buedem): 3) «Ton, Lehmerde» — en as nach vun der aler Ä. (von altem Schrot und Korn) — déi vun der rouder Ä. (= Minnettsdäpp) — op der (Himmel-) Äärdewelt nët (méi), starke, beteuernde Negation — iwwer Ä. stoen (auf der Bahre liegen, dafür im Süden: a Bor leien †) — Himmel an Ä. a Bewegong setzen (um etwas durchzusetzen).
 
Äärd-: Ton durchweg auf der ersten Silbe; -ber F.: «Kartoffel» (ohne Ortsangabe in Wb. 06, sonst nicht belegt). Rh. Wb. vermerkt linksrhein. (Schleiden, Monschau) ε:əbi:ərən, ε:əbərən, (Kompromißform: Erdapfel + Grundbirne) und rechtsrhein. εbərən (= westerwäldisch); -bier bot.: fragaria vesca u. a. Arten1) M. meist für einzelne «Erdbeere»; 2) Koll. N.: «Erdbeeren» (phV. im Pl.: iərpələn/ -ərən, ε:rpələn/ərən) dafür häufig: décke Bier oder lediglich Bier allein (ähnlich in der Westeifel); andere Bezeichnung der Erdbeere: Kläbberen, Klozbeeren, Heedekloz; Zussetz.: Äärdbierblat N.: «Erdbeerblatt» bes. als Tee; -kär M.: bes. med. dunkelroter Hautauswuchs (Art Muttermal); -stack M.; -stéck N.: «Erdbeerpflanzung»; -taart F.; Äärdbiewen N. (M.) und -biewéng F. (phV.: -biəveŋən, -beiveŋən, -biveŋən, -bivijən, -be:vejən, -beivejən): «Erdbeben»; -(e)buedem M.: «Erdboden» — schumm dech (schäme dich), ech verfluchen en, ech verwönschen en . . . bis an den Ä. (eran) — den Ä. as voll(er) Gromperen (es gibt reichlich Kartoffeln) — esou eppes gët et nët méi um Ä. — bis an Ä. a Buedem (era) verwönschen — op Gottes Ä. (auf der ganzen Welt); -flou F.: «Erdfloh», kleiner Käfer aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), häufig das Simpl.: dëse Blummestack huet Fléi; -giescht F.: bot. «Feigwurzel, Ficaria verna»; -klatz F.: «Erdkugel» — wat op der Ä. geet a steet, as Lomp an as Vergänglechkeet (Lentz); -knuet M.: «knollenwurzliger Kümmel», Wurzeln des Carum carvi; -kolraw M. od. F.: «Kohlrübe, Steckrübe»; -kréischel F.: bot. «Stein(brom)- beere, Rubus saxatilis»; -laus F.: bisw. für -flou (s. d.); -mandel F.: «knollige Platterbse, lathygus tuberosus» (s. Äärdnoss 1); -mass(t), -moss(t) N. od. M.: bot. «Bärlapp, Lycopodium»; -noss F.: 1) = -mandel; 2) «Erdkastanie, carum bulbocastanum» (wächst an vereinzelten Stellen des Landes, z. B. op Toull bei Echt.); -(e)wuerm M.: «Erdwurm», der gew. Regenwurm — geplot, plakeg (nackt), sech kraupen (sich krümmen), schaffen . . . ewéi en Ä. — Ä. vun der Aarbecht (= Wuurzel vun der Aarbecht, Ausbund der Arbeit).
 
äärden (phV. cf. Äärd) Adj.: «irden» — ä. Bar (große irdene Schüssel), Döppen (Topf), Geschir, Krou (Krug), Päif (seltener Kluef — irdene Pfeife, wenn sie angeschwärzt war, hieß sie «Hänschen», der Stiel wurde mit Zwirn umwickelt, damit er weiß bleibe), Schossel (Schüssel), Wuer (Ware).
 
äärden trans. Verb.: «erden» — hues de den Apparat geäärd? (vom Radio).
 
äärdeg Adj.: 1) meist «rührig» — en äärdege Kärel; 2) bisw. auch «gedeihend» — wat en äärdegt Këndchen (cf. Aart); Abl.: Äärdegkeet F.
 
Äärdéngen F.: 1) «Lust» (zu einer Arbeit . . .); 2) «Anlaß» — ech hu keng Ä. derzou (= kän Aart derzou cf. Aart).
 
Äärmchen, Äremchen Dim. M. zu Aarm (s. d.), bes.: 1) Wegweiser (lok.); 2) um Ä. droen (ein Kind, meist zu zwei, auf den verschränkten Armen tragen), dafür auch häufig: um Muttergottesäärmchen, Sichenhäffchen.
 
äärmches Adv.: «Arm in Arm» — si sin ä. do komm.
 
Äärtchen M.: lok., bes. im Norden in der Ra. ën Äärtchen «ein wenig» (bisw. auch: ən 'ε:rtçən, ən 'iεrtçən, ən 'i:ərtçən) — keen Ä. Gras (für unbewachsenen Boden).
 
Äärz M. (phV. cf. Ltb. 13; dazu im Südwesten 'eiərts): «Erz» — e Kärel wéi aus Stol an Ä. (statt häufiger: Eisen); Zussetz.: -broch M.: «Erzgrube»; -kaul F.: «Erzgrube»; -mann M.: «Bergmann, Grubenarbeiter» — [Bd. 1, S. 53] im Erzbecken wird (bes. bei der St. Barbarafeier) das Lied vom Ä. von Felix Krein gesungen; -oder F.: «Erzader»; -wäsch F.: «Erzwäsche» (Platz und Handlung).
 
äärz-/Äärz- Präf., dient allgem. zur Zussetz. von Adj. und bes. Subst., die eine Steigerung einer schlechten Eigenschaft bedeuten, z. B.:

 

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