LWB Luxemburger Wörterbuch
 
äs, ees bis äwern, eewern (Bd. 1, Sp. 59a bis 60b)
 
äs, ees urspr. der Gen. zum Zahlwort än («ein») mit Ausfall des -n vor s; im Rip., Niederfr., Holl. ist das n erhalten (ents, eens; cf. Rh. Wb. II/68); lediglich längs der Ostgrenze im allgem. für das nebentonige emol (s. d.) der Koinè gebr.: 1) «einst» — 't war äs e Mann; 2) «mal, halt, bei Gelegenheit» (Einschiebewort) — kuck äs, denk äs, komm äs — e könnt äs nët (er kommt wieder einmal nicht) — haut äs, mor äs (Echt.: von einer Schlafmütze); 3) in der Ra.: 't as äs ewi äs (a) = gehoppst wéi gesprongen; (b) «unveränderte Lage».
 
Äs- häufig in Orts- und Flurnamen: -baach F.: Bächlein bei Echternach; -bech ON.: «Ober- u. Untereisenbach» an der Our, Gem. Hosingen, Kanton Clerf — 71 und 72; -ber (selten dafür Äsebuer in Anlehn. an die schriftdeutsche Form) ON.: «Eisenborn», Gem. Junglinster, Kant. Grevenmacher — 354 (s. auch: Äässen).
 
Äsch F.: «Äsche (Fisch), thymallus vulgaris».
 
Äsch F. (bisw. auch M.), dafür meist das Plur. tant. Äschen F., das bisw. (so vereinzelt in Stadtlux., Echt.) als Sing. F. empfunden wird (phV. cf. Ltb. 12): «Asche» — das Sing. bes. als eng Äsch vun enger Zigar, Zigarett (dafür spor. eng Äschen) — Spruch: Et waren emol e Mann an eng Fra, déi haten an d'Äsche geseecht, du war et La.
 
Äschduch N.: «über die Bauchbidden (s. d.) gespanntes, rauhes Leinen, über dem die Aschenlauge bereitet wurde» (s. bauchen).
 
Äsche(n)- / äsche(n)- (zum Abfall des -n-, s. Fußnote S. 5); -ämer, -eemer M. und -döppen N.: «Behälter zum Aufnehmen der aus dem Ofen entfernten Asche»; -gréidel N.: «Aschengretel» (für Aschenbrödel); -gro Adj.: «aschgrau»; -kaul F.: «Aschengrube», bes. unter oder neben dem Backofen od. dem (alten) gemauerten Kochherd — en as gutt fir d'Ä. (man kann ihn nicht in der Gesellschaft zeigen); -kräiz N.: «das Kreuz, womit den Gläubigen am Aschermittwoch die Stirn bezeichnet wird»; -piddelchen N. u. M.: «Aschenputtel»; -puddel N. u. M.
 
Äschereg (ig) M.: früherer Name für Oïdium.
 
Äsche(r)mëttwoch (Südw.: 'ε:əSər-; Simmern: 'i:əSə-) M.: «Aschermittwoch», Anfang der 40tägigen Fasten vor Ostern (s. Äschekräiz).
 
Äscher M.: Gerberei: «mit Kalkwasser gefüllte Grube» (in den Nachbardörfern d. Saargebietes bez. Äscher laut Rh. Wb. I/284 das «Äschduch»).
 
Äschler (selten) M.: «Eckstein an einem Gebäude» (lat. axillaris) — cf. afrz. aisselier, engl. ashlar, ashler.
 
äschten intr. Verb.: «nisten», cf. Ascht.
 
Äserech, Eeserech M.: «Estrich» — 1) urspr. mit Lehm od. Mörtel ausgelegter Fußboden (meist der Küche); 2) Kalk- od. Zementboden im allgem. (meist des Hausflurs, des Hofs, des Speichers . . .); dafür meist: Eschtrech, Neschtrech (s. d.).
 
Äss M.: «» (Kartenspiel); frz. as u. mhd. esse, aus lat. as, assis.
 
Äter(t), Eeter M.: «Eiter».
 
Äter- / äter- : -bän, -been N.: «Fesselgeschwür der Pferde»; -beidel M.: bes. als Schimpfwort in Echt. gebr. (eigtl.: «Ausfuer» (s. d.) mit Eiterbläschen); [Bd. 1, S. 60] -bësseg Adj.: 1) von Hunden, deren Bißwunden eitern sollen; 2) übtr.: «boshaft, leicht reizbar»; -plänzchen F.: «Eiterpilz, staphyloconus» (bot.); -stopp M.: «Eiterpfropfen»; -zooss (-sauce) F. und -zopp F.: Hinweis auf das bevorstehende Essen, damit den Teilnehmern der Appetit vergehe (Soldatenspr.); cf. auch Päärdsäter.
 
ätereg, eet(e)reg Adj.: «eiterig, eiternd, vereitert» — eng ä. Wonn.
 
äteren, eeteren intr. Verb.: «eitern».
 
Ätereng, -ong F.: «Eiterung».
 
ätta Interj. (= äddéi): 1) Abschiedswort der Ammensprache — ätta soen, goen, maachen; 2) iron.: Adj. «verloren, verschwunden, entzwei».
 
ätsch Interj.: selten für autsch (s. d.) — bisw.: ätsch, mätsch (Verachtung und Verneinung).
 
äwern, eewern (lok. Echt.): «auflauern» — Abl.: än eräwern = än am Dau opheewen (C. einem in der Frühe zuvorkommen, übel mitspielen).

 

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