LWB Luxemburger Wörterbuch
 
baken bis Ballech (Bd. 1, Sp. 66b bis 68a)
 
baken 1) trans./Verb. (im äußersten Norden: 'ba:çən; Part. Prät.: gebak, Norden gebaken, bisw. gebaakt): «backen», als intr. Verb. Sammelbegriff für alle auf die Zubereitung des Brotes gerichteten Tätigkeiten — muer bake mer — gebake Quetschen, Äer (s. Ä), Biren (gedörrte, bisw. auch [Bd. 1, S. 67] matschige Birnen), aber: gebroden Äppel — de Kuch as gebak wéi eng Sonn (schön rund und braun od. gelb) — d'Engele baken, den Nikleesche baakt (Abendrot, bes. im Winter) — d'Fiiss baken (bes. im Ösling: zerrissener Nebel über Wäldern und Triften, nach Gewittern), wann d'Fiiss b. da gët et Reen (meist dafür: dämpen) — übtr.: nëmmen hallef gebak sen (nicht ganz weise sein) — dafür auch: en huet eng Bakecht, Hëtzecht ze mann — e muss erëm no Nouspelt geschéckt gin (fir en ëmzebaken) — looss der een zu Nouspelt b. (zu einem Mädchen, dem kein Liebhaber recht ist) — lo as däi Brout gebak (dein Fortkommen ist gesichert) — abweisend: mar bake mer (bisw. mit dem Zus.: da kriss de d'Schéiss ofzelecken, oder: da kriss d'en Hiem op d'Bidden) dafür auch: gebake Biren och — Kinderreim: Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen — mir si gebak (am Ende, in der Klemme); 2) nur intr.: a) «Backfähigkeit besitzen» — dësen Uewe, Gas . . . baakt nët gutt; b) «kleben» — de Buedem baakt zesummen — d'Plooschter as festgebak; c) «hart frieren» — 't huet hënt gebak.
 
Bakes (Arlon: ba:ks, im Norden: 'bAkəs) meist F., bisw. N. (Wb. 06 M.): 1) eigtl. «Backhaus», urspr. Gemeindebackhaus (Familienn.: Backes, gespr.: 'ba:kəs); 2) «Futterküche» (Zurichteraum für Viehfutter).
 
Bak-: -blech M.: Blechplatte, auf der die zu backenden Teigwaren in den Ofen geschoben werden, bisw.: platte, breite Kuchenform; -fäschen F. Pl.: dornige Faschinen, die nur im Backofen verbrannt werden; -geld N.: «Bäckerlohn»; -(uewen)holz N.: Holz das nur zum Einheizen des Backofens dient; -këss M. und F.: «Backofenscharre» (aus Holz); -kummer F.: «Backstube»; -mull F.: Backtrog zur Herrichtung des Teigs; -schéiss F.: bisw. für Broutschéiss; -uewen (Ton: 2) M.: «Backofen» — d'Brout gët an de B. geschoss, geschupp(s)t — Kinderspiel: an de B. schéissen (ein Knabe wird von einem andern, der rücklings auf dem Boden liegt, indem er die Brust auf dessen hochgestreckte Füße, und die Füße auf dessen Hände stützt, durch die Luft geworfen) — Hëtzt ewéi an engem B. — de beschte B. as deen um Réck (die Bettlerin von ihrer Hotte); Abl.: Bakuewelach N.: «Backofenloch» — e Mond ewéi e B. — fénkelen, blénken ewéi Kaarfonkel am B. — an engem Haus sollen nët méi Frae sin ewéi Bakuewelächer.
 
bakléieren trans. Verb.: «abmachen, abtun» (Ga.) frz. bâcler.
 
Bal Adv.: 1) «leichthin, schnell» — e léisst sech nët b. uschmieren; 2) «in kurzer Zeit» — kommt der nët bal, d'Féiss gin ons kal (cf. Herrgottsblieschen) — gët et (da) b. (Geschéck)? (ungeduldig drängend) — nach esou bal nët; 3) «fast» — lo war et bal(eg) geschitt — ech géif b. gären soen (in Beteuerungen) — Spw. Bal (a bal) as (nach laang) kän Hues gefaang (seltener: geschoss) — Bal as nach wäit vum Wal (alte Form für «Wald»); 4) in Verneinungen: nët bal (bedenklich: «kaum») — da b. (Zentrum u. Osten, energisch ablehnend: «beileibe nicht») — nët esou b., esou b. (nach) nët; 5) korrelativ: bal hei, bal do «bald . . . bald . . .».
 
Bal I M.: «Schrägbahn eines einseitig geschliffenen Schneideinstrumentes» (Axt, Beil).
 
Bal II M. (Pl.: Balen, Baler): «Tanzgesellschaft» — je nach Zweck, Veranstalter oder Zeit näher bestimmt, z. B. Zaldote-, Kiirmes-, Fuesbal; Bulls-, Knauter- (= Juden-) Matrasse-, Lompebal — Bal as kee Casino (es gibt Klassenunterschiede auch bei den Bällen); zu frz. bal — Abl.: Balkläd N.; -toilette F.
 
Bal III M.: «Mietvertrag» (frz. bail) — volkstüml. Rechtsempfinden: Kaf (der Doud) brécht de B.
 
Bal IV (auch: Ball) M.: «Gebell, Anschlag der Jagdhunde» — mat Bill a Ball (R I/41; alliterative Bildung: «mit viel Aufwand und Geschrei»).
 
Bal V (bisw. auch: Baler) M.: «Fleischteile an der Daumenseite der Hand und unter der Fußsohle».
 
Balance, lok. auch: Balanz (Ton: 2) F.: 1) † «Bilanz» (Ga.); 2) Westen: «großer Schwengel-» — das große Querholz, das an jedem Ende wieder ein Querholz (Koppel) trägt u. mit dem der Bauer durch geregelte Befestigung der Ketten die Zugkraft von zwei Pferden ausgleicht; wall. balance, «palonnier double» (Haust), lothr. belance, «attelage de deux chevaux de front» (Zéliqzon).
 
balancéieren (lok.: bAlAŋ'zeiərən) intr. Verb: 1) «mühsam das Gleichgewicht halten»; 2) übtr.: «schwanken, unschlüssig sein».
 
Balancier (Ton: 2) M.: «Uhrunruhe, Pendel» (s. Onrou).
 
Balbutz (Ton: 2) = Barbutz (s. d.).
 
balbaresch Adj.: lok. für barbaresch. [Bd. 1, S. 68]
 
Baleine ('bAlε:n) F.: «Fischbein» — diente früher zur Verstärkung der Regenschirme, der Damenkleidung (frz. baleine).
 
Balem (lok. u. a. Echt.) M.: «Spielball» (Echt. auch: Balen).
 
Baldi (lok.) M.: «Raufbold».
 
Baldi Vorn. zu «Balthasar».
 
Baliveau ('bAlivo·, 'bAlvo·, 'bεlvo·) M.: 1) «Laßholz», das beim Ausholzen zu schonende Holz; 2) «kleiner Baumstamm, Schwellenholz» (Consdorf).
 
Balivage (bAli'va:S) M.: «Auszeichnen» der beim Holzen zu schonenden Baumstämme.
 
balivéieren trans./intr. Verb.: «anschlagen» (cf. d. vor.).
 
Balkon ('bAlkÕ:) M.: 1) «Altan, Gittergeländer am Fenster»; 2) iron.: weiblicher Busen.
 
Ball I M.: «Spielball».
 
Ball II M. = Bal IV.
 
Ball I F.: «der Ballen» — eng B. Miel (100 kg).
 
Ball II (neben: Pall) F.: «Spreu» (Redinger Kant.; zu lat. palea, «Streu», frz. paille); dafür meist: Kuef (s. d.).
 
Ballech M.: «Balken der (früher gebräuchlichen) gleicharmigen Holzwaage».

 

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