LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Barbara bis Baskaréi (Bd. 1, Sp. 71b bis 73a)
 
Barbara, Vorname, erscheint als: Barb, Bäärbel(chen), Bäärbeli, Bierbel(chen), Bierbeli, Babel(chen), Babeli, Bebel(chen), Babbett(chen), Bab(i), Beb, Beebchen, Bebi, Bäbb, Bäbbchen, Bäbbi — geringschätzig: wat könnt dann do fir e Bäärbel? (auch: Schmotzbäärbel — ungepflegtes Frauenzimmer).
 
Barbarazirup (lok. Baarberen-, Baarweren-) M.: «Rhabarbersirup» (volkstümliche Anlehnung an den Namen der hl. Barbara, so auch ripuarisch, im Hunsrück, in der Eifel).
 
barbaresch Adj./Adv.: «barbarisch» 1) drückt allgem. einen Superlativ aus — eng b. Zomm (Summe) — e b. décke Kapp; 2) «furchtbar, unmenschlich» — eng b. Keelt (Kälte) — eng b. Iddi; 3) «hervorragend» — b. Keele (Kegeln), Kaart, Foussball spillen.
 
Barbéier M.: «Barbier».
 
Barben M. Pl. tant.: «Backenstreifen», Spitzen an der Backenhaube der Frauen — Ga. (cf. frz. coiffe à barbes).
 
Barbutz (Ton: 2) M.: «Friseur».
 
bardaatsch Interj.: «plumps». [Bd. 1, S. 72]
 
barda(a)tschen intr./trans. Verb.: 1) «beschießen» — Wb. 06; 2) «schallende Ohrfeigen geben».
 
bardauf(teg), lok. auch berdauf, berdautsch Interj.: «plumps» (verkürzt: baufteg, bauf).
 
Bardongkugelen F. Plur. tant. †: «Klettenköpfchen, lappa» (cf. frz. bardane).
 
bardou (Ton: 2) Interj.: «plumps».
 
Baref M. = Baarf (s. d.).
 
Barlaff F. (bisw. auch M.): (Ton: 1) «Hiebwunde, Schmarre» (frz. balafre, wall. berlaffe (Namür), barlafe (Lüttich)) — (im Osten auch: Balaff — Echt.: Balaffen a Schmorren, nach einer Schlägerei).
 
barluckeg (auch: ber-, bär-) Adj.: «schielend» (s. gunzeg) — e bëssche b. as net ellen (bei einem Mädchen).
 
barlucken intr. Verb.: «schielen» (cf. frz. reluquer, loucher, wall. loukî, relouquer (Lüttich), erlouquer (Rouchi), cf. auch frz. berlue — dazu Tockert, Rom. Lehnw.: «Eine wall. Form dazu, avoir la berlouque, die ich nicht in Grandgagnage verzeichnet finde, habe ich selbst in der belg. Provinz Lux. gehört») — dafür: mam rietsen A an déi lénks Jhillistäsch kucken.
 
Barnabas ('bArnAba:s), nur in der Wetterregel: Reent et op B., schwammen d'Drauwe bis an d'Faass.
 
Barnech ON., «Barnich», Dorf in belg. Lx., — B 46.
 
Barong (auch: 'bArAŋ, 'bεreŋ) M.: Adelstitel «Baron» — übtr.: de B. spillen, erauskéieren (liederliches oder vornehm überhebliches, verschwenderisches Leben führen) — e lieft ewéi e B. — e B. a kä Su an der Täsch — häufiger Spottname.
 
barongzeg Adj.: «vornehm, dünkelhaft, überheblich».
 
Barreau ('bAro·) bisw. auch: 'ba:ro· M.: 1) «Advokatenzunft» — en as vum, beim B.; 2) «Gerichtsschranke», in der Ra.: en as um B. (vor der Gerichtsschranke) er gehört zum Advokatenstand.
 
Barette ('bArεt) F.: «breite Fibel» (Schmuckstück am Hut, im Haar, am Mieder).
 
Barriär, lok. auch Bärrjer, Bälljer, Baaljer, F. u. M.: 1) allgem.: «Schlagbaum, Schranke» (Straße u. Eisenbahn); 2) † «Lattenzaun» — Ga.; 3) häufig als ON., z. B.: Bireler, Dippecher, Hämmer . . . B., déi éischt, déi zwät B. (cf. ndl. balie, Schlagbaum, abgeschlossener Raum mit Palissaden, mnl. baelghe, baeldie, engl. bail, afrz. baille von mlat. bajulum).
 
Barriärs- : -fra «Bahnwärterin»; -haischen N.: «Bahnwärterhäuschen»; -männchen M.: «Bahnwärter».
 
Barrikad F.: 1) eigtl.: «Straßensperre»; 2) iron.: «wackliges Gerüst» (dafür auch: eng faul Bréck, eng Fallbréck).
 
Bartréng ON. «Bartringen» (frz. Bertrange), Gem. Bartringen, Kant. Luxemburg — 416.
 
Bartunnéckel (Ton: 2), dafür auch häufig: Baartunnéckel (Ton: 1 — so Wb. 06) M.: «Betonie, Zehrkraut, betonica officinalis» dafür auch: Antoniatéi, Antounistéi, Bertunika, Flääschkraut — wie bei vielen Pflanzennamen volksetymol. Anlehnung an Personennamen (cf. Baartel = «Bocksbart», Baltes = «Baldrian», Barbaraziroup = «Rhabarber»).
 
bas Präp.: lok. Var. für bis (s. d.).
 
Basar M.: «Verkaufshaus» — de ganze B. (der ganze Plunder).
 
Basch(t), Baschtjen Vorn., zu Sebastian (s. Bastian).
 
Bascht F. (Echt., Norden: Bars(ch)t M. wie im nhd. Borst): «durch Bersten entstandener Riß, Ritze» — z. B.: eng B. am Äis, Glas, Holz, Stän usw. — auch «Hautschrunde» (dermat.: rhagas) — B. am Huff (Hornkluft beim Pferd) — e mécht sech (en as) duurch d'B. (durchbrennen) — Dim.: Bäschtchen F.
 
ba(r)schteg Adj.: 1) «an verschiedenen Stellen geborsten» = voller Baschten; 2) «leicht aufberstend»; 3) übtr.: «aufbrausend» (s. hafteg).
 
ba(r)schten: I. intr. Verb.: 1) «bersten, platzen, Risse bekommen» — d'Faass ass fir ze b. voll — du gës nach esou déck dats de baschs — e frësst bis e bascht — d'Kou as gebascht (durch Blähungen verendet) — übtr.: 't as (jo) fir ze b. (vor Ärger platzen — darauf häufige Antwort: da bascht! und: ech huelen den Zwir fir dech erëm zou ze bitzen) — en as gebascht (er hält die Winde nicht bei sich) — fir d'B. nët! (niemals, auf keinen Fall); 2) «am Ende, in aussichtsloser Lage sein» — lo si mer gebascht — en as gebascht (er ist verloren — Wb. 06) — dovu bascht een nët (davon nimmt man keinen Schaden, oder davon ißt man sich nicht satt, oder: davon kann man viel essen ohne Beschwerden zu fürchten); II. bisw.: trans. Verb.: nur übtr. «schädigen, erledigen» — déi Anterpris huet hie gebascht (ruiniert); III. refl. Verb.: [Bd. 1, S. 73] «sich überarbeiten und dadurch körperlich Schaden nehmen» (urspr. wohl: sich einen Bruch zuziehen — cf. auch: sech e Broch schaffen).
 
Baseluck (Ton: 3) M.: «Gefängnis».
 
Bas(s)éng (Ton: 1) M.: «Wasser-, Schwimmbecken, Waschtrog, Waschbrunnen» (s. auch Bassin).
 
Baskaréi (Ton: 2) M.: «Bügelbrett des Schneiders» (frz. passe-carreau, eigtl. passe-carré).

 

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