LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Batterie bis Bauchkessel (Bd. 1, Sp. 74a bis 75b)
 
Batterie (Ton: 3) F.: wie nhd. und frz. — bes. Bed.: eng B. Fläschen, Döppen (eine Menge, Garnitur . . .) — eng ganz B. (eine große Anzahl) — Kräiz B. (Kraftausdruck) — veraltet: «Pfanndeckel» (am Gewehr — Ga.) — cf. Battréi.
 
batterzeg (bisw. auch: bëtterzeg, bätterzeg) Adj.: «(etwas) bitter schmeckend» — Abl.: Batterzegkät F.
 
batterzen (bisw. auch: bëtterzen, bätterzen) intr. Verb.: «etwas bitter schmecken» — gudde Greeche bëtterzt eng Grimmel.
 
Battis(t) M.: «Battist» (feinste weiße Leinwand).
 
Batti(s) Vorname, zu Baptist, auch: Batt(e)s; Batti um Faass (ein Krug aus Steingut, der einen Bacchus in Biedermeiertracht darstellt, rittlings auf einem Fäßchen sitzend, in den Händen Glas und Krug).
 
Battréi (Ton: 2) F.: 1) «Beil der Schieferspalter» (Wb. 06), allgem.: «Geschirr um Schiefer in der Grube zu behauen» (Martelingen) — cf. wall. bat(e)reye (= frz. batterie) — dafür im Oesl. Battrei (bA'trAi) = d'Geschir vun de Läeköpperten (s. d.); 2) Schloßteile der Pistole: d'Himmercher an d'Zéngel (Zénkelen).
 
Batz (Pl. Bätz, Bëtz, bisw. Batzen) M.: allgem. «Klumpen», und zwar: I. «auffällig dicke Gegenstände» — 1) «Koloß» — wat e B. (von Maschinen, Fuhrwerken, Schiffen, beleibten Menschen . . .) 2) «Ansammlung, Zusammenballung einer Materie» — e B. Äter, Schläim, Blutt . . . (dafür auch: Knuet, Warrel, Knupp, bisw. Knätzel) — e B. Wierek (auch einfach: Batz — «Rocken, Reisten», in diesem Sinn auch F.: eng B., Boaz in Echt., Berdorf); — übtr.: engem e B. duerwerfen, -drécken (unerwartete oder versteckte Vorwürfe machen) 3) zur Bezeichnung des Wohlstandes in den Raa.: dat huet de B. (reiches Mädchen) — en ale B. (auch: Boz) Geld — Batzen hun (reich sein) — en as nët vill Batze wäärt (cf. hd. «Batzen», Münzsorte); 4) übtr.: dat as en uerge, ale, haarde B. fir hien (schwere Aufgabe, Prüfung); II. «auffälliger, unförmlicher Körperteil», z. B.: 1) «Adamsapfel» — en huet eng am B. (auch: Biz, Kessel, Kächer . . . — «betrunken»); 2) «Schwanz» bei Ziege und Schaf; III. «übriggebliebener Bruchteil, Brocken» — 1) «Kerngehäuse des Obstes»; 2) verallgem.: «unbrauchbarer Überrest», bes. im Pl. Bëtz, Bätz maachen (nicht alles aufessen) — e mécht keng Bätz, Bëtz (lobend, vom guten Esser gesagt) — maacht keng Bätz, Bëtz (Aufforderung zum Essen, auch: hei gi keng Bëtz gemaacht) — ech hun, hätt de B. dervun (ich komme, käme schlecht weg dabei) — e B. Wäin, Schnaps . . . (Überrest im Glas, in der Flasche) — kä B. (a kä Fatz — «gar nichts») — zu B., Botz op (fr)iessen — de Batze vu nobes (auch: vum Schond, de Watze(l) vu nobes — «der Rest von Nichts», aus dem Jenischen); 3) übtr.: «leichtlebiges Mädchen mit bescholtener Vergangenheit» (eigtl.: Überrest früherer Liebhaber); 4) «Auge in der Kartoffel», manchmal auch Schalenreste nach dem Schälen (Oesl. meist Plur.: Bëtzen); 5) «Wurmstich im Obst» (s. Muedebatz); IV. «häßliches, verkümmertes Exemplar»: dat Fierkel as nëmmen e B. (im Wuchs zurückgeblieben) — e klenge B. (kleines, unförmliches Kind).
 
batzeg Adj.: 1) «wurmstichig» (s. muede-, wuurmbëtzeg); 2) «verkümmert, verwachsen» (von Früchten, Tieren, Menschen) — esou e batzégt Stéck.
 
Batzelach (bisw. Bounzelach) N.: in der Ra.: sou frou wéi (e) Kinnek a B.
 
Batzko M.: «schlechter Wein».
 
Bau (Pl. Bai, Dimin. Baichen — phV. cf. Ltb. 81) M.: 1) allgem.: «Gebäude» — de Grond, Buedem, zitt de B. (no) «das Eigentumsrecht auf dem Bau ist bedingt durch den Besitz des Bodens»; 2) bes. Fälle: a) «ein im Bau befindl. Haus»; b) «neuerbautes Gebäude überhaupt» (selbst noch nach langer Zeit so genannt); c) lok. bes. auf dem Dorf: «Gebäude des landwirtschaftl. Lokalvereins»; 3) «Wohnung von Tieren» (Fuchs, Dachs, Bienen) — übtr.: en as nët aus dem B. ze kréien, dreiwen — e geet, könnt nët aus dem B. [Bd. 1, S. 75]
 
Bau- / bau-: -fälleg Adj.; -gehölz, -holz N.; -här M.; -kasten M. (hd. Lehnwort); -land N.: «Pflugland»; -mann M.: «Pflüger»; -määschter, -meeschter M.; -plaz F.: «Baustelle».
 
Bauch (Pl. Bäich, Dimin. Bäichelchen — phV. cf. Ltb. 81) M.: 1) «Bauch» beim Menschen (dafür auch Läif, gemein: Panz) und beim Tier (dafür häufiger Panz) — e B., Bäichelchen (auch: Ränzelchen) hun (allgem.: «beleibt sein», im bes. von Frauen: «schwanger sein») — en zillt sech e B., Bäichelchen, Ränzelchen — e B. wéi e Béierfaass, en Dechen (Dechant), eng Konkel, e Paschtouer (Pfarrer), Prälat, eng Tromm — en huet e B., 't géif en Teimer voll, e gesäit séng eege Féiss nët méi — du kriss ewell (e) B. (wirst dickleibig, auch von der Schwangeren) — wat hun ech (der) en Honger am B. (Leif) — et rubbelt («knurrt») mer am B. (vor Hunger oder Blähungen) — ech hu Fräschen am B. (id.) — sech de B. voll friessen, stoppen (tüchtig essen) — en as sengem B. kä Schellem, Stéi(f)papp (id). — d'Ae si méi grouss wéi de B. (s. A) — sech den Honger an de B. iessen (wenig zu essen bekommen) — ech hun de B. voll (1) vollgegessen, (2) betrunken — en hält sech de B., de B. wackelt (ziddert) em vu Laachen — e läit mer um B. (belästigt mich mit Anliegen) — um B. kräichen, leien (vor Unterwürfigkeit) — de B. huet mer wéi gedon (weil ich nicht mittun konnte — vor Lachen) — engem op de B. klappen (vertraulich) — ech rennen dech mam Fouss op (an) de B. (häufiger im Affekt: an d'Panz), dass de quacks, vrecks, Boune seechs — dat gët Lais («Läuse»), Fräschen an de B. (bes. vom Wasser, oder allgem.: wenn man jem., bes. einem Kind von einem Getränk abrät) — dat gët eng Schläich an de B. (von einem kalten Getränk, bes. im Winter) — de B. kann nët fir de Kapp (wenn jem. trotz Kopfweh essen will, wenn ein Kind aus Trotz nicht essen will) — lee dech op de B. an deck dech mam Hënner zou, a spill mat den Zéiwen (zu jem., der nicht einschlafen kann — auch: Antwort an Kinder, die nicht wissen, was sie tun sollen); 2) «Bauchartiges an Gegenständen» — de B. vun der Schossel, vum Komp, vum Krou, vun enger Mauer (unter dem Druck der dahinterliegenden Erdmassen entstandene Wölbung) — dazu das Adj. baucheg (wie hd.).
 
Bauch- : -fell N.; -guurt M.: «Gürtel» (s. Panzguurt); -lapp M.: «Schweine-Bauchspeck»; -läim M.: «Menschenkot»; -péng F.: «Bauchpein» (häufiger: -wéi) — iron.: en huet B. am Réck (er weiß nicht recht, was ihm fehlt); -pënselen trans. Verb.; -riedener M.; -rimm M.; -sat Adj.: «voll gegessen und getrunken», auch: «betrunken»; -wéi M.: «Bauchgrimmen», Hüllwort für: Menstruation — roude B. (rote Ruhr) — bauchwéisgréng (grellgrün).
 
Bauch F.: 1) «große Wäsche in Lauge» (fand gewöhnlich zweimal im Jahre, zu Ostern und im September statt) — Die Bauchbidden wird in der Küche (neuerdings im Waschhaus) auf den Bauchstull neben den Bauchkessel gestellt; sie ist unten mit einem Abflußhahn (Zap) versehen. Auf den Büttenboden werden dürre Buchenzweige gelegt, damit die Lauge (La) besser durchziehe, dann wird die Bütte innen mit dem Äschduch, einem sehr groben Leintuch, ausgekleidet. Nun wird die Wäsche in die Bütte gelegt (ageluegt, agestach), die grobe zuunterst. Wenn die Bütte sich als zu klein erweist, wird sie mit aufgesetzten Schindeln (Schandelen) vergrößert. Nachdem die Bütte mit Wasser gefüllt worden ist, wird das Äschduch über die Wäsche geschlagen und die Asche gleichmäßig darüber verteilt. Das Wasser wird nun zum Teil abgezapft, im bereitstehenden Bauchkessel gewärmt und dann langsam und gleichmäßig aufgeschüttet (opgeschott, -schutt). Diese Prozedur wiederholt sich mehrere Male: durch das kohlensaure Kali (Pottasch) der aufgestreuten Asche wird das Wasser immer brauner gefärbt, die Wäsche hingegen gesäubert. Schließlich wird sie noch am Bach geseift und gebleult und auf der Wiese gebleicht; 2) «Inhalt der Bauchbütte, eingeweichte Wäsche» (auch: Bauchecht).
 
Bauch- : -bidden F.: «große Waschbütte» — e Kapp ewéi eng B. (dick); -haus N.: «Waschhaus» (frz. buanderie); -kessel M.;

 

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