LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bauschelt bis Bäckesch (Bd. 1, Sp. 77a bis 78b)
 
Bauschelt Ortsname, «Bauschleiden» (Boulaide), Gem. Bauschleiden, Kant. Wiltz — 136.
 
bauschen trans./intr. Verb.: 1) «dreschen» bes. Bed.: a) «das beste Korn aus den Garben schlagen» — b) «das Unkraut aus dem gedroschenen Stroh schütteln» (dafür auch: feën); 2) bei der Versteigerung: «die Preise in die Höhe treiben»; 3) von Kleidern: «einen Wulst bilden, bauschige Falten werfen»; 4) bisw.: «fürchten» (aus dem Jenischen).
 
bauscheg (Osten: baujheg) Adj.: 1) «wulstig, faltig» (Kleidung); 2) «vollwachsend» (Pflanzen; Gegs.: gakeg, s. d.)
 
Bauschesch (Osten: Baujhesch) F.: «Frau, die leicht aufbraust» (cf. opbrausen, -bauschen).
 
bausen (Untersau.) intr. Verb: «bieseln» — d'Kéi si gebaust, (cf.: beisen, bëselen).
 
baussen ('bA:usən): 1) Adv.: «draußen, auswärts» — häufig korrel. in Verb. mit bannen (s. d.) — mit vorhergeh. Ortsadv.: do-, duer, heibaussen (bisw. gesteigert: -baussechen) — mit vorges. Präp.: en as vu b. eran (eingeheiratet, zugezogen, oft pejor.) — vu b. gesin (gesehen) — e weist (zeigt) näischt no b. (verbirgt seine Gefühle, Gedanken) — d'Dir geet no b. op — bleif mer nëmmen dobaussen! —fragend: wou b.?; 2) Präp., daneben auch: baussecht, baussicht, bauss(en)t: a) «außerhalb» — örtl. u. zeitl. zur Bez. der Ruhelage, mit Dat. — blaif mer b. der Dir, b. den Aen — e mécht dat b. sénger Zäit, a sénger Baussenzäit (in seiner Freizeit) — b. der Dir doheem (wenn man nicht ins eigene Haus gelangen kann) — b. sei Wëll (gegen seinen Willen) — d'Auen baussicht dem Koap (außer sich vor Angst, Zorn); b) «ohne, außer» — ech sin derbaussent (= dersonner s. d.).
 
baussenzeg (seltener: bausseg), baussewenn(z)eg: 1) Adv. wie baussen 1 — b. schéin, bannenzeg faul — ech kennen hie b. a bannewennzeg; 2) Adj.: «außen-» — déi baussewenn(z)eg Maueren.
 
Baussenzäit F.: «Freizeit, übrigbleibende Zeit» (s. baussen 2).
 
bausswenneg Adv.: «auswendig» — eppes b. opsoen (wie ndl.: van buiten opzeggen).
 
Baustert M.: 1) «engbrüstiger Mensch»; 2) «aufgeblasener Mensch»; (häufig als Familienname).
 
Bauwel, Bawel (seltener: Bawoll) F. (M.): 1) «Baumwolle», meist in ungesponnenem Zustand, bisw. auch für den Baumwollstoff (dafür eher: Kotteng); 2) «Watte» — een a B. leën (verhätscheln) — ech hu keng B. an den Oueren (du brauchst mich nicht anzuschreien, ich höre noch gut) — du kriss nach een a B. agewéckelt (zu einem spröden Mädchen, dem kein Liebhaber recht ist; s. auch: baken); 3) bisw. lok.: «Strickgarn» — de B. gët gerappt (Marienfäden fliegen, Berdorf); Ablt.: bawöllen Adj.: «baumwollen» (Wb. 06).
 
Bauz (bA:uts) M.: 1) «Kalb, Kälbin» (meist über ein Jahr alt) — das Dim. Bäiz(el)chen bezeichnet ein kleines Kalb; 2) verallgem.: «Rind, Kuh» — bes. in der Ammenspr. — mat de Bauze fueren, ausfueren (die Kühe auf die Weide führen) — Kälber, Rinder ruft man: komm Bäizchen, Bäizi — Zussetz.: Mubauz M.: «Kuh» (Mu = onomatop. Bez. der Kuh, bes. in der [Bd. 1, S. 78] Ammenspr.) s. d.; 3) übtr.: «Tölpel, Dummkopf» — du (domme) B. — sech de B. stellen (sich töricht, tollpatschig benehmen); 4) e Bäizchen (auch: e Källefchen) «das Erbrochene» — en huet e B. geluegt (= en huet dem Wiirt nogemooss); 5) volkstümliche Angleichung: «Bauch» — cf. auch die Zussetz.: Nakebäizchen M.: «nacktes Kind» (cf. wall. bouzou, bizou «jeune veau» nach Grandgagnage).
 
bauzeg Adj.: «tölpelhaft» bes. in der Rede — Zussetz.: raubauzeg s. d.
 
bauzen: 1) intr. Verb.: «kalben» — Ga.; 2) trans. Verb.: «übertrumpfen» beim Spiel und in der Rede — du kanns mech b. (Ausdruck beim Kartenspiel, Bastendorf).
 
Bavette ('bAvεt) F.: 1) (auch: e Sabbelduch) «Speiläppchen» des Säuglings; 2) «Brustlatz» an der zeremoniellen Tracht höherer Beamten und der Geistlichen (frz. bavette).
 
Bayar ('bAia:r) M.: 1) «einrädriger Karren mit Latten» — zu frz. bayart, baïart, boyart «civière employée surtout dans les ports de mer» — cf. wall. baiâr «Schlitten, um das Holz von den Bergen herunterzubringen» (Grandgagnage); 2) «feuriges Pferd» (zu afrz. baiart «kastanienbraunes Pferd») cf. Rossbayar — möglicherweise Anspielung auf das Roß Bayard, das Pferd Renauds, eines der vier Haimonskinder; 3) «großer Rechen, Nachharke» (auch: Geier u. Hans genannt, = hd. Gier, Hungerrechen).
 
bayaren (Ton: 1) intr. Verb.: «mit dem Bayar arbeiten», also: 1) «Schubkarren fahren»; 2) «nachharken» (dafür auch: noschären).
 
bazeg (Ammenspr.) Adj.: «schmutzig, unappetitlich» — wat e bazegt Kënni!
 
(bε, be·, oder bεε) Interj.: bes. zum Ausdruck des Ekels (für Schmutz) — im übrigen ähnl. gebr. wie ba (s. d.).
 
(bεε) onomat. Nachahmung der Stimme von Schaf und Ziege — Ammenspr.: e Lämmeli Bä (ein Lamm).
 
Bäämchen, Beemchen M.: 1) «Bäumchen» — übtr.: de B. stoen, drécken, halen (auf dem Kopf stehen) — kleinen Kindern, die versuchen, auf den Beinen zu stehen, ruft die Mutter zu: eleng eleng e Beemi, od. Beemchen — cf. Bam; 2) «Wein-, Rotdrossel, Turdus iliacus».
 
Bäämches N.: «Baumspiel» B. spillen.
 
bäämchesriicht Adv.: «plötzlich und wie gelähmt» — en as b. stoe bliwwen.
 
Bäärbel, Vorn. zu Barbara.
 
Bäärbreg s. Berbuurg.
 
Bäärdref s. Berduerf.
 
Bäärtes, Vorn. zu Hubert, s. Bert.
 
Bäässel, Beessel M.: 1) «Meißel» (dafür: Schloper) — hie wiisst wi de B. am Schuppsak; 2) «eiserner oder hölzerner Keil zum Holzspalten» — du stees do wéi en hölze B.; 3) übtr.: «Zunge» (lok. im Oesling).
 
bäätschen, beetschen 1) intr. Verb.: «schmatzen» beim Essen; 2) trans. Verb.: «auf den Hintern prügeln» — esou beetscht de Mëller (Miller) seng Kanner (spaßhaft, wenn man ein Kind quer über den Schoß legt um es zu prügeln) — e Gesiicht ewéi e gebäätschte(ne) Kanneraasch (rot und aufgedunsen) — Echt.: bäätsch de bise Keepchen (zum Kind, das mit dem Kopf anrannte und darob weint) — du verdéngs gebäätscht ze gin, 't sollt een dech b. (Tadel).
 
Bäbb, Bäb, Beebi Vorn. zu Barbara.
 
Bächelchen F.: «kleiner Bach» — Ammenspr.: eng B. maachen (urinieren) cf. Baach.
 
Bäckecht F.: «ein Backofen voll» — cf. Bakecht.
 
Bäckelchen M.: «kleine Wange» — Bäckelcher wéi Äppelcher (so rund und rot), wéi Kiischten — e kritt scho rout Bäckelcher.
 
Bäcker (lok. Osten und Norden: 'be:ker) M.: «Bäcker» — 't huet ä besser bei de Bäcker (a bei de Metzeler) wéi bei den Dokter (an an d'Aptékt) ze goen — 't as gerode, B. (zu jem., dem ein Werk, ein Unternehmen geglückt ist) — übtr.: Beeker (Echt.) Maikäfer, mit weißlichem Flaum auf dem Rücken.
 
Bäckesch ('bεkəS, lok.: 'be:kəS) F.: «Bäckersfrau» — dafür auch: Bäckeschfra, -madam.

 

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