LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Baustert bis Bäibës (Bd. 1, Sp. 77b bis 79a)
 
Baustert M.: 1) «engbrüstiger Mensch»; 2) «aufgeblasener Mensch»; (häufig als Familienname).
 
Bauwel, Bawel (seltener: Bawoll) F. (M.): 1) «Baumwolle», meist in ungesponnenem Zustand, bisw. auch für den Baumwollstoff (dafür eher: Kotteng); 2) «Watte» — een a B. leën (verhätscheln) — ech hu keng B. an den Oueren (du brauchst mich nicht anzuschreien, ich höre noch gut) — du kriss nach een a B. agewéckelt (zu einem spröden Mädchen, dem kein Liebhaber recht ist; s. auch: baken); 3) bisw. lok.: «Strickgarn» — de B. gët gerappt (Marienfäden fliegen, Berdorf); Ablt.: bawöllen Adj.: «baumwollen» (Wb. 06).
 
Bauz (bA:uts) M.: 1) «Kalb, Kälbin» (meist über ein Jahr alt) — das Dim. Bäiz(el)chen bezeichnet ein kleines Kalb; 2) verallgem.: «Rind, Kuh» — bes. in der Ammenspr. — mat de Bauze fueren, ausfueren (die Kühe auf die Weide führen) — Kälber, Rinder ruft man: komm Bäizchen, Bäizi — Zussetz.: Mubauz M.: «Kuh» (Mu = onomatop. Bez. der Kuh, bes. in der [Bd. 1, S. 78] Ammenspr.) s. d.; 3) übtr.: «Tölpel, Dummkopf» — du (domme) B. — sech de B. stellen (sich töricht, tollpatschig benehmen); 4) e Bäizchen (auch: e Källefchen) «das Erbrochene» — en huet e B. geluegt (= en huet dem Wiirt nogemooss); 5) volkstümliche Angleichung: «Bauch» — cf. auch die Zussetz.: Nakebäizchen M.: «nacktes Kind» (cf. wall. bouzou, bizou «jeune veau» nach Grandgagnage).
 
bauzeg Adj.: «tölpelhaft» bes. in der Rede — Zussetz.: raubauzeg s. d.
 
bauzen: 1) intr. Verb.: «kalben» — Ga.; 2) trans. Verb.: «übertrumpfen» beim Spiel und in der Rede — du kanns mech b. (Ausdruck beim Kartenspiel, Bastendorf).
 
Bavette ('bAvεt) F.: 1) (auch: e Sabbelduch) «Speiläppchen» des Säuglings; 2) «Brustlatz» an der zeremoniellen Tracht höherer Beamten und der Geistlichen (frz. bavette).
 
Bayar ('bAia:r) M.: 1) «einrädriger Karren mit Latten» — zu frz. bayart, baïart, boyart «civière employée surtout dans les ports de mer» — cf. wall. baiâr «Schlitten, um das Holz von den Bergen herunterzubringen» (Grandgagnage); 2) «feuriges Pferd» (zu afrz. baiart «kastanienbraunes Pferd») cf. Rossbayar — möglicherweise Anspielung auf das Roß Bayard, das Pferd Renauds, eines der vier Haimonskinder; 3) «großer Rechen, Nachharke» (auch: Geier u. Hans genannt, = hd. Gier, Hungerrechen).
 
bayaren (Ton: 1) intr. Verb.: «mit dem Bayar arbeiten», also: 1) «Schubkarren fahren»; 2) «nachharken» (dafür auch: noschären).
 
bazeg (Ammenspr.) Adj.: «schmutzig, unappetitlich» — wat e bazegt Kënni!
 
(bε, be·, oder bεε) Interj.: bes. zum Ausdruck des Ekels (für Schmutz) — im übrigen ähnl. gebr. wie ba (s. d.).
 
(bεε) onomat. Nachahmung der Stimme von Schaf und Ziege — Ammenspr.: e Lämmeli Bä (ein Lamm).
 
Bäämchen, Beemchen M.: 1) «Bäumchen» — übtr.: de B. stoen, drécken, halen (auf dem Kopf stehen) — kleinen Kindern, die versuchen, auf den Beinen zu stehen, ruft die Mutter zu: eleng eleng e Beemi, od. Beemchen — cf. Bam; 2) «Wein-, Rotdrossel, Turdus iliacus».
 
Bäämches N.: «Baumspiel» B. spillen.
 
bäämchesriicht Adv.: «plötzlich und wie gelähmt» — en as b. stoe bliwwen.
 
Bäärbel, Vorn. zu Barbara.
 
Bäärbreg s. Berbuurg.
 
Bäärdref s. Berduerf.
 
Bäärtes, Vorn. zu Hubert, s. Bert.
 
Bäässel, Beessel M.: 1) «Meißel» (dafür: Schloper) — hie wiisst wi de B. am Schuppsak; 2) «eiserner oder hölzerner Keil zum Holzspalten» — du stees do wéi en hölze B.; 3) übtr.: «Zunge» (lok. im Oesling).
 
bäätschen, beetschen 1) intr. Verb.: «schmatzen» beim Essen; 2) trans. Verb.: «auf den Hintern prügeln» — esou beetscht de Mëller (Miller) seng Kanner (spaßhaft, wenn man ein Kind quer über den Schoß legt um es zu prügeln) — e Gesiicht ewéi e gebäätschte(ne) Kanneraasch (rot und aufgedunsen) — Echt.: bäätsch de bise Keepchen (zum Kind, das mit dem Kopf anrannte und darob weint) — du verdéngs gebäätscht ze gin, 't sollt een dech b. (Tadel).
 
Bäbb, Bäb, Beebi Vorn. zu Barbara.
 
Bächelchen F.: «kleiner Bach» — Ammenspr.: eng B. maachen (urinieren) cf. Baach.
 
Bäckecht F.: «ein Backofen voll» — cf. Bakecht.
 
Bäckelchen M.: «kleine Wange» — Bäckelcher wéi Äppelcher (so rund und rot), wéi Kiischten — e kritt scho rout Bäckelcher.
 
Bäcker (lok. Osten und Norden: 'be:ker) M.: «Bäcker» — 't huet ä besser bei de Bäcker (a bei de Metzeler) wéi bei den Dokter (an an d'Aptékt) ze goen — 't as gerode, B. (zu jem., dem ein Werk, ein Unternehmen geglückt ist) — übtr.: Beeker (Echt.) Maikäfer, mit weißlichem Flaum auf dem Rücken.
 
Bäckesch ('bεkəS, lok.: 'be:kəS) F.: «Bäckersfrau» — dafür auch: Bäckeschfra, -madam.
 
Bäckesch- bedeut. in Zussetz.: «nach Bäckerart, dem Bäcker gehörig, vom Bäcker stammend», z. B.: -brout (neben seltenerem Bäckerbrout) N.: «Brot wie die Bäcker es backen», im Gegs. zum hausbackenen Brot (Hausmaacher-, Bauerebrout); -dosen ('dozən) F.: «dreizehn Stück», dafür auch: Siercker D.; -gesell M.; -jong M.; -kuelen M. Pl.: «Holzkohlen» (bes. für das Bügeleisen od. die Wärmepfanne).
 
bäi (Koinè bε:i, Stadtlux. bA:i/ba:i — die Präpos. lautet lediglich längs der Ostgrenze bε:i, sonst überall bAi — s. Artikel bei) Adv., meist prädikativ gebraucht: 1) «nahe, dabei» — en as [Bd. 1, S. 79] weder (wéider) b. nach no (nirgends) — 't war kä Mënsch (weder) b. nach no — 't as no b. (kurz vor einem Ereignis) — elo si mer vir b. an hanne widder, dafür in Echt.: hanne widder a vir b. (festgerannt, in verzweifelter Lage); 2) «am Ziel, am Ende, nicht im Hintertreffen» — beim Spiel: bäi sin, kommen (das Resultat der andern erreichen) — in diesem Sinn bisw. auch im Superl.: am bäisten (am nächsten beim Ziel) — Echt.: Mer si mat isem Speck b. (am Ende); 3) adjektivisch: «angelehnt» (von Tür und Fenster) — d'Fënster as b. — maach d'Dir nëmme b.; 4) «hinzu, dazu» (statt: derbäi), häufig in unfesten Verbindungen — en huet nach allerhand b. gelunn (hinzugelogen) — mer hun en Aarbechter b. kritt (hinzugekommen) — en huet sech nach eng Bauplaz b. kaf.
 
bäi- / Bäi- : -behalen trans. Verb.: «beibehalten»; -bës M.: «gemeiner Beifuß, artemisia vulgaris» — Oesl. auch: Päifëls; dafür hat Wb. 06

 

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