LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bänkelchen bis Bedéngter (Bd. 1, Sp. 82b bis 84b)
 
Bänkelchen F.: Dim. zum Vor.: «Holzschemel, Trittschemel, Fußbänkchen».
 
Bänkerëtschen N.: «Studium» (so in dem bekannten Lied von Michel Lentz «D'Vokanz as do»).
 
Bänkerëtschert M.: «Pennäler».
 
Bänkewangert, -wéngert M.: «terrassenförmig angelegter Weinberg». [Bd. 1, S. 83]
 
Bänkkëscht F.: «Kasten unter der Sitzbank» (auch: Siddel).
 
bännen trans. Verb.: 1) «bannen, beschwören» (bes. den Teufel) — cf. Däiwelsbänner; 2) «meistern, bezwingen».
 
bäppen trans. Verb.: «beim Knickerspiel dem Gegner alles abnehmen» (dafür auch: räbbelen).
 
Bärel, Bierel Ortsn.: 1) «Berl» (frz. Berlé), Gem. Winseler, Kanton Wiltz — 92; 2) neben Bärel-/ Biereldéng, Bereldingen, Gem. Walferdingen, Kanton Luxemburg — 399.
 
bären, beeren (lok. Echt.) intr. Verb.: beim Teigbereiten heißt es zuweilen: den Daig beert gout (der Teig verspricht wohl, läßt sich leicht verarbeiten).
 
Bärend: 1) Vorn. zu «Bernhard» (s. d.); 2) spaßhaft für «Brotlaib» (für das gebräuchlichere Ruecht, s. d.) — passéier mer emol de B. (reiche mir das Brot herüber) — d'Kanner säin hannert dem B. (Echt.: die Kinder sind ohne das Wissen der Mutter hinter dem Brot her) — e schneid sech erem e B. (ein übergroßes Stück Brot).
 
Bärendskränkt F.: «Krämpfe bei den Kindern» (auch Wocherner Kränkt nach dem saarländ. Wallfahrtsort Wochern).
 
Bärlefex (lok. Echt.) N.: in spaßigen Drohungen (ähnlich: der Schënneker, s. d.) — de B. soll dech gesinn hun — soss höllt dech der B. (kann wie Deiwel, Schënneker, Doud . . . mit dem ans Hd. anklingenden Artikel der gebraucht werden).
 
Bärrier F. u. M.: s. Barriär.
 
Bäselemäng (Ton: 1 und 4) M.: 1) eigtl. «Handkuß» (= frz. baise la main); 2) «ausgesuchte Höflichkeit»; 3) übtr.: «Schmeichler», wie: Bäselemanes (Echt.).
 
bätschen 1) trans. Verb.: «schlagen» (Ammenspr.) — Echt.: bätsch de bise Keepchen (s. batschen, bäätschen); 2) intr. Verb.: «schmatzen».
 
Bätschert M.: 1) allgem. «Schlag mit der flachen Hand»; 2) fig.: «Schicksalsschlag» — de B. hoan, gréien (Echt.: hart mitgenommen werden (abgetan sein)); 3) «redseliger Mensch» (= Maulert).
 
Bäz, Beez F.: 1) «Beize», scharfe Lauge zur Behandlung von Holz, Leder, Weinfässern; 2) «Wein- oder Essigmarinade» (Kochkunst); 3) bisw. spaßh. «betrunken im Bett liegen» — e läit an der B. (dafür auch am Solper, s. d).
 
bäzen, beezen trans. Verb.: 1) handwerkl.: «beizen, mit Lauge behandeln» — d'Miwwele si schlecht gebääzt, si verléieren hir Faarf; 2) Kochkunst: «marinieren, einsäuern» — d'Mamm huet en Hues gebääzt — Part. Prät, in Echt.: gebäässt neben gebääzt; 3) «bähen, eine Wunde durch Umschläge wärmen» (med.).
 
be- Präf.: 1) entspricht allgem. der mhd., hd. Vorsilbe be- (ahd. bi-) — die urspr. Verwendung als Präp. (mhd. bî, nhd. bei) findet sich im Lx. häufiger als im Hd.: s. banne, baussen usw. — im übrigen cf. Kluge, S. 44, PE. S. 62; 2) lok. Mosel: = ver- (im Schwinden begriffen), hauptsächlich in Verben: sech bedruddelen (die Fassung verlieren, zu Druddel «Verwirrung»), begäessen (vergessen), bekeefen/käfen (verkaufen), belaangeren (sich sehnen), beléieren (verlieren), sech bemengen (viel von sich meinen), benennen (schimpfen), sech berauen (untröstlich sein), besaufen (versaufen), beroden (verraten), sech besinn (sich versehen) (Ra.: besinn as verluer, «ein Fehler aus Versehen bedeutet Verlust»), bespillen (verspielen), bestoppen (verstecken), bezeien (verzeihen), bezapen (verzapfen), bezielen (erzählen, falsch zählen), bezieren (verzehren), bisw. in Verbadj. u. Adj.: bedrësslech (verdrießlich), befräessen (verfressen), beläscht (verlöscht, von stehenden Getränken), seltener in Subst.: Bedierfnes (Verderbnis), Bedroß (Verdruß), Beloscht (Verlust), Bestand (Verstand), Bezier (Verzehr) — Formen mit be- statt ver- sind für «verstehen» und «verkaufen» u. a. belegt in den Dörfern: Nddonven, Wormeldingen, Oberwormeldingen, Ehnen, Stadtbredimus.
 
beaarbechten trans. Verb.: 1) «bearbeiten, sich zu schaffen machen an» — iron.: durchbläuen — ech hun der e beaarbecht no den Nouten; 2) fig.: «einreden auf».
 
beäntweren (bə'εnnfərən, 'bεnnferen, bə'εntfərən) trans. Verb.: «beantworten».
 
bedalen (seltener: bedolen) trans. Verb.: «bezahlen», mit dem Nebenbegriff ungern (aus dem Jenischen).
 
bedanken refl. Verb.: 1) «Dank sagen» — Echt.: dir sidd bedankt (= merci) — vergiess dech nët derfir ze b. bei him; 2) «schroff abweisen» [Bd. 1, S. 84] — ech bedanke mech derfir (cf. auch: abee merci).
 
bedaueren trans. Verb.: «bedauern» — iron.: ech géing dech nawell b., wann ech Zäit hätt — waart, ech kommen dech b. (zu einem Kind, das hinfiel und zu weinen beginnt) cf. hierzu auch: ophiewen — sech b. loossen (wehleidig tun).
 
bedauerlech Adj.: «bedauerlich».
 
Bedaueren, Bedaueres N.: «Bedauern» — mat B. — an dësem Haus fënd een awer och guer kee Bedaueres (diese Form bes. Mosel) — hei as kee Bedaueres, nëmme Schaffes.
 
bedawen (auch: -daen,- dowen Echt.: -dauen) trans. Verb.: 1) allgem.: «aufs Auge drücken» (zu mhd. touben «betören»); 2) bes. Bed.: «bestehlen» (so in Vianden/Engelmann); 3) Hüllwort für: «ein Mädchen od. eine Frau anführen» (cf. in diesem Sinn das Jenische bedoffen, bedoften); ähnliche Verba: bedämpen, -dubberen, -duppen, -dupsen, -duxen, -tëppelen.
 
bedächteg (bisw.: - diechteg) Adj.: «bedächtig».
 
bedämpen trans. Verb.: 1) «beräuchern» — bedämpt Fleesch hält sech am beschten (wenn jem. sich über den Tabakqualm beschwert); 2) «betrügen»; 3) refl. sech b. «sich betrinken».
 
bedeien, -deiden, -deiten intr. Verb.: «bedeuten» — dat huet näischt ze b. (auch: op sech — das ist nicht von Bedeutung) — ärgerlich: wat huet dat dann erëm ze b.? — D'Freien huet näischt ze bedeien, awer d'Kreien (das Werben hat nichts zu bedeuten, aber es kommt darauf an, die Braut heimzuführen).
 
bedeitend (daneb.: bedäitend) Adj.: «bedeutend» (wie hd.) — häufig neg. gebr:. da's nach laang nët b. (sehr mittelmäßig) — wat eng Bedeitend (was eine schäbige Leistung, unzulängliche Antwort, dumme Bemerkung) — du bas b. (du hast gut reden).
 
Bedeitong F.: «Bedeutung».
 
bedälegen, -deelegen trans./refl. Verb.: «beteiligen».
 
Bedéng M.: 1) «Bedingung» — mat deem B., dass (unter der Bedingung, daß); 2) «Umstände» — mat deem B. war ech ugeschmiert (unter solchen Umständen).
 
bedéngen (lok. bedingen, Osten bedéinen) trans. Verb.: 1) «zu Diensten sein, bedienen» — du war ech bedéngt (abgefertigt) — e wäärd e scho b. (iron.: ihm schon richtig aufwarten, heimleuchten) — an deem Geschäft gët een ëmmer gutt bedéngt — deen hat mech emol bedéngt (was bin ich von dem erwischt worden) — e léisst sech b. (Zeichen der Bequemlichheit); 2) unpers., nur neg. gebraucht: «nicht achten auf» — Bsp.: s. bedéngt sub 2.
 
Bedéngong F.: «Bedingung».
 
bedéngt Verbaladj.: 1) «geeignet, tauglich, passend» — hien as nët bedéngt fir déi Plaz — déi Strof war him nëmme bedéngt; 2) nur neg. gebr. (zu bedéngen 2) — de Kanner as näischt b. (die Kinder halten nichts zu Rate) — Engem haselege Mann as keen Iesel b.
 
bedéngterweis Adv.: «bedingungsweise».
 
Bedéngter (lok. Bedéinter)

 

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