LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Béckel bis Begin (Bd. 1, Sp. 95b bis 97a)
 
Béckel I M.: «Spitzhacke, Pike».
 
Béckel II M.: «Spielknöchelchen» (kleiner würfelförmiger Knochen aus den Gelenken der Hintergliedmaßen bes. von Hämmeln und Schweinen) — Béckels, Béckelches spillen; dafür auch die Zussetz.: B.schank, -schänkelchen.
 
Béckel III M.: 1) ursprüngl. «Salzlake, in der das Salzfleisch (oder auch andere zu konservierende Nahrungsmittel: Fische, Gemüse) eine Zeitlang gestanden hat»; 2) «eingesalzene, stark gesalzene Speise»; 3) Wb. 06: «Bückling» — Raa.: dat kann ee jo nët iessen, da's ee B. an elauter (ee [Bd. 1, S. 96] B. an ee Salz) — bisw. auch: ee Béckléng an ee Salz; Zussetz.: Béckelsalz N.: 1) «Salzbrühe»; 2) «stark versalzte Speise» (cf. mnd. pickel) — dazu das Adj.: béckelsälzeg.
 
Beckel ('bεkəl) M.: «Weidenstand» (Wb. 06); meist: Weidebock (Weidenstumpf, an dem alle Äste abgehauen sind).
 
Béckelcher Pl. M.: spaßhaft für «Läuse» (Ammenspr.), eigtl. «Böckchen».
 
béckelen intr. Verb.: 1) zu Béckel II — «in die Luft schnellen und wieder auffangen» (mhd. bickeln «mit Würfeln spielen»); 2) ähnlich wie bockelen (s. d.), zu Bockel — a. trans.: «auf den Rücken werfen»; b. intr.: «purzeln, fallen» (dafür im Jenischen auch beekelen) — Ga.: «unregelmäßige Krümmungen machen».
 
bécken trans. refl. Verb.: 1) «bücken» — ech brauch de Kapp nët virun him ze b. — die Wachtel ruft dem Bauern zu: béck de Réck — Spw.: Vum Bécke viru klenge Leit huet nach keen e kromme Bockel kritt — Echt.: äich kann de Koap an d'Luucht hale, wann heen e muss b.; 2) im bes.: «biegen» (Rebzweige).
 
Bécklek (Béckelek, Béckeléng, Béckelénk, Béckerlénk) M.: 1) eigtl.: «Bückling» — dir wéi e B. (ganz mager); 2) übtr.: «dünner, hagerer Mensch»; 3) landschaftl. Spottname für «Lehrer».
 
béckseg Adj.: «stinkend» (wie ein Bock).
 
bécksen intr. Verb.: «nach dem Bock riechen, schmecken», (auch vom Wildbret, das zu lange gelagert hat) — cf. auch bocksen — Mos.: auffälliger Geschmack beim Wein.
 
Béckser(t) M.: «auffälliger Geruch oder Geschmack» — de Greechen huet e B. (ähnlich: Failzert «fauliger Geschmack», s. d.).
 
Béckweiden F. Pl.: «Weiden zum Anbinden der Büglinge» (cf. Begelek, Bigelek, bécken sub 2).
 
Bedeau M.: 1) † «Pedell, Schulpförtner»; 2) «Kirchenschweizer».
 
Beddeler ('bədələr, 'bεdələr) = Beidler (s. d.).
 
Bëddelschnedder M.: «Libelle» (lok. — z. B. in Walferdingen belegt) — s. Schneider und Beidelschneider.
 
Beeb, Beebchen häufige Var. zu Barbara (s. d.) — Ra.: D'B. an de Jeep, an zwéi raschteger Kreep (von einem liederlichen Ehepaar).
 
Beel, lok. Bäl F. (M.): «Bremse» (Insekt — Familie der tabanidae); déck Päärds B. «Regenbremse, haematopoda pluvialis» — schiel B. «Goldaugenbremse, chrysops caecutiens»; (dafür lok. auch: Baier M., Bäer M., Bärlek M. — bisw. gebr. für Hummel — s. Bommel); Ra.: E Faass (Sieschter) Beelen as méi wäärt ewéi e Sak Huewer (Spruch der Fuhrleute); im ON. Beelenhaff, Hof bei Junglinster; folkl.: Bälen Pl. M.: «Junggesellen» (als Borscht, F.), in Kopstal belegt (s. Gredt, Sagenschatz, 1912).
 
Bees, lok. Bäs (so auch bei Ga.) F.: «Kuß» (frz. volkstüml. baise) — vun enger B., mäi Schaz, bleift keng blo Plaz (einen Kuß in Ehren kann niemand verwehren) — eng B. ouni Baart, eng Rous ouni Blat.
 
Beeschbech (lok. Biesch-, Bäesch-, Bääsch-) ON «Berschbach», Gem. u. Kanton Mersch — 314.
 
Beesslek, lok. Bäässlek, bisw. Béisslek ON «Oberbesslingen, frz. Haut-Bellain, lat. Belsonacum», (Niederbesslingen heißt Kiirchen, lok. Kirchen) — Gem. Ulflingen, Kant. Clerf - 2 (u. 3).
 
beet, lok. bät (be·t, bε·t, be,t/bε,t) Adj.: 1) «übermüde, erschöpft» — den Uos (wO:s) as bät (Weiswampach: der Ochse kann nicht mehr ziehen); 2) übtr.: «verspielt» (beim Zwick-Kartenspiel: wer keinen Stich bekommen hat, ist beet — der vorhandene Einsatz muß von ihm doppelt eingesetzt werden).
 
Beet F.: zum vor. sub 2, «Strafeinsatz des Verlierers beim Zwick» (Kartenspiel).
 
Beeten ('be:-/'bε:- bisw.: 'bei-) ON «Bettenhofen, frz. Battincourt» lx. Dorf der belg. Provinz Lux. — B 65.
 
beewels, lok. bäwels, béiwels adv. Wendung in der Ra.: ech sin dir näischt b. «du hast mir nicht zu befehlen»; cf. wiwwels.
 
Befërt, Befort, Befor ('be:-) ON «Befort, frz. Beaufort» — Gem. Befort, Kanton Echternach — 191.
 
Bëffchen (Bëffi), Bäffchen, Biffchen (lok. phV. im Kant. Capellen: 'bəvei) M.: «Wandschrank» — auf dem Lande, zur Taksäit, über der durch die Tak (s. d.) bewirkten Mauernische mehrfach geteilter Takeschaf; urspr. bezeichnet B. (= frz. buffet) nur den mittleren Teil, der mit einer waagerecht fallenden Klappe verschlossen wurde und in seinem Innern den sog. «scharfen Käse» während der Gärungsperiode, den zum Ansetzen des Brotteigs dienenden Sauerteig (Däässem), auch wohl den gekochten Landkäse (gekachte Kéis, Kachkéis) bewahrte [Bd. 1, S. 97] (Hess Vk. S. 47) — heute meist für einen Speisezimmerschrank im Gegs. zum Kicheschaf — Ra.: eran an de B.! (beim Einziehen der Spieleinsätze).
 
Beffchen ('bεfçən) M.: «Predigerkragen» (cf. Beffchen — Kluge).
 
beforsch, befuersch Adv. «mit Gewalt, durchaus» (frz. par force, das übrigens auch lx. gebr. wird) — e wollt b. alles wëssen.
 
Bëft F.: «Anstrengung» — op déi B. hin.
 
Begeischen (-sç-) F.: «Heerschnepfe, gallinago caelestis» (frz. bécassine).
 
Begelek, Bigelek M.: «Bügling» (umgebogene Rebe — so in Grevenmacher, sonst meist Billek).
 
beggelen, beggen, biggen, (lok. bisw. bäächen, baggen — so in Echt.) trans. Verb.: «kastrieren» (Haustiere) — e kuckt dran, e geet do wéi gebeggent (niedergeschlagen).
 
beggelen trans. Verb.: «das Geld abnehmen beim Kartenspiel» (cf. auch beidelen, zu dem es lautlich, in Velarisierungsgebieten, stimmen könnte).
 
Beggen F.: «verschnittenes Mutterschwein» (cf. mnd. begine).
 
Beggen ON «Beggen» Gem. Luxemburg — 401; d'Wiichtelcher vu B. (auch spaßhaft für die Einwohner von B. in Anlehnung an eine Sage).
 
Begin (Ton: 2) F.: «polnische Taube, Türkentaube» (cf. wall. béguène «Baumpieper»).

 

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