LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bettfouss bis Bibbissen (Bd. 1, Sp. 105a bis 106a)
 
-fouss M.: «Bettfüßchen, Clinopodium vulgare» (bot.); -geschir N.: «Bettzeug» (Echt.); -gezei N.: «Bettzeug» (im Osten, um Echt.: -zäig); -kapp M.: «Kopfseite des Bettes» (Ggs.: Bettfouss); -pan F.: 1) «Kupferpfanne mit Verschluß u. langer Handhabe, mit heißen Kohlen» (das Bett wird gewärmt durch Hin- u. Herfahren über die Leintücher); 2) «Flachgefäß für Kranke, die nicht aufstehen können»; -pissen N.: «das Bettnässen» — Volksmedizin: d'Bettpissen (oder Bauchen) vergeet, wann een eng gebrode Maus ësst, et soll och schon dénge, wann eng gebrode Maus ënnert d'Bett gesat gët; -pisser(t) M. u. -pissesch Fr.: «Bettnässer(in)» — wien den Numm B. huet, dee behält en; -schéier F.: «Bettschere» (Art Holzrampe, damit die Kinder nicht aus dem Bett fallen); -schësser M.: «jem. der seinen Stuhl ins Beet entleert», dann übtr. verächtlich: «Schwächling» (bes. von Kindern) — blatzeg ewéi e B. (blaß) — drakucke wéi e B.; -säächer(t), -ee- M. u. -esch F.: = -pisser, — sech schummen ewéi e B.; -säächesch(blumm) F.: «Hundslattich, Löwenzahn, taraxacum» (cf. frz. pissenlit), auch: Beiestack, Ketteblumm; -säächeschzalot F. heißt in Echt.: Aierpläisch; -sprät F.: «über das Bett gebreitete (meist gehäkelte) Paradedecke»; -stat F.: «Bettstätte»; -stoll F.: «Bettstollen»; -stol, -stuel M.: «das (eiserne) Bettgestell, die Bettpfosten» — wann ech d'Box nëmmen un de B. hänken, da kréie mer eppes Jongs (bei reichem Kindersegen); -stréi N.: 1) «Bettstroh»; 2) «Labkraut, galum» (bot.) (so Wb. 06); 3) «Dosten, Origanum vulg.» (bot.) — dafür häufiger: Léiffrabettstréi, weil zu Mariä Himmelfahrt (s. Léiffrawëschdag) in den Krautbüschel gebunden; -zich F.: «Bettzieche, Überzug des Pfühls» (s. Plaumebett) — en huet eng B. voll am Leif (hat zu viel getrunken), die Ra. erinnert an den Brauch, beim Umziehen das Hausgerät in der B. zu transportieren.
 
bettcheskrank Adj.: in der Ra.: bettcheskrank a schosselsgesond (bettlägerig, faul — aber von gesundem Appetit), ähnlich; stéilcheskrank a leefelsgesond (Echt)., neben: d'Faulgiicht an d'Friesseféiwer hun.
 
Betteldoheem, Bettleheem: spaßhaft für «Bethlehem» — in der Ammenspr.: «Schlafkammer» — lo geet en no B. —auch: (Kleng)betten.
 
Bëttel ON «Bettel» — Gem. Fouhren, Kant. Vianden — 132.
 
Betten ON.: 1) Betten un der Mess «Bettingen an der Meß» — Gemeinde Dippach, Kant. Capellen — 464; 2) für Klengbetten «Kleinbettingen» s. d.
 
Bettenuewen, neben: Béiten, Beetem ON. «Bettenhofen» frz. Battincourt, Dorf in belg. Lux. — B 65.
 
Betterav F.: «rote Rübe» (frz. betterave).
 
Bettschden ('bεtSdən) ON. «Bettsdorf», frz. Boulange — Dorf in Lothringen.
 
Betzel F.: «Betschwester» (hat gegenüber der Quisel noch die Nebentugend der Ohrenbläserei u. die Sorge um das Seelenheil der andern).
 
bëtzen, bätzen trans. Verb: 1) «beim Kartoffel-, Gemüse-, Obstschälen die Augen, schlechten Stellen ausheben» — übtr.: ech b. der d'Aen nach aus (steche dir die Augen noch aus); 2) «beim Essen Reste lassen» — cf. Batz.
 
Beurré ('bə:re·) M.: «Butterbirnbaum, Pirus sativa» (frz. poirier beurré), daf. auch: Schmalz-, Schmantbir(ebam).
 
Bévue (wie frz. be'vy·) F.: «Versehen, Mißgriff» — et sin em e puer elle Bevuë passéiert.
 
Beyeren ON.: 1) «Beyren» Dorf der Gem. Flaxweiler, Kant. Grevenmacher — 451; auch Schënnerbeyeren genannt — Ra.: déi Beyerener Schënner, déi [Bd. 1, S. 106] Gouschténger (Faass)bënner oder: Houferthënner; 2) «Bûre» Dorf in Lothringen, auch: Blobeyeren.
 
Bi ba bitz Interj. (auch als N. gebr.): Knabenspiel — Die Knaben sitzen im Kreise auf der Erde, meist auf glattem Sand- oder Lehmboden, und versuchen ein Taschenmesser auf mannigfache Art und Weise so zu werfen, daß es mit der Spitze im Boden stecken bleibt, und zwar so, daß das Heftende mindestens zwei Finger breit über der Erdoberfläche ragt; jede der phantasievollen Wurfarten wird dreimal versucht, beim ersten Wurf wird «bi», beim zweiten «ba», beim dritten «bitz» gerufen; derjenige, dessen Messer nicht oder nicht regelrecht im Boden stecken bleibt, gibt es dem nächsten Spieler weiter; so geht es reihum. Der Sieger kann einen Holzspan von etwa 5 cm in die Erde einhauen, den der Verlierer mit dem Munde herausziehen muß (Syn.: Messerkrich).
 
Bibbedeck, neben Biddebeck M.: «Möwchen, Kraustaube» (frz. petit bec).
 
bibbels, neben lok. bebels praedikat. Adj.: «ungeduldig, zappelig» in den Raa.: 't as fir b. ze gin (um aus der Haut zu fahren) — maach mech nët b.
 
Bibbi I M.: Ammenspr., Dim. zu Bobbo (s. d.): «kleine Wunde».
 
Bibbi II M.: «Herr des Ganzen» — deen hei as de B. — wann de B. nët wär!
 
Bibbissen F. Pl:. «Flöhe, Läuse», bisw. «Juckreiz» — dafür in der Kinderspr.:

 

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