LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bévue bis Bick (Bd. 1, Sp. 105b bis 107a)
 
Bévue (wie frz. be'vy·) F.: «Versehen, Mißgriff» — et sin em e puer elle Bevuë passéiert.
 
Beyeren ON.: 1) «Beyren» Dorf der Gem. Flaxweiler, Kant. Grevenmacher — 451; auch Schënnerbeyeren genannt — Ra.: déi Beyerener Schënner, déi [Bd. 1, S. 106] Gouschténger (Faass)bënner oder: Houferthënner; 2) «Bûre» Dorf in Lothringen, auch: Blobeyeren.
 
Bi ba bitz Interj. (auch als N. gebr.): Knabenspiel — Die Knaben sitzen im Kreise auf der Erde, meist auf glattem Sand- oder Lehmboden, und versuchen ein Taschenmesser auf mannigfache Art und Weise so zu werfen, daß es mit der Spitze im Boden stecken bleibt, und zwar so, daß das Heftende mindestens zwei Finger breit über der Erdoberfläche ragt; jede der phantasievollen Wurfarten wird dreimal versucht, beim ersten Wurf wird «bi», beim zweiten «ba», beim dritten «bitz» gerufen; derjenige, dessen Messer nicht oder nicht regelrecht im Boden stecken bleibt, gibt es dem nächsten Spieler weiter; so geht es reihum. Der Sieger kann einen Holzspan von etwa 5 cm in die Erde einhauen, den der Verlierer mit dem Munde herausziehen muß (Syn.: Messerkrich).
 
Bibbedeck, neben Biddebeck M.: «Möwchen, Kraustaube» (frz. petit bec).
 
bibbels, neben lok. bebels praedikat. Adj.: «ungeduldig, zappelig» in den Raa.: 't as fir b. ze gin (um aus der Haut zu fahren) — maach mech nët b.
 
Bibbi I M.: Ammenspr., Dim. zu Bobbo (s. d.): «kleine Wunde».
 
Bibbi II M.: «Herr des Ganzen» — deen hei as de B. — wann de B. nët wär!
 
Bibbissen F. Pl:. «Flöhe, Läuse», bisw. «Juckreiz» — dafür in der Kinderspr.: Bibbischer (-sç-), Wiwwis-, Wiwwescher (spor.).
 
Bibel, neben Biw(w)el F.: 1) «Bibel, hl. Schrift» — en huet all Helleg aus der B. ugeruff (auch: aus der Latenei, Litanei); 2) «Bibelunterricht» — mer gin an d'B. — mer hun haut B. (Pennälerspr.); 3) «die aufgegebene Bibellektion» — weess de déng B. schon? — ech hun nach méng B. ze léieren.
 
Bibele-, Biw(w)elekriwweler M.: «Bibelgrübler, spintisierender Theologe» (bes. in Echt.) — auch: Religiounskriwweler (s. d.).
 
Bibelot M.: «Kram, Sammelsurium» (cf. frz. bibelot) — huel et mam ganze B. — bisw. dafür auch spaßhaft: de ganze Biwwelamoud (s. d.).
 
Biberon (Ton: 1) M.: 1) «Schnuller, Milchflasche für Kleinkind»; 2) übtr.: «trügerische Beruhigung» — engem e B. gin.
 
Bibi (Pl. Bibien, Bibercher) N. (M.): Ammenspr.: «Huhn» — die Hühner werden gerufen: komm Bibi!, oder einfach: Bibi, Bibi, Bibi .. . .
 
Bibliothéik F.: 1) «Bibliothek»; 2) bisw.: «Weingestell».
 
Bich, Bouch (bux, im Osten: beiç, Norden: bouç) F.: «gemeine Buche, Fagus», bisw. dafür auch: Bichebam — glat ewéi eng B.
 
Bich M.: «Batzen, Geld» — en huet B. (er hat viel Geld); ebenso im Jenischen.
 
Bichelchen N.: «Büchlein», bes. Bed.: 1) «Notizbuch» — op d'B. kafen (auf Kredit kaufen, in den Lebensmittelgeschäften, wo die Rechnung am Monatsbeginn beglichen wird); 2) Pennälerspr.: für das häufigere Datzebichelchen «Notizbuch des Dozenten, in welches die Nummern der Schüler eingetragen werden». — auch Calepin (s. d.).
 
Bichelchen M.: «Bug» bei Schlachttieren — en huet e puer Hänn wéi Bichelcher — große, schwere Hände heißen: Kallefs-, Hämmelsbichelcher (neben: Patten, Pratzen, Bratzen, Patzen, Klätschen).
 
bichen (phV. wie Bich F.) Adj.: «buchen» (aus Buchenholz, zur Buche gehörig).
 
Bichen- (zum Ausfall des auslaut. -n s. Fußnote S. 5): -dänn F.: «Weißtanne, Abies alba od. pectinata» (auch: Edel- od. Sëlwerdänn); -holz N.: «Buchenholz» — besonders gut zum Heizen, daher die Ra.: et as een Holz siche gaangen, besser wéi Bichenholz, an en as nach nët erëm; -rondiën M. Pl.: «Buchenknüppelholz»; -staang F.: «junge Buche».
 
Bicher-: -buttek M.: «Buchhandlung» — bisw. iron. für Unordnung auf Schreibtischen; -däitsch N. «Schrift-, Hochsprache»; -geck M.: «Büchernarr»; -kriips M.: «Bücherskorpion, chelifer cancroides»; -krom M.: «antiquarische, ungeordnete, wertlose . . . Bücher»; -laus F.: «Staublaus, tractus pulsatorius»; -maart M.: «Büchermarkt» (Pennälerspr.) — findet am Beginn des Schuljahres im Hofe des Athenäums in Luxemburg statt, die gebrauchten Bücher des vergangenen Schuljahres werden von den älteren Schülern selbst an die jüngeren Semester verkauft; -schaf M.: «Bücherschrank»; -wuurm (-wurem) M.: 1) «Bücherwurm» (s. -kriips) oft auch einfach: de Wuurm as an de Bicher; 2) übtr.: «Gelehrter, der viel studiert».
 
Bicheriech ON.: Dorfteil in Boxhorn (s. Boxer), früher berüchtigt: et as een ewéi vum B. [Bd. 1, S. 107]
 
Bick I. M. s. Bitt.

 

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