LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bibbedeck bis bicken (Bd. 1, Sp. 106a bis 107a)
 
Bibbedeck, neben Biddebeck M.: «Möwchen, Kraustaube» (frz. petit bec).
 
bibbels, neben lok. bebels praedikat. Adj.: «ungeduldig, zappelig» in den Raa.: 't as fir b. ze gin (um aus der Haut zu fahren) — maach mech nët b.
 
Bibbi I M.: Ammenspr., Dim. zu Bobbo (s. d.): «kleine Wunde».
 
Bibbi II M.: «Herr des Ganzen» — deen hei as de B. — wann de B. nët wär!
 
Bibbissen F. Pl:. «Flöhe, Läuse», bisw. «Juckreiz» — dafür in der Kinderspr.: Bibbischer (-sç-), Wiwwis-, Wiwwescher (spor.).
 
Bibel, neben Biw(w)el F.: 1) «Bibel, hl. Schrift» — en huet all Helleg aus der B. ugeruff (auch: aus der Latenei, Litanei); 2) «Bibelunterricht» — mer gin an d'B. — mer hun haut B. (Pennälerspr.); 3) «die aufgegebene Bibellektion» — weess de déng B. schon? — ech hun nach méng B. ze léieren.
 
Bibele-, Biw(w)elekriwweler M.: «Bibelgrübler, spintisierender Theologe» (bes. in Echt.) — auch: Religiounskriwweler (s. d.).
 
Bibelot M.: «Kram, Sammelsurium» (cf. frz. bibelot) — huel et mam ganze B. — bisw. dafür auch spaßhaft: de ganze Biwwelamoud (s. d.).
 
Biberon (Ton: 1) M.: 1) «Schnuller, Milchflasche für Kleinkind»; 2) übtr.: «trügerische Beruhigung» — engem e B. gin.
 
Bibi (Pl. Bibien, Bibercher) N. (M.): Ammenspr.: «Huhn» — die Hühner werden gerufen: komm Bibi!, oder einfach: Bibi, Bibi, Bibi .. . .
 
Bibliothéik F.: 1) «Bibliothek»; 2) bisw.: «Weingestell».
 
Bich, Bouch (bux, im Osten: beiç, Norden: bouç) F.: «gemeine Buche, Fagus», bisw. dafür auch: Bichebam — glat ewéi eng B.
 
Bich M.: «Batzen, Geld» — en huet B. (er hat viel Geld); ebenso im Jenischen.
 
Bichelchen N.: «Büchlein», bes. Bed.: 1) «Notizbuch» — op d'B. kafen (auf Kredit kaufen, in den Lebensmittelgeschäften, wo die Rechnung am Monatsbeginn beglichen wird); 2) Pennälerspr.: für das häufigere Datzebichelchen «Notizbuch des Dozenten, in welches die Nummern der Schüler eingetragen werden». — auch Calepin (s. d.).
 
Bichelchen M.: «Bug» bei Schlachttieren — en huet e puer Hänn wéi Bichelcher — große, schwere Hände heißen: Kallefs-, Hämmelsbichelcher (neben: Patten, Pratzen, Bratzen, Patzen, Klätschen).
 
bichen (phV. wie Bich F.) Adj.: «buchen» (aus Buchenholz, zur Buche gehörig).
 
Bichen- (zum Ausfall des auslaut. -n s. Fußnote S. 5): -dänn F.: «Weißtanne, Abies alba od. pectinata» (auch: Edel- od. Sëlwerdänn); -holz N.: «Buchenholz» — besonders gut zum Heizen, daher die Ra.: et as een Holz siche gaangen, besser wéi Bichenholz, an en as nach nët erëm; -rondiën M. Pl.: «Buchenknüppelholz»; -staang F.: «junge Buche».
 
Bicher-: -buttek M.: «Buchhandlung» — bisw. iron. für Unordnung auf Schreibtischen; -däitsch N. «Schrift-, Hochsprache»; -geck M.: «Büchernarr»; -kriips M.: «Bücherskorpion, chelifer cancroides»; -krom M.: «antiquarische, ungeordnete, wertlose . . . Bücher»; -laus F.: «Staublaus, tractus pulsatorius»; -maart M.: «Büchermarkt» (Pennälerspr.) — findet am Beginn des Schuljahres im Hofe des Athenäums in Luxemburg statt, die gebrauchten Bücher des vergangenen Schuljahres werden von den älteren Schülern selbst an die jüngeren Semester verkauft; -schaf M.: «Bücherschrank»; -wuurm (-wurem) M.: 1) «Bücherwurm» (s. -kriips) oft auch einfach: de Wuurm as an de Bicher; 2) übtr.: «Gelehrter, der viel studiert».
 
Bicheriech ON.: Dorfteil in Boxhorn (s. Boxer), früher berüchtigt: et as een ewéi vum B. [Bd. 1, S. 107]
 
Bick I. M. s. Bitt.
 
Bick II M.: «Essen» — ech hu fir de B. gesuergt (cf. Baff).
 
bicken I intr. Verb.: «essen» (cf. frz. Argot: becqueter, becquetance).
 
bicken II (neben biken, bäken, beeken) trans. Verb.: «stechen» (Ammenspr.) — spaßhafte Drohung an die Kinder: lo gës de gebickt (indem man mit dem Zeigefinger das Messer nachahmt). — s. bäken.

 

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