LWB Luxemburger Wörterbuch
 
bicken bis Biekerech (Bd. 1, Sp. 107a bis 108a)
 
bicken I intr. Verb.: «essen» (cf. frz. Argot: becqueter, becquetance).
 
bicken II (neben biken, bäken, beeken) trans. Verb.: «stechen» (Ammenspr.) — spaßhafte Drohung an die Kinder: lo gës de gebickt (indem man mit dem Zeigefinger das Messer nachahmt). — s. bäken.
 
Bicki N.: «Zicklein» (frz. biquet).
 
Biddebeck = Bibbedeck (s. d.).
 
Bidden (selten Bitt) F.: 1) «Bütte, Bottich» (auch der Inhalt davon) — nach Ga.: «Eimer» (im Gefängnis — Gaunerspr.) — ënner d'B. dun (den Kesselhaken küssen lassen, frz. faire baiser la crémaillière) — d'Bidde virun d'Dir kréien (den Zwangsversteigerungsbeamten vors Haus bekommen — der Ausrufer bei Versteigerungen stand erhöht auf einem umgekippten Bottich) — an d'B. stiechen (baden — oft als Drohung an die Kinder) — an d'B. klammen (den Predigtstuhl besteigen) — vun der B. erof (vom Predigtstuhl); Zussetz.: Bad- (Bued-), Bauch-, Ënner-, Fouss-, Stuurz-, Wäschbidden (s. d.); 2) übtr.: Scherzwort für die Ortschaft Fels (s. Fiels) — an der B. (= an der Fiels). — Dim. zu Bidden: Biitchen, neben seltenerem Bittchen (Pl. Bidder-, Biter-, Bittercher).
 
Bidde- : -bock M.: 1) «Dreifuß», worauf die Bidden beim Bauchen gestellt wird; 2) «Mannweib» (in dieser Bed. auch: Biggebock — zu beggelen s. d.); -fudder N.: «zerschnittenes, eingeweichtes Viehfutter» (s. Schlupp); -gesell M.: «Büttgesell» (Papierindustrie — Ga.); -pang M.: «armseliger, kleiner Mensch» (Du.); -säächer (-ee-) M.: 1) verächtl. für «Wollfärber»; 2) übtr.: «Einwohner von Fels» (wo Urin in Bottichen gesammelt wurde, welche Flüssigkeit in der Handschuhfabrikation gebraucht wurde) — déi Fielser B.; 3) «schwächlicher Wicht» (ähnl. Bettsäächer); -stopp M.: «Person von kleiner, gedrungener Statur».
 
bidden (lok. 'beidən, 'bigdən), Part. pr. gebueden (phV.: -bwAdən, -bO:dən) trans. Verb.: 1) «bieten» — Froen a (ge)bidde mécht de Maart — ech loosse mer dat nët b. — en huet näischt ze b.; 2) «überbieten» — am Lafe konnt kee se b. (lux. amerik.); 3) «vorladen, einladen» — mir si gebueden (zum Gemeinderat, zur Gerichtssitzung).
 
biddeswëllen (bittswëllen) Interj.: «um Gotteswillen» (beschwörend, beschwichtigend) — em b. — em Gott(e)sbiddeswëllen, Himmels-, Gotteshimmelsbiddeswëllen.
 
Biddesch(t), Bidscht, Bigdescht, Bikscht ON. «Büderscheid» — Gem. Gœsdorf, Kant. Wiltz — 96.
 
Biddi M.: 1) «leichtes Reit- u. Kutschenpferd»; 2) pejor.: «Klepper, schlechtes Pferd» — so bei Ga. und in der Ra.: en ale B. (bisw. auch auf Menschen, Arbeiter bezogen); 3) «Nummer eins» a) bei der Milizziehung zum lux. Kontingent, bis 1881 (wer den Biddi zog, hatte sich drugezunn und wurde eingezogen); b) beim Würfelspiel (s. Piitsch); 4) † «Hazardspiel mit Würfeln» Ga. (auch: Anker, s. d.); 5) «kleine Waschwanne, Waschbecken» (frz. bidet).
 
Biddong (auch: 'bidõ:) M.: 1) «Blech-, Feldflasche» (frz. bidon); 2) «Feldkessel» (Ga.).
 
Bidjhura M.: «Steckkissen» (Wb. 06).
 
Bieben, neben Béiben ON. «Bebingen, frz. Bébange», Dorf in belg. Lux. — B 58.
 
Biebereg ON. «Bettborn» — Gem. Bettborn, Kant. Redingen — 213.
 
Biedeg, Biedemeg ON. «Bœdingen, frz. Bodange» — Dorf in belg. Lux. — B. 3.
 
Biedel M.: «Kleinigkeit, Lumpenzeug, -volk» — ee B. mam aner (alles zusammen) — bei den Fahrenden: «Ladung des Wagens».
 
Biedel-: -bréif M.: «Bettelbrief» (laut Wb. 06 — dafür lieber: Hääschebréif); -leit M. Pl.: «Bettelleute» — déi Greiweldénger B.; -mann M.: «Bettler» (s. Hääschemann); -pak M.: «Bettelpack» (s. Hääschepak); -sak M.: «Bettelsack» (s. Hääschesak); -staf M.: «Bettelstab» — bisw.: hie bréngt mech un de Biedelstaf (dafür lieber: un, op den Hääschesak); -vollek N.: «Bettelvolk».
 
biedelen (lok. 'be:dələn) intr. Verb.: «betteln, inständig bitten» — ('t as) besser b. ewéi stielen.
 
Biedeler M.: «Bettler».
 
Biedelei F.: «Bettlerei» (nach Wb. 06 — dafür lieber: Gehääschs).
 
Biedelesch F.: «Bettlerin» (nach Wb. 06 — dafür lieber: Hääschefra); bisw. übtr.: «kleines Schmeichelkätzchen».
 
biedenen, bedemen trans. Verb.: 1) «einen Fußboden legen» — d'Zëmmer as frësch gebiedemt gin; 2) «tief pflügen, graben, hacken».
 
biedemen intr. Verb.: «beben» (lok.) auch: biddemen (mhd. bidemen). [Bd. 1, S. 108]
 
bieden, beden Verb.: 1) trans.: «bitten» — dir sid gebieden (ihr seid gebeten) — ech bieden Iech (bitte sehr, frz. je vous en prie); 2) intr.: «beten» — ech hu gebiet (ich habe gebetet) — wat hie biet, as gelunn (ausgemachter Lügner) — et hat eng (gutt) Nonn fir dech gebiet (du hattest Glück), auch: en Engel.
 
biedereg Adj.: «betbrudermäßig» — en huet keng b. Naupen (keine Neigung zu Frömmelei).
 
Biekerech (phV. 'be:-, 'bε:-, seltener 'bei-) ON. «Beckerich» — Gem. Beckerich, Kant. Redingen — 299.

 

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