LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Biedeg, Biedemeg bis Bierendanz (Bd. 1, Sp. 107b bis 108b)
 
Biedeg, Biedemeg ON. «Bœdingen, frz. Bodange» — Dorf in belg. Lux. — B. 3.
 
Biedel M.: «Kleinigkeit, Lumpenzeug, -volk» — ee B. mam aner (alles zusammen) — bei den Fahrenden: «Ladung des Wagens».
 
Biedel-: -bréif M.: «Bettelbrief» (laut Wb. 06 — dafür lieber: Hääschebréif); -leit M. Pl.: «Bettelleute» — déi Greiweldénger B.; -mann M.: «Bettler» (s. Hääschemann); -pak M.: «Bettelpack» (s. Hääschepak); -sak M.: «Bettelsack» (s. Hääschesak); -staf M.: «Bettelstab» — bisw.: hie bréngt mech un de Biedelstaf (dafür lieber: un, op den Hääschesak); -vollek N.: «Bettelvolk».
 
biedelen (lok. 'be:dələn) intr. Verb.: «betteln, inständig bitten» — ('t as) besser b. ewéi stielen.
 
Biedeler M.: «Bettler».
 
Biedelei F.: «Bettlerei» (nach Wb. 06 — dafür lieber: Gehääschs).
 
Biedelesch F.: «Bettlerin» (nach Wb. 06 — dafür lieber: Hääschefra); bisw. übtr.: «kleines Schmeichelkätzchen».
 
biedenen, bedemen trans. Verb.: 1) «einen Fußboden legen» — d'Zëmmer as frësch gebiedemt gin; 2) «tief pflügen, graben, hacken».
 
biedemen intr. Verb.: «beben» (lok.) auch: biddemen (mhd. bidemen). [Bd. 1, S. 108]
 
bieden, beden Verb.: 1) trans.: «bitten» — dir sid gebieden (ihr seid gebeten) — ech bieden Iech (bitte sehr, frz. je vous en prie); 2) intr.: «beten» — ech hu gebiet (ich habe gebetet) — wat hie biet, as gelunn (ausgemachter Lügner) — et hat eng (gutt) Nonn fir dech gebiet (du hattest Glück), auch: en Engel.
 
biedereg Adj.: «betbrudermäßig» — en huet keng b. Naupen (keine Neigung zu Frömmelei).
 
Biekerech (phV. 'be:-, 'bε:-, seltener 'bei-) ON. «Beckerich» — Gem. Beckerich, Kant. Redingen — 299.
 
Bieles (phV. lokal 'be:-) ON. «Beles», frz. «Belvaux» — Gem. Sassenheim (Sanem), Kant. Esch — 481 (cf. Bäler).
 
Bienzel, Bënzel, Bonzel M.: «Korb aus Schale od. Holzstreifen, halbkugelförmig mit einem Henkel im Halbkreis darüber».
 
Bier bi:ər (phV. be:ər, Norden bjε·r) N. (bisw. M.): «Beere» im bes. für «Erdbeere» — häufig als Kollektivum gebr.; die einzelne Beere heißt: e Kär B.
 
Bier-/lächer N. Pl.: déi Böschrieder (Buschrodter) B. (s. -tuten); -säälchen (-seelchen) bes. im Pl. gebr.: Biersälercher N.: «Erdbeerranke» — s. auch Birefank; -villchen M.: «Waldlaubsänger, grüner Laubvogel, gelbbrüstiger Sänger, Phyloscopus sibilator» — auch: Bliedervillchen, Siipchen; -tuten F. Pl. in der Ra.: déi Rammeldanger B. (die Rammeldinger Beerensammler, eigtl. Beerensteiße - s. Tut). cf. auch: -lächer.
 
Bier M. (phV. wie das N.): 1) «Bär» — ech schwäässen ewéi e B. — dee gesäit kee klenge B. (er übertreibt im Planen und im Reden) — Wb. 06: en huet mer e B. opgehaang (einen Bären aufbinden); 2) «Dampfsignal in den Fabriken»; 3) verächtl. für «Italiener» (Süden); Bierwuurzel F.: «haarblättrige Bärwurzel, Meum».
 
Bier (biər) F.: «Tragbahre» bisw. für «Schubkarren» (in dieser Bed. dafür: Schub-, Stoussbier — auch: Stousskar, Bayar s. d.).
 
Bier (bi:ər) F.: Ga. «Trichter-, Rumpfbäume» (Schreinerei).
 
Bierbel (Stadtlux.) Vorn. zu Barbara (s. d.).
 
Bierchem ON. «Berchem» — Gem. Rœser, Kant. Esch — 496.
 
Bierchen N.: Dim. zu Bier N.: «Beere», häufig in Zussetz.: z. B. Mille-, Schnéibiercher (s. d.) usw.
 
bierden (lok. Hauptst. Arlon) = abäärden s. d.
 
Bierden ON. «Bürden» — Gem. Erpeldingen, Kant. Diekirch — 168; Bierdener Hals (Sauerschleife bei B.).
 
Bierécht F.: «Tragbahre voll» (zu Bier F.).
 
Bierel, Bärel (Norden: 'bjεrəl) M. (F.): «große Kuerbel aus Stroh oder Weiden, Mulde» (Oesl.).
 
Bieren-/ (zum Ausfall des -n, s. Fußnote S. 5) -danz M.: «schwerfälliger Tanz» (wobei mit dem Fuß aufgestampft wird);

 

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