LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Biergeschkräiz bis Biirdelou (Bd. 1, Sp. 109a bis 110a)
 
-kräiz N.: «Freiheitskreuz»; -kascht M.: «gute, bürgerliche Kost, ohne Verfeinerung» — cf. Bauerekascht; -leit M. Pl. «Bürgersleute» (auch: Biergesch s. o.); -sonndeg M.: «Sonntag der Schobermesse» (cf. Bierger-dag).
 
Biermeréng(en) ON. «Bürmeringen» — Gem. Bürmeringen, Kant. Remich — 544; wegen ihrer Schlauheit nennt man die Bürmeringer: d'Biermerénger Fiiss (sie hatten bei einem Gemeindebau den Unternehmer überlistet).
 
Bierzel M.: «Bürzel, Nagelstock» (am Amboß des Klautchen — s. d. — der Prägestock, auf dem die Nägel abgepaßt werden) s. auch: Schrutt.
 
Biesem (phV. cf. Ltb. 24 — Pl. Biesemen, Nord. u. O.: 'be:səm, 'bε:səm) M.: «Besen» — Spww.: En neie B. kiert gutt (Ga.: 't geet näischt iwwert e neie B.) — 't as ('t geet) näischt iwwert d'Propretéit, sot d'Fra, du huet se den Dësch mam B. gekiert — Du.: En neie Beesem keert gout, mä en ale fënd d'Eeken. — Raa.: en huet mer de B. an d'Zänn gerannt (hat mich abgeblitzt) — du stees do wéi e stompeche B. (bist zu nichts tauglich) — am beschte schafft se mam B. (vrun denen anere Leiden hiren Haiser sie kennt die Fehler der andern Leute) — huelt de B. a kiert vrun ärer Dir, oder: kiert ären Dreck ewech (kümmert euch um eure Angelegenheiten) — wann dat wouer as, friessen ech e B. — leck mer de B., leck der Kaz de B. (grobe Abweisung) — 't as wéi B. a Bléiser (wenn zwei sich ihrer Taten rühmen, die auf Schwindel beruhen — die beiden Geräte können nichts aus sich selber) — folkl.: Noch im 19. Jh. bestanden in vielen Landgemeinden Vorschriften, nach denen die Besen nach Gebrauch mit den Borsten nach unten stehen mußten, um der Feuergefahr vorzubeugen. — übtr.: mam B. derhannert fueren, de B. huelen (radikal durchgreifen); s. Statbiesem. Biesem- : -sbënner M.: «Besenbinder» — e léit wéi e B.; -sräis N., M. (Wb. 06: F.): «Besenreis» (meist Birkenzweig, in Ermangelung desselben auch Ginster, Wäisshölzchen . . .) — Hoer ewéi B. (= struppeg, buuschteg); -still, -stronk M.: «Besenstiel».
 
Biet F.: «Bitte» (Ga. und Wb. 06), längs der Ostgrenze: Bitt.
 
Biet- : -brudder M.: «Betbruder» (bisw. Quisler); -buch N.: veraltet für Gebietbuch s. d.; -dag M.: «Bettag der Pfarrei» (40stündiges Gebet, wo eine Stiftung besteht); -schwëster F.: «Betschwester» (auch Quisel); -stonn F.: «Betstunde»; -stull M.: «Betstuhl»; -ziedel M.: «Totenbild» (Andenken an einen Verstorbenen) — hätte mer dech gutt um B. (= wäärs de gutt dout!).
 
biewen, biwen intr. Verb.: «beben» — cf. biedemen (u. Var.).
 
Biff F.: «Bahnabzweigung» (Eisenbahnspr.) zu frz. bifurcation.
 
Biffdeck, Bëffdeck, (-stéck, -steck) M.: engl. beefsteak — Hänn ewéi B. (Pl. auch: Biffdecker).
 
Bigarreau (bi'ga:ro) M. (F.): «bunte Herzkirsche, Knorpelkirsche, Abart des Prunus avium mit hartfleischigen Früchten», auch: Knappkiischt, Bogaro (s. d.).
 
Biggebock = Biddebock (sub 2).
 
Bigel ('bijəl) M.: allg. «Bügel» — häufig für die Zussetz.: Klederbigel — für den Griff an der Handtasche.
 
Bigelbaach ON. «Bigelbach» — Gemeinde Reisdorf, Kant. Diekirch — 187; zu B. a Römpesch hirer Tak as d'Mëtt vun der Welt.
 
Bigelek, Béigelek, (-j-) Grevenmacher, sonstwo meist: Billek M.: «Bügling», in der Winzersprache: das bis zu einem Meter lang geschnittene Tragholz, das umgebogen und unten am Rebenstamm neben dem Spurk (s. d.) oder der Trënz (s. d.) angebunden wird.
 
bigelen ('bijələn) trans./intr. Verb.: «bügeln», dafür: strecken. [Bd. 1, S. 110]
 
bigott, bigottesch, bigottseg Adj.: «frömmelnd, scheinheilig, bigott»; Abl.: Bigottsegkät F.
 
Biicht F.: in der Ra.: éierlech bis op d'B. (Redingen).
 
biichten (äußerster Norden, südl. d. Hptstadt: 'bi:tən) intr. Verb.: 1) urspr.: «zielen» (auch: diichten s. d., sowie das davon abgeleitete Adj. gediicht) — biicht nët esou lang, den Hues as duurch d'Reiser — folkl.: vom Schéifermisch (s. d. sub Aasselbuer) heißt es, er habe die ihm anheimgestellte Notlüge, im Kampfe gegen die Sansculotten habe sein Gewehr sich aus Versehen entladen, ausgeschlagen mit dem stolzen Bescheid: ich han gebiicht; 2) übtr.: «nach etwas trachten» (Ga.) — no wat soll en elo erëm b.?; 3) erweitert: «zaudern» — keen esou e laangt Gebiichts — biicht nët esou laang, an decidéier dech!
 
Biichtert M.: 1) «Zauderer»; 2) «Duckmäuser» — en as där Biichterten än, déi nët haart schwätzen, an dat si keng gutt.
 
Biinchen N.: im Kant. Redingen, in der Ra.: säi B. bäileën (= säi Brändche bäileën «sein Pfefferkörnchen hinzulegen»).
 
Biinzel M.: «Vogelbeerbaum, Sorbus».
 
Biirchen (Norden: 'birçən) M.: Dim. zu Buer — «Brünnlein» — e B. maachen (= Pissi maachen, Ammenspr.); Spw.: Et as kee B. esou reng, e gët och eemol dréif (auch: Et as kee B. esou kloer, e gët och eemol dréif am Joer — in den besten Haushalten entsteht auch einmal ein Zwist) — häufig in zusammengesetzten Flurnamen gebraucht.
 
Biird, Beerd (Norden: birt) F.: 1) «Bürde, Faschine» — Echt. fer dat Meedchen do liss ich mer en Beerd Bunnesteef op der Kopp spëtzen; 2) offizielles Maß im Lohhandel — eng B. Lou (eine Bürde Lohe = 52 Pfund brutto d. h. wenn sie gesäält oder gesälert ist, mit Bindematerial aus jungen Eichen- oder Hagebuchenzweigen geseilt); Zussetz.: Biirdelou F.: «Lohe in Bürden, fertig zum Verkauf».

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut