LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bietbrudder bis Biirkeräis (Bd. 1, Sp. 109b bis 110b)
 
-brudder M.: «Betbruder» (bisw. Quisler); -buch N.: veraltet für Gebietbuch s. d.; -dag M.: «Bettag der Pfarrei» (40stündiges Gebet, wo eine Stiftung besteht); -schwëster F.: «Betschwester» (auch Quisel); -stonn F.: «Betstunde»; -stull M.: «Betstuhl»; -ziedel M.: «Totenbild» (Andenken an einen Verstorbenen) — hätte mer dech gutt um B. (= wäärs de gutt dout!).
 
biewen, biwen intr. Verb.: «beben» — cf. biedemen (u. Var.).
 
Biff F.: «Bahnabzweigung» (Eisenbahnspr.) zu frz. bifurcation.
 
Biffdeck, Bëffdeck, (-stéck, -steck) M.: engl. beefsteak — Hänn ewéi B. (Pl. auch: Biffdecker).
 
Bigarreau (bi'ga:ro) M. (F.): «bunte Herzkirsche, Knorpelkirsche, Abart des Prunus avium mit hartfleischigen Früchten», auch: Knappkiischt, Bogaro (s. d.).
 
Biggebock = Biddebock (sub 2).
 
Bigel ('bijəl) M.: allg. «Bügel» — häufig für die Zussetz.: Klederbigel — für den Griff an der Handtasche.
 
Bigelbaach ON. «Bigelbach» — Gemeinde Reisdorf, Kant. Diekirch — 187; zu B. a Römpesch hirer Tak as d'Mëtt vun der Welt.
 
Bigelek, Béigelek, (-j-) Grevenmacher, sonstwo meist: Billek M.: «Bügling», in der Winzersprache: das bis zu einem Meter lang geschnittene Tragholz, das umgebogen und unten am Rebenstamm neben dem Spurk (s. d.) oder der Trënz (s. d.) angebunden wird.
 
bigelen ('bijələn) trans./intr. Verb.: «bügeln», dafür: strecken. [Bd. 1, S. 110]
 
bigott, bigottesch, bigottseg Adj.: «frömmelnd, scheinheilig, bigott»; Abl.: Bigottsegkät F.
 
Biicht F.: in der Ra.: éierlech bis op d'B. (Redingen).
 
biichten (äußerster Norden, südl. d. Hptstadt: 'bi:tən) intr. Verb.: 1) urspr.: «zielen» (auch: diichten s. d., sowie das davon abgeleitete Adj. gediicht) — biicht nët esou lang, den Hues as duurch d'Reiser — folkl.: vom Schéifermisch (s. d. sub Aasselbuer) heißt es, er habe die ihm anheimgestellte Notlüge, im Kampfe gegen die Sansculotten habe sein Gewehr sich aus Versehen entladen, ausgeschlagen mit dem stolzen Bescheid: ich han gebiicht; 2) übtr.: «nach etwas trachten» (Ga.) — no wat soll en elo erëm b.?; 3) erweitert: «zaudern» — keen esou e laangt Gebiichts — biicht nët esou laang, an decidéier dech!
 
Biichtert M.: 1) «Zauderer»; 2) «Duckmäuser» — en as där Biichterten än, déi nët haart schwätzen, an dat si keng gutt.
 
Biinchen N.: im Kant. Redingen, in der Ra.: säi B. bäileën (= säi Brändche bäileën «sein Pfefferkörnchen hinzulegen»).
 
Biinzel M.: «Vogelbeerbaum, Sorbus».
 
Biirchen (Norden: 'birçən) M.: Dim. zu Buer — «Brünnlein» — e B. maachen (= Pissi maachen, Ammenspr.); Spw.: Et as kee B. esou reng, e gët och eemol dréif (auch: Et as kee B. esou kloer, e gët och eemol dréif am Joer — in den besten Haushalten entsteht auch einmal ein Zwist) — häufig in zusammengesetzten Flurnamen gebraucht.
 
Biird, Beerd (Norden: birt) F.: 1) «Bürde, Faschine» — Echt. fer dat Meedchen do liss ich mer en Beerd Bunnesteef op der Kopp spëtzen; 2) offizielles Maß im Lohhandel — eng B. Lou (eine Bürde Lohe = 52 Pfund brutto d. h. wenn sie gesäält oder gesälert ist, mit Bindematerial aus jungen Eichen- oder Hagebuchenzweigen geseilt); Zussetz.: Biirdelou F.: «Lohe in Bürden, fertig zum Verkauf».
 
Biirdel (Norden: 'birdəl) M.: «länglicher Knettrog aus Weiden» (Oesl. — s. d. f.)
 
biirdelen, biirden, biren intr./trans. Verb.: «den Teig kneten, zu Brot formen» — den Deeg biird gutt (der Teig verarbeitet sich gut) — (s. bären).
 
Biirden (Nord.: 'birdən) F.: «Bund» (Reisig, Stroh).
 
Biirg ('bi:rç, 'bi:reç - Norden: 'bireç) M.: «Bürge» — Spw.: Gëf ni B. bei engem deen näischt huet — Raa.: Gott séi mer B. — du muss e B. stellen (z. B. bei Versteigerungen, damit dem Betr. zugeschlagen werden kann) — ech wëll der (däi gudde) B. sin (ich verbürge es dir, auch: stehe ein für dich) — ech wöllt nët B. sin (ich möchte für die Wahrheit nicht einstehen) — ech brauch nach kä B. (du brauchst mich nicht zu bevormunden); Abl.: Biirgschaft F.
 
biirgen (Norden: 'birejən) trans. Verb.: «(ver)bürgen» — dofir kann ech der b.
 
Biirk F.: «Birke, Betula».
 
Biirke- : -bam M. bisw. für das Simpl. — Echt.: d'Beerkebäm droe kän Eepel, awer vill Besseres fir d'Kanner (auf die pädagogische Nützlichkeit der Rute bezogen); -biesem M.: «Birkenrutenbesen»; -bösch M.: «Birkenwald»; -frächen, -jöfferchen F.: «Wassergeist im Syrtal, am Birkenmoor» (cf. Gredt: Sagenschatz S. 22 ff); -kraut N.: «Birkenrostflocke, Erineum betulinum» (bot.); -räis (Pl. -reiser) N.: «Birkenreis» (zum Besenbinden);

 

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