LWB Luxemburger Wörterbuch
 
binéieren bis bis (Bd. 1, Sp. 112a bis 113b)
 
binéieren intr. Verb.: v. Geistlichen, «sonn- und feiertags 2 Messen lesen».
 
bingbang onomat.: «klirr».
 
Binjong (Ton: 1) M.: «kleine aufrechte Leiter am Wagen», meist dafür: Geck.
 
binneren intr. Verb.: 1) zu Binnert (sub 1) «sich knabenhaft benehmen», bes. überbedächtig zahlen und sich dabei Kleingeldes bedienen, auch: ungern bezahlen — auch trans.: bis en déi puer Groschen zesummegebinnert huet! 2) «im Kleinen zusammenbringen durch Bitten und Betteln, eindringlich bitten»; 3) «mühselig zusammensparen».
 
Binnert M.: 1) «kleiner Junge» auch: Binneschen (sç-); 2) spaßhaft für Eisebinner(t) «Eisenbahner» (eigtl.: Eisebunner); Zussetz.: Intebinnert (s. d.).
 
Binnes (auch Bunnes, Nord. 'bu:nəs) M.: 1) «penis»; 2) nur Ga.: «geschnittener Farren»; Zussetz.: Intebinnes (s. d.).
 
Binnett (Ton: 1) F.: «Kopf, Gesichtsausdruck» (frz. argot: binette) — du hues eng domm B. (ähnlich: en dommt Ouer) gemaach (= frz. faire une sale tête) — cf. wall. binète «tête ridicule» (Haust).
 
Binokel M.: «Augenglas (Lorgnette) für beide Augen» (dafür auch den frz. Ausdruck: face-à-main).
 
Bintje (Pl. Bintercher) F.: «Kartoffelart».
 
bintsch Interj.: in der Ra.: biede mat b. a bäntsch (mit viel Aufwand, feierlich beten).
 
Binz, Bënz M.: «kleines Exemplar einer Gattung», bes.: «kleiner Mensch, Zwerg» — dazu: Binzefrächen (Red. 'be:intsə-) F.: in Sagen und Märchen, kleine Waldfrau Binzelschlöff M. Pl.: eigtl. «Schlupfwinkel der Heinzelmännchen», Felspartie im Müllertal. Binzel(chen) F.: «kleine, verkümmerte Kartoffel» — 't gi lauter Binzelcher dëst Joer.
 
binz(el)eg Adj.: «winzig, klein» — cf. auch: klinzeg, butzeg.
 
Binz, Bënz, Béinz (letzte Form im Westen) F.: Rohrhalm aus der Familie der Akanthaceen, von den Buben zur Herstellung von Flöten gebraucht — Sciapus (grasartig), oft mit Juncus (Jénk) verwechselt.
 
Bir (bi·r) F.: 1) «Birne» — gebake, gedréchent Biren — bei schroffer Ablehnung heißt es: (honds) gebake Biren och! (ähnlich: Quetschen och, Hondsbiskuitten och) — ech werfen nach Bire (vun de Bäm) mat dénge Schanken (so sagt ein älterer Mensch zu einem jüngeren, um ihm zu bedeuten, [Bd. 1, S. 113] daß er lange nach jenem sterben werde) — e gesäit u sénge Bire, wann deen anere Leit hir zeideg sin (er kann von seiner unangenehmen Lage auf die der andern schließen) — Wou et Bire gët, do gët et och Knëppelen (Bengelen, bisw. auch: Bouwen, Déif); 2) allgem.: «Birnförmiges» — eng elektresch B. (Glühbirne) — Biirchen (Pl. Birercher) «birnförmiges Ohrgehänge» (Ga.), — Lavemetsbir (birnförmige Klistierspritze aus Gummi); Zussetz.: s. besonders Fréibiren.
 
Bire(n)-/ (zum Abfall des -n s. Fußnote S. 5) -bam M.: «Birnbaum» — wëlle B. (Busch- oder Feldbirnbaum) — bleif mer vu méngem B. oder: Kiischtebam (mische dich nicht in meine Angelegenheiten, bleibe mir von meiner Frau weg); -branntwäin M.: «Birnbranntwein» — frischgebrannt, ein sehr rauhes Getränk: de B. kraazt wéi wann een engem géing e Bromeldar (Brombeerranke) duurch d'Strass zéien; -drank M.: «Birnmost»; -flued M.: «dünner, flacher, mit Birnmus überstrichener Kuchen»; -kraut N.: 1) «Birnmus», gekochte Birnen als Torten- u. Brotbelag; 2) «Birnensirup», die Neelchesbiren «Süßbirnen» werden gekocht, auf ein breites Brett geschüttet und mit einem andern Brett gepreßt, die erhaltene Flüssigkeit wird während sechs Stunden (und noch länger) mit wenig Zucker eingekocht, bis sie braun gefärbt und schwerflüssig ist; -saaft M. (selten N.): «ungegorener Birnmost»; -schnaps M. = branntwäin; -stän, -steen M.: «Birnmühle», zum Zerreiben der Mostbirnen dienender aufrechtstehender Reifsteen, Mühlstein, der in einer runden Mulde dreht (d'Bire gi geriwwen); -taart F.: «Torte von getrockneten Birnen»; -tëtsch F.: «Torte mit gebackenen Birnen, über die ein Teigdeckel oder -geflecht gebreitet ist»; -viz M. = drank.
 
Birefank M., Bir(e)säälchen, -seelchen N.: «kleines Singrün, Immergrün, Vinca» — cf. das davon zu unterscheidende Bier-säälchen. Häufig dafür das Dim. Birefänkelchen M. — die hellblauen Blumen des B. heißen: Pirfelsblumm (lok.).
 
Birel häufig in ON.: 1) B. heißt eine Häusergruppe bei Mamer; 2) Birelhaff, Gehöft südl. von Arlon, belg. Lux.; 3) Bireler Barrjär, Grond (Gronn), Haff, Häusergruppen in der Gem. Sandweiler, Kant. Luxemburg — 438.
 
birelen intr. Verb.: «brüllen» — e birelt ewéi e Stéier, Far (Stier, Farren) — d'Kéi birelen am Stall vun Honger — auch von Menschen: b. vu Péng, vu Roserei; Ablt.: Bireler M.; Birelesch F.
 
Birener M.: «Schraubenbohrer der Schmiede».
 
Biréng ON. «Büringen» — Gem. Düdelingen, Kant. Esch — 537.
 
Biro (dafür auch auch 'by·ro) M.: 1) «Büro», Schreibtisch (Büromöbel im allgem.), dann auch Arbeitsraum und allgem. für «Amt, Beamtenstab, Schreibstubenpersonal» — en as op engem B. (er hat eine Stelle als Bürobeamter) — en as am B. (er gehört zum Beamtenstab, im Ggs. zu den Arbeitern) — komm op mäi B. (abschlägiger Bescheid); 2) iron.: «Abtritt» — en as (e sëtzt) um B. (bisw.: Schäissbiro) — Ruf des Pirols (Goldmärel): de Pitt sëtzt, sëtzt virum Biro.
 
Birutt (Pl. Birutten) F.: «Art Zuckerrübe, Beta vulgaris var. Rapa» — auch in den Samenkatalogen als «Birut» geführt.
 
bis (bi:s) Adv. = lat. bis «ein zweites Mal» (s. biissen).

 

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