LWB Luxemburger Wörterbuch
 
blääkseg, bleekseg bis Bleesbréck (Bd. 1, Sp. 118a bis 119a)
 
blääkseg, bleekseg Adj.: «blökend, schreiend» — eng b. Stëmm — e blääksegt Kand (cf. bläreg).
 
blääksen, bleeksen intr. Verb.: «blöken, mit greller Stimme schreien» (cf. blären, blëtzen, blëtschen).
 
Blääksert M.: «Schreihals» (der viel inhaltloses Gerede führt).
 
Bläckert M.: in Rodanges Renert der Name des Widders.
 
Bläi (phV. cf. Ltb. 66) N.: 1) «Blei» — schwéier wéi B. — en huet B. an de Glidder (bewegt sich schwerfällig, langsam, auch: ist sehr müde) — en huet B. an der Box, am Kadaster (erhebt sich ungern, auch: Langschläfer) — de B. zéien (Erklärung s. Bläizoch) — et as ëm eppes nët an de B. gaang(en) (es ist ihm etwas nicht nach Wunsch gelungen) — du hues jo B. an der Box (zu einem Kind, das wider Erwarten schwer zu heben ist); 2) Senkblei — de Steen as nët am B. (der Stein steht nicht senkrecht); dafür auch: Senkel (s. d.).
 
Bläi- : -digel (-'dijəl) M.: «Schmelztiegel für Blei»; -grouf F.: «Bleigrube», Bleigruben wurden früher ausgebeutet in Gœsdorf (Spießglanz, frz. antimoine — seit 1354) und in Longvilly-Allerborn (Bleiglanz, frz. galène — seit 1787); -kugel (-'kuγəl) F.: «Bleikugel»; -minn F. = grouf (s. d.); -schrout F.: «Bleischrot»; -stëft M. bisw. F. (Ösl.): «Bleistift» — en huet de B. gezunn (gezückt) — dafür im Gutland auch: Krayong (= frz. crayon — s. d.); -wäiss 1) M.: «Bleiweiß» (Farbe); 2) F. (bisw. M.): «Bleistift» (laut Wb. 06 Mos. u. Merschertal), bes.: Schräinerbläi M.: eine breite, platte Bläiwäiss, die dazu dient, Striche auf Bretter und Dielen zu ziehen; -wäisser M.: «Meerforelle, Silberlachs oder Lachsforelle, Salmo lacustris»; -zoch, -zock M.: «Form, in der das Fensterblei gegossen wird» (laut Wb. 06), bez. meist die Bleifassung selbst, in der die Scheiben gefaßt waren, ehe die Pittebouen (frz. petits-bois) «Holzfassungen der Fensterscheiben» üblich waren; das Blei wurde zu diesem Zweck in sogenannten Molletten «gezogen» (de Bläi zéien).
 
Bläichert M.: «Elbling, Vitis albuelis (Traubenart)».
 
bläien Adj.: «bleiern» - e schwëmmt, könnt do wéi eng b. Innt (kann nicht schwimmen, bewegt sich schwerfällig) — ech hu bläie Léchelen (ich behalte die Augen kaum auf, auch: ech hu Bläi an de Léchelen).
 
bläreg Adj.: 1) «plärrend, grell tönend» — eng b. Stëmm, Weis — e bläregt Lidd; 2) «zum Weinen neigend» — wat e bläregt Kand; 3) «grell gefärbt» — eng b. Faarf (auch: jäizeg — s. d.).
 
blären intr. Verb.: 1) «plärren» (von kleinen Kindern, Schafen, Ziegen); 2) pejor.: «schelten, toben».
 
Blärert M.: 1) «Schreihals (bes. von Kindern)»; 2) iron.: «schlechter Sänger».
 
Bläs, Blees Vorn. zu Blasius.
 
blätzeg Adj.: = blääkseg (s. d.).
 
Blech (Osten: ble:ç, äußerster Nordwesten: blε:ç) M.: 1) «Blech» Arten: Stolblech (Stahlblech), verzénkte (Zink-), verzënnte (Zinn-), duurchlachte (durchlöcherter) B., Wellblech — en huet B. an der Stëmm, eng Stëmm wéi B. (grelle Stimme); 2) Blechgegenstände verschiedenster Art, wofür jeweils ein näher bestimmtes Kompositum besteht (Fieder-, Läffel-Kier-, Uewe-, Äsche-, Kuche- . . .blech), für das aber häufig lediglich das Simplex gebr. werden kann, sobald eine Verwechslung ausgeschlossen ist — hänk de Kachläffel un de B. — kier de Stëps op de B.; 3) Pennälerspr.: «Pennal, Federrohr» (auch wenn es nicht mehr, wie urspr. aus Blech gefertigt ist), veraltet, dafür häufiger: Fieder-, Griffelkëscht, Biiss (Mosel), Dous, Schäk (Scheide), Etui, sogar Schachtel (in Anlehn. ans Hd.); 4) «Blechmarke» (dafür Schtong, zu frz. jeton gebildet) — Pl. Blecher — wird beim Kegelspiel vom Wirt den Spielern der gewonnenen Mannschaft ausgehändigt und kann in Getränk umgesetzt werden (natürlich auf Kosten der Verlierer) — zum Zeichnen des Viehes, das z. B. zum Schlachthof [Bd. 1, S. 119] gefahren wird; 5) übtr.: «Unsinn, albernes Geschwätz» — schwätz mer kee B.
 
Blech- : -bunnes M.: 1) «vorderer Teil des Ausgusses (Zull) an Blechtöpfen»; 2) verächtlich für -schléier (s. d.); -kréimer M.: 1) «Blechwarenkrämer»; 2) «Schwätzer» (zu Blech sub 5); -musek F.: «Blechmusik, Musikgesellschaft mit Blechinstrumenten (fanfare)», pejor.: «laute, schlechte Musik»; -schéier F.; -schléier M.: «Spengler, Klempner» (ähnl. holl. blikslager); -zaang F.: «Zange, die zum Biegen u. Schneiden des Bleches dient».
 
blecheg Adj.: «blechern klingend» — eng b. Stëmm (jäizeg).
 
blechen trans. intr. Verb.: «(be)zahlen» — Deen nët ka b. soll och nët zechen— waart Männchen, dat do blechs de mer nach (dafür wirst du mir noch büßen).
 
blechen Adj.: «blechern» — eng bleche Stëmm — bleche Box (Gefängnis in Diekirch) — bleche Giewel (früher Freudenhaus in Arlon) — e b. Teller (zum Abspeisen der Katze).
 
Blechert M.: 1) = Blech-bunnes, -kréimer, Blechner; 2) folkl.: bei Hochzeiten derjenige, der bei der Versteigerung der Brautschuhe den höchsten Preis bezahlte und der nach dem Hochzeitsmahl beim Ëmgank (dem Besuch der Dorfwirtschaften) der Börse des Bräutigams beim Bezahlen der Zeche zu Hilfe kam.
 
Bléck (Pl. Blécker) M.: «Blick» — en huet et am B. (er kennt sich sofort aus, hat genaues Augenmaß) — de béise B.; erscheint in Zussetz. auch als -black (Ablack neben Abléck — s. sub A-).
 
blécksen intr. Verb.: «zwinkern, an-, zublinzeln» (cf. erblécksen «erblicken»).
 
Blécksert M.: 1) «flüchtiger Blick, Augenaufschlag»; 2) «Blinzler» (krankhaft).
 
Bleederchen (lok. Blä-) F.: Dim. zu Bloder (s. d.) — d'Bleedercher schneiden (kleine Blasen am Halse des Schweins entfernen).
 
Blees F.: «Blees», Bach, entspringt bei Wahlhausen, fließt durch Brandenburg und Bastendorf, und mündet bei Bleesbréck «Bleesbrück», — Gem. Bettendorf, Kant. Diekirch — in die Sauer.

 

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