LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bommel bis Bonjour (Bd. 1, Sp. 130b bis 132a)
 
Bommel F.: 1) «Quaste, Troddel» — eng B. un der Kap (Mütze); 2) «zitzenähnliches Gebilde am Halse der Ziege» (dafür lok.: Zinzelchen, Zippchen, Bömmelchen, Kläck(el)chen, [Bd. 1, S. 131] Mänzelchen); 3) «Laus» (Kinderspr.); Dim.: Bömmelchen F.
 
Bommelbei F.: «Bremse».
 
bommel(z)eg Adj.: 1) «unbeholfen dick, plump»; 2) «flatterhaft» (von Frauen — Norden).
 
bommelen intr. Verb.: 1) «baumeln» (wie bompelen s. d.); 2) «ziellos sich zu schaffen machen, zum Zeitvertreib herumtrippeln» — wat hues de nëmmen do ze b.? — déi al Leit b. ëm d'Haus (cf.: koschteren) — in dieser Bed. auch umgelautet: bömmelen (bes. Norden).
 
Bommenastik, Bommelastik (Ton: 3) N., M.: «elastisches Gummi» (frz. gomme élastique); Zussetz.: B.smännchen M.: «Gummimännchen» (Spielzeug); B.sbauch M.: «Schmerbauch».
 
Bommenzinnes, Bommenzënnes M.: «Statue des hl. Johannes Nepomuk» (lat. Nepomucênus), auf der Viandener Ourbrücke seit 1865 (möglicherweise auch in Esch a. d. Sauer und Echternach auf der Sauerbrücke) — Nach der 1670 vom Jesuiten Balbinus abgefaßten Legende wurde er 1383 als Beichtvater der Königin Johanna von Böhmen auf Geheiß des Königs Wenzel des IV. in die Moldau gestürzt, weil er trotz Drohungen und Folterqualen das Beichtgeheimnis gewahrt hatte; die Geschichte kennt einen Johann von Pomuk, der 1393 wegen kirchenpolitischer Meinungsverschiedenheiten auf Befehl Wenzels ertränkt worden ist. — Schon vor seiner 1729 durch Papst Benedikt XIII. erfolgten Heiligsprechung wurde er als Schutzpatron gegen Verleumdungen, sowie als Helfer gegen Wassernot (Brücken- und Brunnenheiliger) verehrt: in Vianden teilt er letztere Ehre mit dem hl. Nikolaus, dessen Kirche nicht weit von der Ourbrücke in der Viandener Unterstadt steht. — Nach einer einheimischen Sage soll sich das Bild des hl. Nepomuk dreimal umdrehen, wenn es Mitternacht vom Turm der Nikolauskirche schlägt. — phV.: Bommezinnes, Zënnebommes (= Skt. Nepomucenus) — Ra.: wat bas du e B. (feierlicher, salbungsvoller Mensch — s. Älterhällegen).
 
Bommert (lok. phV. des Südwestens) M. = Bongert (s. d.) — als ON. bez. B. eine Häusergruppe der Gemeinde Niederkerschen (Kant. Capellen).
 
Bommes (Dim.: Bömmeschen (-sç-)) M.: «bauchiger, irdener Krug mit verengtem Hals» (zum Mitnehmen ins Feld); Abl.: bommësseg Adj.: «bauchig».
 
Bommëscht N.: in der Ra. op (d') B. dreiwen (zur Verzweiflung bringen), daneben: op Bongersch, op Bongeresch dreiwen (auch: ongeresch s. d.).
 
bompeg Adj.: «bauchig, geschweift» (cf. bombéiert).
 
Bompel F.: «Quaste» (s. auch: Pompel).
 
bompelen intr. Verb.: 1) «beweglich herabhangen, baumeln» — a wat hues du do b.? — mat de Féiss b.; 2) lok. Consdorf: «läuten, bimmeln» (bes. wenn die Kinder läuten) — wat as dat erëm en deierlecht Gebompels; (lok. auch: pompelen).
 
Bompes, Bompches, s. Bombes.
 
bon ami (wie frz.) Adj.: «gut Freund» — déi si b. matteneen — wann s de dat méchs, da si mer nët méi b. (matteneen).
 
Bonbon ('bõ:mbõ·, 'bomboŋ; Pl.: 'bõ:mboən) M. (bisw. F.): «Bonbon»; Bonbonnière (Ton: 1, sonst wie frz.) F.: «verzierte Bonbonschachtel», wird bes. bei Kindtaufen von Pate (Pätter) und Patin (Giedel) an Angehörige und Bekannte verteilt (s. auch: Tiitchen).
 
Bond (auch: Pond) F.: 1) = Bolz (s. d.); 2) «Spundzapfen am Faß» (frz. bonde).
 
Bond M.: 1) «Bund» — en huet e B. mam Deiwel, en as mam Deiwel am B. (bisw.: er hat verteufelt Glück); 2) «Napfkuchen» (Pl. Bonten, selten Bönd; Dim.: Böndchen, Pl. Böntercher — letzteres u. a. für Madeleine s. d.); dazu die Zussetz.: Bontendeeg, -däg M.: «feiner Kuchenteig» — zaart ewéi B. (sehr zart) — e geet op wéi B. (er wird sehr dick), auch: Bönterchesdeeg.
 
Bontefuerm, -form F.: «Napfkuchenform».
 
Bontekesselkuch M.: «Kesselkuchen in Napfkuchenform».
 
Bönd M. Pl.: «Rippen eines Bucheinbandes».
 
Böndel N. s. Böntel.
 
bong Interj.: «gut, wohlan, es sei» — b. Schouster, e Stéck op déi aner Säit — Schouster b. b., fléck mer méng Schong (im Osten: bou bou und Schou) — als Adj. gebr. nur in der Ra.: dat as kee Bongen (= Giedlechen — er ist ein Gefährlicher, Strenger, Empfindlicher) — b. sot de Fransous, du gouf et eng Ierz (Wortspiel: Bohne-Erbse).
 
Bong M.: «Anweisung, Gutschein» — beim Kegelspiel soviel wie Blech (s. d. sub 4) — e B. vum Aarmebiro.
 
Bongen Pl. M.: «Bonbons» (Mosel). [Bd. 1, S. 132]
 
Bongert I M.: «schwarz-gelb gegürtete Waldbiene» (so im Südosten belegt — Canach, Wormeldingen).
 
Bongert II (lok. Bungert, Südwesten: Bommert s. d.) M.: «Baum-, Obstgarten» — en huet de B. (auch: Päsch) vum Haus ewech verkaaft (er hat eine große Dummheit begangen).
 
Bon(g)kraitchen M.: «Christbirnbaum» (frz. bon chrétien); Zussetz.: Bon(g)kraitchesbir F.: «Christbirne» — übtr. bed. Bongkraitchen N.: «gute Speise, guter Trank» (lok.) — Ra.: Bong Krettchen, gudde Béier.
 
Boni M.: «Überschuß» (cf. Benefice).
 
Boniën, Bonommen (bisw. auch: Banommen) Pl. F.: «Magnum Bonum, Kartoffelsorte».
 
Bonifazius, s. Bounefaz.
 
Bonjour (Ton: meist 2 aber auch 1) (phV.: bə'ʒu·ər, Osten: pə'ʒu·ər): 1) Interj.: «guten Tag» (auch beim Weggehen gebraucht) — ech wäärd em scho b. soen (iron.: ich werde ihn zurechtweisen, hart anfahren) — mir kommen der Ham b. soen (wir kommen, um Ihrem Schinken tüchtig zuzusprechen) — b. an arwuer (s. d.) a merci (spaßhaft, wenn jem. es eilig hat) — d'Akaul seet dem Hënner b. (von einem Kahlköpfigen) — immer häufiger dafür, zu jeder Tageszeit Moien (s. d.); 2) M.: «Gruß» — e schéine B. (einen schönen Gruß) — e B. doheem (a gréisst mer är Hénger) — de B. ausriichten (einen Gruß bestellen) — huel méng Bonjoure mat — en huet mer e B. matgeschéckt fir iech.

 

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