LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bopa, Bopapa, Bop(el)i bis Böschhong (Bd. 1, Sp. 133a bis 134a)
 
Bopa, Bopapa, Bop(el)i M.: «Großvater» (Kosewort der Ammenspr.).
 
bor, boër Adj.: 1) «bar» — de boren Drot, Su (Bargeld, Geld im allgem.) — häufig beim Kartenspiel: du bas esou gutt ewéi b. Geld (eigtl. zu jem. der sehr gut spielt, dann iron. zu einem Verlierer) — als Adv.: ech hun alles b. berappt, bezuelt, geblecht — b. Mënz auch in übtr. Raa.: en hölt alles fir b. Mënz (un, of, op) — et muss een nët alles fir b. Mënz huelen (leichtgläubig); Spw.: Gutt Leit si besser wéi boer(t) Geld; 2) «wirklich» — ech hat mäi bore Kommer, Verdross dermat — en huet säi boort Gespréich (er redet tüchtig mit sich selbst) — en huet séng b. Freiesch, säi bore Rank um Fanger (wenn jem. sich etwas vorzeitig leistet) — 't as e bore Segen (vorteilhaft) — e bore Genoss (großer Genuß); ähnlich: gälleg (s. d.).
 
Bor, Boër F.: «Bahre» — alt: a B. (statt: op der B.) leien (auch: iwwer Äärd stoen — aufgebahrt sein) — d'B. opriichten an der Kiirch (Totenamt).
 
Borduch N.: «Bahrtuch».
 
Bord (wie frz. bord gespr.: bo:r) M.: «Rand, Ufer, Saum» — de B. vum Kläd, Hutt, Feld usw. (s. auch: Buerd).
 
bordéieren trans. Verb.: «ins Bett einschlagen» (frz. border — Echt. auch: antuchelen).
 
Bordür (Ton: 1 u. 2) — (lok. phV: bro'dy:r, brA'di:r u. ä.) F.: «Borte, Zierrand, Verbrämung», z. B.: zu beiden Seiten eines Gemüsegartens die mit Blumen angepflanzten Randbeete, schmaler Abschlußstreifen einer Tapete, eines Kleides, geschlossener Waldmantel (auch: Lisière — aus d. Frz.), welcher der Sonne und dem Wind den Zutritt in den Bestand einer Waldkultur verwehrt (cf. auch: Räz).
 
Bordür-: -blummen Pl. F.: «zu beiden Seiten eines Gartenpfades angepflanzte Blumen»; -ierbes F.: «Zwergerbse»; -steen M.: «Randstein des Bürgersteiges» (lok. dafür: Bodäresteen).
 
boren trans. Verb.: «aufbahren» — d'Läich as an der Stuff geboort — en huet eng Lëps (e mécht e Mond), et könnt een e Judd drop b. (er stülpt die Lippen vor).
 
Borrel (lok. auch: Borlo — Ton: 1) I M.: «großes Glas Branntwein» (cf. ndl. borrel «Gläschen Schnaps»).
 
Borrel II M.: «kleiner Knabe».
 
Borretsch M.: s. Bourrache.
 
Bor(r)i M.: «derber Stock» (der Landleute, Metzger, Viehhändler — mit rundem Knauf versehen) — lok. Mosel.
 
Borscht F.: «Burschenschaft» — die Gemeinschaft der Jünglinge im Dorfe, welche die schulentlassene Jugend unter Führung der Älteren überwachte und ihren Ausdruck in dem Mailehen und der Amecht (s. d.) fand (s. Hvk. S. 179 u. 264).
 
Borscht M.: 1) «Bursche, junger Mann, Kerl» — mäi Freier as e flotte B. — auch von Kindern: ma du bas e flotte B. gin (hier häufig das Dim.: Börscht(el)chen) — tadelnd: du bas mer e gelungene B.! 2) «Ordonnanz eines Offiziers».
 
Bosch(lok. noch im Pratzertal) M.: «Busch, Wald» — e könnt do wéi aus engem B. (er sieht aus wie ein Wilder), = Bösch (s. d.), cf. Bösch-, Boschapel.
 
Bösch Pl.: Böscher, Dimin.: Böschelchen M.: 1) «Wald, Busch» — zu hd. Wald besteht eine alte lux. Form «Wal» (s. d.), in Kompositis heißt es auch bisw. -wald (z. Bsp.: Gréngewald — s. d.); 2) übtr.: «Büschel, Schopf, dichte, ungepflegte Behaarung» (bisw. wie Böschwis, -wues sub 2) — s. d.); Spww.: Wéi een an de B. (era)rifft, esou schaalt et eraus [Bd. 1, S. 134] — De B. huet (och) Oueren (Zus.: an d'Gewan huet An) — D'Fuurcht hidd de B. (die Furcht vor dem Förster ersetzt dessen Gegenwart) — Den Honger dreift de Wollef aus dem B. — Raa.: du gesäis vu lauter Bäm de B. nët (méi) — mir musse maachen, datt mer mam Do (bei Tageslicht) duurch de B. kommen (urspr.: beizeiten zuhause sein, übtr.: sich vorsehen) — de B. reihen (Unterholz aushauen — s. botzen); Echt.: fru, tëschen Dag an Noacht duurch de B. ze kommen (mit geringem Schaden sich aus einer gefährlichen Lage befreien) — et mengt een, e wär an engem B. opgewuess.
 
Bösch-: -apel M., neben Boschapel M.: «kleiner, wilder Apfel» — spaßh.: Tëttercher, (Tittelcher) wéi Böschäppel (knospende Brüste); -bam M.: = wëlle Bam im Ggs. zum gezillte, gepraffte, zame Bam oder Uebstbam, also «in der Natur wildwachsender Baum»; -bier N., M.: «Walderdbeere»; -blumm F.: «Waldblume überhaupt, im besondern: weiße Windrose»; -buedem M.: «schwarze Walderde, Humusboden»; -buet M.: «Waldförster»; -buppert M.: «Wiedehopf, lat. upupa» sonst: Mitock (s. d.); -dauf F.: «Ringeltaube, Columba Palumbus»; -däiwel, -deiwel M.: 1) «Waldläufer, verwilderter Mensch»; 2) lok. spaßh. für «Holzhacker» (so in Consdorf belegt); -eil F.: «Waldkauz, Strix aluco» (auch: Kazekapp, Bameil, -échel); -engel M.: in der Ra.: e Gesiicht ewéi e B. (liebenswürdiges Aussehen — meist ironisch zur Bez. des Ggs.); -far M.: «Waldfarn»; -feieromes F.: «Zauneidechse»; -gaard M.: «Waldhüter» (frz. garde); -graatsch F.: «Zaungrasmücke, Sylvia curucca»; -grond M.: «Walderde» (= buedem); -hä, -hee (Norden, Osten: -hAi) F. = häufigeres Holzhä F.: «Holzhammer» — e Kapp wéi eng B. (dicker Kopf, auch übtr. als Folge von durchzechter Nacht) — Echt.: ongeschlaff wi en Böschhai (rauh und ungehobelt); -hex F.: «ungepflegtes Weib» (cf. Wiederhex) — lok.: «Frau, die gerne im Walde herumläuft»; -hong N.: «Haselhuhn, Tetrastes bonasia»;

 

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