LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Borscht bis Böschviéilchen (Bd. 1, Sp. 133b bis 134b)
 
Borscht M.: 1) «Bursche, junger Mann, Kerl» — mäi Freier as e flotte B. — auch von Kindern: ma du bas e flotte B. gin (hier häufig das Dim.: Börscht(el)chen) — tadelnd: du bas mer e gelungene B.! 2) «Ordonnanz eines Offiziers».
 
Bosch(lok. noch im Pratzertal) M.: «Busch, Wald» — e könnt do wéi aus engem B. (er sieht aus wie ein Wilder), = Bösch (s. d.), cf. Bösch-, Boschapel.
 
Bösch Pl.: Böscher, Dimin.: Böschelchen M.: 1) «Wald, Busch» — zu hd. Wald besteht eine alte lux. Form «Wal» (s. d.), in Kompositis heißt es auch bisw. -wald (z. Bsp.: Gréngewald — s. d.); 2) übtr.: «Büschel, Schopf, dichte, ungepflegte Behaarung» (bisw. wie Böschwis, -wues sub 2) — s. d.); Spww.: Wéi een an de B. (era)rifft, esou schaalt et eraus [Bd. 1, S. 134] — De B. huet (och) Oueren (Zus.: an d'Gewan huet An) — D'Fuurcht hidd de B. (die Furcht vor dem Förster ersetzt dessen Gegenwart) — Den Honger dreift de Wollef aus dem B. — Raa.: du gesäis vu lauter Bäm de B. nët (méi) — mir musse maachen, datt mer mam Do (bei Tageslicht) duurch de B. kommen (urspr.: beizeiten zuhause sein, übtr.: sich vorsehen) — de B. reihen (Unterholz aushauen — s. botzen); Echt.: fru, tëschen Dag an Noacht duurch de B. ze kommen (mit geringem Schaden sich aus einer gefährlichen Lage befreien) — et mengt een, e wär an engem B. opgewuess.
 
Bösch-: -apel M., neben Boschapel M.: «kleiner, wilder Apfel» — spaßh.: Tëttercher, (Tittelcher) wéi Böschäppel (knospende Brüste); -bam M.: = wëlle Bam im Ggs. zum gezillte, gepraffte, zame Bam oder Uebstbam, also «in der Natur wildwachsender Baum»; -bier N., M.: «Walderdbeere»; -blumm F.: «Waldblume überhaupt, im besondern: weiße Windrose»; -buedem M.: «schwarze Walderde, Humusboden»; -buet M.: «Waldförster»; -buppert M.: «Wiedehopf, lat. upupa» sonst: Mitock (s. d.); -dauf F.: «Ringeltaube, Columba Palumbus»; -däiwel, -deiwel M.: 1) «Waldläufer, verwilderter Mensch»; 2) lok. spaßh. für «Holzhacker» (so in Consdorf belegt); -eil F.: «Waldkauz, Strix aluco» (auch: Kazekapp, Bameil, -échel); -engel M.: in der Ra.: e Gesiicht ewéi e B. (liebenswürdiges Aussehen — meist ironisch zur Bez. des Ggs.); -far M.: «Waldfarn»; -feieromes F.: «Zauneidechse»; -gaard M.: «Waldhüter» (frz. garde); -graatsch F.: «Zaungrasmücke, Sylvia curucca»; -grond M.: «Walderde» (= buedem); -hä, -hee (Norden, Osten: -hAi) F. = häufigeres Holzhä F.: «Holzhammer» — e Kapp wéi eng B. (dicker Kopf, auch übtr. als Folge von durchzechter Nacht) — Echt.: ongeschlaff wi en Böschhai (rauh und ungehobelt); -hex F.: «ungepflegtes Weib» (cf. Wiederhex) — lok.: «Frau, die gerne im Walde herumläuft»; -hong N.: «Haselhuhn, Tetrastes bonasia»; -iesel M. neben Waldiesel (s. d.): ungeschlachter, dummdreister Mensch; -kiirmes F.: «gemeindliche Holzversteigerung mit Zeltbuden (Lietschen — s. d.), wo Essen und Trinken zu haben war»; -kläpper M.: «Holzdieb»; -klëppel M.: «Grobian»; -läfer M.: «Mensch, der nicht gerne zuhause arbeitet und sich im Walde herumtreibt»; -läferchen M.: = Bamläferchen (s. d.); -léierchen F., -léiweckelchen M., lok. auch: -lutert, -lutvull M.: «Heidelerche, Lullula arborea» (dafür bisw. auch: Gaardeléinchen) lok. bisw. für den «Baumpieper, Anthus trivialis»; -lous N. (Wb. 06 F.): «Anteil eines Dorfansässigen am jährl. Holzschlag»; -mann M. (Pl. -leit): 1) «Holzhacker»; 2) «Mensch ohne Umgangsformen»; -maus F., rout B.: «Haselmaus, Mus sylvaticus» (auch bisw. für: Hieselmaus, Sprénger, klengt Kawäächelchen — s. d.); -pad M.: «Waldpfad»; -routschwänzchen M.: «Gartenrötling, Phoenicurus» (auch: Gaarderoutschwänzchen, Steennuechtegeilchen); -viéilchen (seltener: -vioul) F.: «Waldveilchen»;

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut