LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bott bis Botteress (Bd. 1, Sp. 135a bis 136b)
 
Bott F. I: «Bund, Garbe» — eng B. Hä, Miertercher (Möhren), Spargelen (frz. botte — zu mnd. bôte); s. d. Dim.: Böttchen.
 
Bott F. II: «Stoß, Hieb, Ausfall» (Fechtkunst — frz. botte).
 
Böttchen (Pl.: Böttercher) F.: 1) «Flachsgarbe» (dafür: Grapp); 2) «kleiner, oben zugebundener Strang» — eng B. Zwir; Zussetz.: Böttercheszwir M.: «in Stränge gebundener Zwirn» (auch: Pöppcheszwir) — zum Simplex Bott F. I (s. d.).
 
Bottel (Oesl.: Pottel) F.: «Frucht des Hagedorns» (= Spackel); in Sierck (Lothr.) heißt der Hagedornstrauch Böttelter; Volksmed.: Heilmittel gegen Nierenstein; Abl.: bottelrout Adj.: «hellrot» (wie die Früchte des Hagedorns — cf. backelrout).
 
Botténg (Ton: 1) F. u. M.: «Türflügel» (Schreinerspr. — frz. battant).
 
Botter meist M., Norden N.: «Butter»; Butterbereitung auf dem Lande in früherer Zeit: die Butter wird entweder in einem länglichen, aufrecht stehenden Butterfaß (s. Bäichel, Häichel, Stouss-, Stiwwelromp) gebäichelt oder gehäichelt, resp. geklappt, oder im kurzen, runden, in horizontaler Lage gedrehten Dréibäichel oder Rompfaass gerompt, gedréit — die fertige Butter wird mit einem Botterbleil zu einem Weck geformt — mit einem Botterhölzchen, bisw. auch mit einem Löffelstiel werden Verzierungen im Botterweck angebracht (bisw. heißt es auch spaßhaft, zu diesem Zweck diene die Tischgabel od. der Laiskamp) — zum Färben diente häufig der Saft von geriebenen Mohrrüben — auf der Botterwo wird die Butter mit einem Pontegewiicht (auch: Pontesteen, Bottersteen) abgewogen, dies ist gewöhnlich ein in Leinwand genähter, pfündiger Kiesel mit etwas Übergewicht ('t as nët op eng, zwou Schmieren ukomm) — die Wecke werden in Botterblat eingeschlagen (Blätter vom großen Ampfer, Rumex maximus, auch Moukeblieder gen.) und zum Markt getragen; Arten: Molkereis-, Land-, Schmier-, Kachbotter — ausgeloossene, geschmolzene, agemaachte(ne), agesalze(ne) B. — bronge B. mat Salz a Schmant (= Zapp fir bei gequellte Gromperen); Vergleiche: mëll (weich), zaart ewéi B. (vom Fleisch); Spww.: B. as bannen a baussen heelssem (heilsam) — Mat aner Leits B. as gutt Schmire maachen — Mengen a B. klappen (oder: schäissen) as zwäerlä (= wie mengt, dee wääss näischt — wenn jem. sagt: Ech mengen); Raa.: ech hun hatt léiwer réi, wéi dech am B. gebroden — d'Flääsch schneid sech ewéi B. — dat schmiert sech ewéi B. — dat Messer schneid de B. bis op de Grond (stumpfes Messer) — ech krazen der de B. schon aus den Aën (zu jem. der nicht sehen will — s. Botteraën) — 't as nët alles B. wat d'Kou gët, sot de Bauer, du huet en an e Kouflapp getratt.
 
Botter- / botter- : -aën Pl.: N.: «Triefaugen» — Vianden: botz dein B. emol aus! -blat N.: «großer Ampfer, Rumex maximus», diente zum Einschlagen der zum Markt gebrachten Botterwecken (auch: Moukeblieder genannt) manchmal: «Runkelrübenblätter» — vrum B. muss een den Hutt ofdonken, well et as e Mëttel géint de Raud (die gelbe Wurzel des B. wird gegen die Räude in Butter gebraten); -bleil M.: «Butterschlägel»; -blumm F.: 1) «Hahnenfuß»; 2) Norden: «Löwenzahn»; -döppen N.: «Buttertopf»; -fra F.: «Händlerin, die die Butter aufund [Bd. 1, S. 136] weiterverkauft»; -frësser M.: «Kind, welches zuhause Butter aufs Brot bekommt» (im Gegs. zu jenen, deren Eltern die gesamte Butter zum Markte bringen); -geld N.: «Erlös der Butterproduktion» — mam Botter- an Äergeld mécht d'Fra de Stot; -gromper F.: «in Butter zubereitete Kartoffel»; -komp M.: «hölzerne Schüssel, in welcher der Butterweck geklappt wird»; -köppchen M.: «Butterstülpe»; -krénkel F.: 1) «Schnörkel als Verzierung in der Butter»; 2) «Instrument, womit die Schnörkel an der Butter angebracht werden»; 3) «Art Gebäck»; -kuch, -kichelchen M.: «mit Butter zubereiteter Kuchen» (Sandkuchen — Wb. 06: Salzkuchen); auf dem Lande wird mancherorts zum Kuchen Butter aufgetragen, wenn dies ausbleibt, heißt es häufig: iesst de Kuch, de Botter as dran; -kuerf M.: «länglicher Handkorb der zu Markte gehenden Bauersfrau»; -maart M.: «Buttermarkt» (Ort und Handlung), in Stadtlux. der Knuedler (Wilhelmsplatz) — de ganze B. misst jo driwwer laachen (Du.); -mëllech F.: «Buttermilch» — B. mécht den Hënner ongedëlleg (verursacht rasche Darmentleerung), dafür im Oesling: Bäichelmëllech — Metzleschblout as kään Bottermëllech (Echt.); -pabeier M.: «Papier zum Einwickeln der Butterwecke»; -romp F.: «Butterfaß»; -scheif F.: «Butterstampfe»; -schmier (Ton: 1 oder 3) F.: 1) «Butterbrot» — hien ësst all Muerges een op enger B. (er kann die Leute dieser Gattung nicht ausstehen) — übtr.: eng ofgeleckte B. (ein Mädchen mit Vergangenheit — s. Batz sub III/3) — domat hues d'eng B. verdéngt (damit hast du ein Lob verdient); 2) Bubenspiel: Botterschmiere maachen «flache Steine (Schippen, Spläiteren) über eine Wasserfläche werfen, daß sie ein paarmal in die Luft schnellen, ehe sie untertauchen» (auch: eng Brach, Mëllechzöppche . . . maachen); 3) spaßh. dafür: Bockelschmier, in der Ra.: du kriss eng Bockelschmier, de Bockel geschmiert (Schläge); -schnatz M.: «Schnitte Butter»; -schwamp M.: «eßbarer, orangefarbener Waldlöcherpilz»; -stän, -steen M.: «Einpfundstein» zum Wägen der Butter; -stëllep F.: «Butterstülpe»; -wääch, -weech Adj.: «butterweich» (Wb. 06); -weck M.: «Butterweck» — Abrëllsgeck, B. (s. Abrëllsgeck); -weckskraut N.: «Riesenampfer, Rumex maximus» (s. -blat); -wo F.: «Butterwaage»; -zooss F.: «Buttersauce»; -zopp F.: «Buttersuppe».
 
botteren intr. Verb.: 1) «zu Butter werden»; 2) «Gewinn abwerfen, vonstatten gehen» — et bottert nët — elo huet et gebottert (bes. beim Spiel, wenn einem ein glücklicher Wurf gelungen ist) — cf. drouwen.
 
Botteress (Ton: 1) F.: 1) urspr.: «Hökerin» (die ihre Waren in einer Hotte trägt — wall. boterèsse, zu bot «Hotte», Haust); 2) übtr.: «plauderhaftes, klatschsüchtiges Weib».

 

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