LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Boxeknaubes bis brachen (Bd. 1, Sp. 141a bis 142b)
 
-knaubes, Dim. -knaibeschen (-sç-) M.: «kleiner Bube, der die ersten Hosen trägt»; -mann, -männchen M.: 1) «Knirps, der Hosen trägt»; 2) «Gebäck aus Hefeteig» in Form eines Bouweschänkel (s. d.) oder Männchens, gehört zu Sankt Nikolaus auf den Teller (s. d.); -sak M.: «Hosensack»; -schësser M.: 1) «Knabe, in pathol. Fällen Erwachsener, der den Stuhl in die Hose entleert» — zu Kindern sagt man auch liebkosend, ohne Tadel: du bas dem Bopa säi Boxeschësserchen; übtr.: «Hasenfuß» (dafür auch Baangschësser); -täsch F.: «Hosentasche»; -teimer M.: «Hosenklappe» (s. -gueder); -tinnes M.: 1) «Büblein» (s. -männchen sub 1); 2) «Hasenfuß» (s. -schësser sub 2).
 
Box II F.: «abgeteilter Raum in Garagen und Ställen zum Unterbringen von Autos, Rennpferden und jungen Kälbern».
 
boxen trans./intr. Verb.: «boxen, schlagen» — du kriss eng geboxt.
 
Boxer(t) M.: «Boxer».
 
Boxer M.: «Bullenbeißer» (Hunderasse).
 
Boxer ON.: «Boxhorn» — Dorf der Gem. Asselborn, Kant. Clerf — 10; Boxer (Adj.) Wääss («Boxhorner Weizen» — spaßh. für Blaubeeren, die in der Gegend üppig gedeihen, cf. Böschrued).
 
Boxert M.: «junges Rind zum Züchten» (Wb. 06: Junglinster).
 
Boxmatch (mεtS) M.: «Boxkampf» — Pl.: Boxmatcher.
 
Boz I M.: 1) «Geldmenge, Reichtum» — dat huet mech en décke, gudde, ale B. (Geld) kascht (cf. Batz sub I/2) — du kriss de B., (du bekommst das Geld) — hien huet (hält) de B.; 2) «verkohltes Ende des Lampendochts» (cf. Batz sub III); 3) «Nasenpopel», für häufigeres Koz (cf. Batz sub III/2).
 
Boz II. M.: 1) «einfältiger Mensch», bes. im Osten, um Echt.: am Do as en en Äfalt an noats e Boaz (bO:ts) — Boaz vu Berouf an Noar vu Professiunn (cf. auch: Bauz sub 3); 2) Norden (Binsfeld): «Weib, Mädchen, das sich auffällig kleidet oder benimmt», auch: «etwas leichtsinnig im Gespräch und Leben» (selten auf Männer angewandt).
 
bozeg Adj.: «dumm, dünkelhaft» — bes. in Echt.: dou boazige Boaz — im Hämelmauslidd (s. d.) heißt es vom Gemeinderat: o, dir boazig Häieren.
 
brr Interj.: 1) zum Ausdruck des Schauderns, des Ekels, bes. beim Genuß einer widerlichen Speise, beim Wahrnehmen eines widerlichen Geruchs, beim Anhören einer ekelerregenden Erzählung; 2) zum Ausdruck tiefer Kältempfindungen — brr, wéi kal! (dafür auch: schuck, wéi kal!); 3) an Tiere gerichtet: a) Anruf zum Halten des Pferdes (statt: ho); b) Scheuchruf (zu den Schafen, bei der Treibjagd); 4) lautmalend: a) geräuschvolles Auffliegen einer Vogelkette; b) Motorengeräusch; 5) Ammenscherz: man fährt dem Kinde neckend mit dem Zeigefinger an die Gurgel (den Adamsapfel) und sagt dabei brr.
 
BraF.: 1) «Kante» (s. Bro II); 2) «Augenbraue» — s. Abra, Abro (sub A-, Ae-, Aen-).
 
bra (Nordösling) Adv.: «sehr» — nur in Raa. mit féng (s. d.) — déi haten sich féng bra zerklappt (ordentlich zerbalgt) — hän hatt déi Stéin féng bra kleng geklappt (er hat die Steine säuberlich fein zerkleinert); cf. rhein. «brav» Adv., Rh. Wb. I/942 u. wall. «brâmint», Adv. bei Haust (Lüttich). [Bd. 1, S. 142]
 
Braachtebaach, Bruechtebaach (lok. Var. des Nordens: 'brA:itəba:ç, 'brO:tə- miç) ON.: «Brachtenbach» — Gem. Oberwampach, Kant. Wiltz — 46; spaßhafte Spielerei mit dem ON. im Norden: Brotemich ('brO:təmiç), hoss de mich, da kräss de mich (B., hast du mich, dann kriegst du mich).
 
Braajhi (lok., Kant. Redingen, längs der belg. Grenze) M.: «kleiner großtuerischer Bauer».
 
braajheren intr. Verb.: «in umständlichen Worten, lärmend reden».
 
Braatsch I. F.: «Altgeige».
 
Braatsch II F.: = Bratsch (s. d.).
 
Brabänner M.: 1) eigtl.: «Mann brabantischer Herkunft» — Die B. betrieben den Tuchhandel von den Niederlanden nach Luxemburg; eine Warenniederlage bestand in Perl a. d. Mosel, wo das Kurfürstentum Trier im sog. «Perler Korridor» die Mosel erreichte. — B. sind die Nachkommen eines gewissen Vandyk aus Dommelen (Nordbrabant), der sich in Esch a. d. Alz. ansäßig machte, sowie die Familien Weidenhaupt (Remich) und Clemen (Consdorf); 2) s. Brobänner.
 
Bracelet, Brasseli M.: 1) «Armband»; 2) «Fettfalten an den Handgelenken»; 3) «Dreckrand an den Vorderarmen» — de Bouf huet Brasselië vun Dreck em d'Äärm; Zussetz.: Brasselisauer F.
 
Brach (Osten: brO:x) F.: 1) «Eingebrocktes» (so Wb. 06) — in diesem Sinn bes. das Dim. gebr.: Brächelchen (Osten: 'bre:ç-) F.; 2) «geronnene, dicke Milch» — stuhlfördernd, wie folg. Raa. bezeugen: duurch B. an d'Lach — Gromperen a Brach rubbelt am Lach; nicht fettbildend, wie folg. Raa. bezeugen: vun der B. kritt än d'Schong an d'Huese gutt un — Zopp (Zalot) a B. as Gäälswuer (s. d.); früher Bauernspeise zum Abendessen mit Kartoffeln: Gromperen a B. stoppen dem Bauer d'Lach; soulaang wéi ech (nach) B. knae kann (bis zum letzten Atemzug); Zussetz.: Paschtoueschbrach (Brach mit Sahne); 3) geringschätzig: «wertloses Zeug, sinnloses Geschwätz» — déng Saach as B. (Antwort hierauf: An déng as Kabes) — domm ewéi (eng) B. — si spille fir eng kal B. (um geringen oder keinen Einsatz).
 
Brach-: -döppen N.: «irdener Topf, in dem geronnene Milch aufbewahrt wird»; -frësser M.: «Eichelhäher, Garrulus glandarius» (dafür meist: Maarkollef); -jhak M.: 1) spaßh.: «junger Rabe» (weil meist mit Brach gefüttert); 2) «Schwätzer» (cf. Brach sub 3); -kapp, -klos, -maathes M. = d. vor. sub 2; -kiewer M.: «grüner Gartenlaufkäfer», auch: Broutfrësser, fälschlich Goldschmatt gen.; -vugel M.: übtr.: «Schwätzer» (der große Brachvogel heißt Schneppekinnek); -schësser M.: = frësser (wegen seiner weißlichen, breiigen Exkremente); -wuurzel F.: «Heckenwinde».
 
brachen intr. Verb.: 1) in der Ra.: ech muss kachen a brachen (alle Arbeiten des Haushalts verrichten); 2) «sinnlos reden» (zu Brach sub 3).

 

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