LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Brandkopp bis braséiert (Bd. 1, Sp. 144a bis 145a)
 
-kopp F.: «kupferner Verschluß eines Branntweinkessels» (daneben auch Brennkopp gebraucht) — häufig dafür nur das Simplex: de Branntewäin gët op d'Kopp geschott (der Branntwein wird zur Probe auf den Kesselverschluß geschüttet); -kraut N.: 1) «Wundkraut, Sedum maximum»; 2) bisw. für das «Donnerkraut, Sempervivum tectorum» (das den Blitzschlag abhält — folkl.); -läder F.: «hohe, starke Leiter der dörflichen Feuerwehr» (die Brandleitern hingen am Gemeinde- oder Spritzenhaus); -mann M.: Gestalt des Volksaberglaubens, feuerstiftender Ungeist; -mauer F. = giewel (s. d.); -opstiwweler M.: «Brandstifter» (dafür Neolog.: Brandstëfter); -reih F.: «beim Löschen gebildete Kette der Wasserträger»; -rutt F.: «Feuerbock», bez. die beiderseits am Feuerherd auf Untersätzen ruhenden, an ihrem vorderen Ende verzierten (Sphinx, Löwenkopf, Napoleonskopf) Gußeisenstangen, welche zum Auflegen des Brennholzes dienen (meist nur im Pl. Brandrudden gebr., dafür auch: Téck); -saleft F.: «Brandsalbe» (aus Meerzwiebeln - Branten, Urginia scilla - und Olivenöl); -schaz, -schued (Norden: -SwAt) M.: «Staubbrand, Ustilagocarbo»; -schazeg, neben -schuedeg, -schiedeg, -schaardeg, -schaarteg Adj.: «vom Staubbrand befallen»; -schazen trans. Verb.: 1) «erpressen»; 2) «schwere Steuern auferlegen»; 3) «bei jem. ungeladen zu Gast sein»; 4) «versichern» (gegen Feuer) Echt.; -schazéng, -schätzéng, -schätzegen F.: «die jährlich zu zahlende Feuerversicherungsprämie»; -schëld N.: «von der Feuerversicherungsgesellschaft über oder neben der Tür angebrachtes Schild» — d'B. as emol nët bezuelt (wenn ein neues Haus noch ganz zu bezahlen bleibt) — huelt ärt B. ewech; -schued M.: 1) «Brandschaden»; 2) = -schaz (s. d.); -suel F.: «Brandsohle» (innere Sohle aus minderwertigem Leder, z. B. Päärdslieder); -ueleg M.: «Brandöl aus Kalkwasser und Leinöl»; -wonn F.: «Brandwunde»; -weiher M.: «Löschteich».
 
Branebuurg ON. «Brandenburg» — Gem. Bastendorf, Kant. Diekirch — 161.
 
Brannt(e)wäin M.: «Branntwein» — wie das Kegel-, das Kartenspiel eng Däiwelserfënd (eine Erfindung des Teufels); er wird gemessen mam Liter, mat der Schappen (Schoppen = ½ Liter), der halwer Schappen, mat der Jöfferchen (¼ Liter), mam Kareli (⅛ Liter), der Pöppchen (⅛ Literflasche, puppenartiger Behälter); seine Qualität wird geprüft — de B. gët geprouft — indem man ein paar Tropfen auf der Hand, dem Handrücken verreibt und riecht, oder indem man ihn in der Flasche schüttelt, wobei die Blasen nicht gleich vergehen dürfen, andernfalls heißt es: de B. hält d'Kräll (= Perle) nët, diese Prozedur heißt d'Prouf. — Raa.: d'Aarbechter hun de B. kritt (als Belohnung nach getaner Arbeit), übtr. und iron.: du kriss de B. (du wirst getadelt, steckst Vorwürfe ein) — ech hun em den dréchene B. gin (abkanzeln) — dee kann och kee B. am Monn verleiden (iron. von einem Schnapstrinker) — bei der Doudenuucht («Totenwache») heißt es, mit Anspielung auf einen häßlichen Menschen: bei deem muss nach vill B. gedronk gin (folkl.: Lag eine Leiche im Haus, so versammelte sich die Nachbarschaft, streng nach alten Gerechtsamen abgegrenzt, im Sterbehaus, zum Beten und Wachen. Drei Rosenkränze mußten gebetet werden. Dazwischen wurden Kuchen und Getränke, meist Branntwein verabreicht, was zu trunkener Laune und zu Unfug Anlaß gab. Das «Waachen» bei Leichen ist seit etwa 30 Jahren außer Brauch gekommen, ist noch stellenweise im Oesling bis Mitternacht üblich; — Umschreibungen: de Kloren, de bloen Zwir, de Bloen (s. d.), de Fusel (s. d.), de Bränni, de Schnicki/ Schnickes u. a.
 
Brannt(e)wäins-: -brach F.: «Wasser mit Zusatz von etwas B. und Zucker, ein Trunk bei Feldarbeiten im [Bd. 1, S. 145] Sommer, löscht den Durst» (so belegt in Münsbach, Filsdorf . . .); -brenner M.: «Branntweinbrenner» — Simplex Brenner meist vorgezogen; -buddel ('budəl 'budεl 'butεl) F.: «Branntweinflasche»; -faass N.: «kleineres Faß»; -gaard M.: «Akzisenbeamter» — dafür auch: Kellergaard (frz. garde); -glas N.: «Branntweinglas» — häufig als Flüssigkeitsmaß in der Küche, bei Heiltränken usw.: e Branntewäinsgliesche voll; -kessel M.: «Brennkessel» — häufig heißt es lobend von nicht industriell hergestelltem B.: deen as am klenge Kessel gebrannt; -kinnek, -klos M.: «Säufer, einer, der dem B. gern zuspricht» — een dee Branntwäi knae kann (einer, der B. kauen kann); -kluck F.: 1) «bauchiger Krug mit engem Hals»; 2) «Säufer»; -kopp F.: 1) «Destillierhaube»; 2) «Schnapsbruder» (auch: -kinnek, -kluck, -tut); -nues F.: eigtl.: «vom häufigen Branntweinsgenuß gerötete, aufgedunsene Nase», erweitert: «Rosarea der Nase» (med.); -tut F.: «Schnapsbruder» (cf. -kopp sub 2); -wo F.: «Alkoholometer».
 
Branten Pl. F.: «Meerzwiebel, Urginia scilla» — mit Olivenöl zu Brandsaleft (s. d.) verarbeitet.
 
Brasage (brA'za:S) M.: «Art brüchigen Alabasters, kristallinischer Gips in den Schichten des Keuper» (z. B. in der Scharte am Ernzerberg bei Echternach) — auch: Schwéngszocker genannt.
 
Braschen (seltener Braaschen) Pl. F.: «Kohlengestiebe» (Überreste von verbrannten Steinkohlen, Asche und Schlacken); Braschenzillen Pl. F.: «mit Zement, Sand und Wasser hergestellte Tuffziegel» (bes. zum Bau von leichten Innenwänden).
 
braséiert Verbadj.: «verkalkt» (Bergbau) — b. Stéch «verkalkte, ausgefüllte Kluft» — cf. Brasage, Braschen.

 

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