LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Brénk bis bretzeg (Bd. 1, Sp. 152a bis 153b)
 
Brénk F.: 1) «Kübel der Bierbrauer» (Wb. 06); 2) Mosel: auch Prénk «kleiner ovaler Holzboden, von kaum handbreithohen, schmalen, in zwei Reifen gebundenen Dauben umgeben» (beim Umstich eines Fasses verwandt um den ausspritzenden Wein aufzufangen) — cf. Stuurzbidden.
 
brénkeg in dem Ausdruck: de brénkege Stär «der Abendstern» (Esch).
 
brénken intr. Verb.: «die Kübel ausschütten» (zu Brénk).
 
Brenn I F.: «Spießrutenlaufen» (Mosel) — s. Brännecht.
 
Brenn II F.: «Haufen dicker, aufeinander geschichteter Holzstämme» (Mosel).
 
Brenn-: -holz N.; -kessel M.: «Kessel zum Branntweinbrennen»; -nessel, lok. -dëschtel, -dessel F.: (Vianden: Bréineestel — Engelmann) (Ton: 1 oder 2) F.: 1) «zweihäusige Nessel, Urtica urens»; 2) «Taubnessel, alle Arten lamium» — Arten: daf, rout B., sténkeg, zam, wäiss B.; 3) «Zahnlosenkraut, Ballota nigra» — 't as mam Hënner an d'Brenndëschtele gefall (von einem angeführten Mädchen) — e sëtzt mam Blousen (mit dem bloßen Hintern) an de Brenndëschtelen (in einer äußerst unangenehmen Lage); Scherz: damit ein Kind sich die Finger an den Nesseln verbrenne, sagt man zu ihm: D'Brenndëschtele brennen dëse Mount nët, und faßt sie selbst so herzhaft an, daß sie kaum brennen; Volksmedizin: bei Rheumatismus werden die angegriffenen Glieder mit B. geschlagen; junge Brennesselblätter auf dem Krautsteen getuckt (zerstampft) stillen das Blut; die getrockneten Samen wurden gegen arges Zahnweh gebraucht; -nesselsféiwer N.: «Nesselfieber»; -nesselstéi M.: «Aufguß von weißen Taubnesseln»; -spiritus M.; -uelech M.: «Lampenöl», aus Raps, seltener Bucheckern.
 
brenneg Adj.: «brennend» — e brennegt Gefill (ein brennendes Gefühl).
 
brennen (Osten: 'bre:nən) Part. Prät. gebrannt (dazu lok. phV. cf. Ltb. 5) Verb.: 1) intr.: wie hd, in sinnlicher Bed. — Spww.: Wou näischt as, do brennt de Spass (wo nichts ist, da brennt der Bratspieß) — Wann déi al Scheiere b., dann as kee Läsches (méi) — beim Pfandspiel: Kal Waasser, kal Waasser, mäin Aasch brennt (Echt.: mäin Oosch as a Brand); Raa.: et mengt een, et déit entzou b. (wenn jem. drängt) — (wou) brennt et? (Mahnung zur Ruhe: warum so eilig?) — 't huet eng Käärz fir hie gebrannt (übtr.: er hatte Glück — Wb. 06) — an der Häll soll en derfir b. (Fluch gegen einen Übeltäter) — en as brennes Leifs aus dem Haus gelaf (er ist brennendes Leibes aus dem Haus gelaufen); 2) intr.: auf Körperempfindungen übtr. — d'Aë brenne mer (mech), méng Aë b. — d'Féiss brenne mer vum ville Goen — et brennt mer am Haals, Leif (bes.: ich empfinde brennenden Durst) — de Branntwäi brennt engem an der Strass (s. Branntewäin) — de Peffer brennt op der Zong — et brennt mer an de Fangeren (vor ungeduldigem Ärger) — Spw.: wat een nët brennt, brauch een nët ze blosen (kümmere dich nicht um Dinge, die dich nichts angehen); 3) intr.: «eilen» — 't brennt (es eilt) — 't as näischt, wat brennt (es eilt nicht so sehr) — et wärd em brenne fir den Zuch ze kréien (dafür auch: bannen — er wird sich sehr eilen müssen, um den Zug zu erwischen); 4) unpersönl.: et brennt (wenn jem. einem Problem, einer versteckten Sache ganz nahe auf der Spur ist), auch: elo brennt et (Blindekuhspiel); 5) trans.: wie hd. in sinnl. Bed.: ech géing eng Käärz derfir b. (ich würde eine Kerze auf dem Altar abbrennen lassen, wenn . . .) — mir hun Holz genouch fir ze b. — wat brennt der an ärem Uewen — dësen Uewe brennt nëmme Kuelen — d'Saang b. (nach dem Lohschälen die getrockneten Rasen nebst Kleinreisig verbrennen, um die Asche an Ort und Stelle als Dünger zu verwenden); 6) trans.: «distillieren» — mir brenne Kiischten, Fruucht usw. — dëse Quetsch as am klenge Kessel gebrannt (gin) (Qualitätsbranntwein); 7) trans.: «das Gefühl des Brennens erzeugen» [Bd. 1, S. 153] — déi Saleft brennt mer d'Haut (auch intr.: un, op der Haut); 8) trans.: «kauterisieren» — den Dokter huet mer d'Wonn gebrannt.
 
Brenneisen N.: «Brenneisen» (Schusterwerkzeug).
 
Brenne Léift F.: 1) eigtl. «brennende Liebe»; 2) «kaledonische Kranzrade, Lichtnelke, Lychnis chalcedonica».
 
Brennecht F.: «was auf einmal im Kessel gebrannt wird».
 
Brenner M.: 1) persönl.: «Branntweinbrenner»; 2) sachl.: «Lampenbrenner, Gasherdbrenner» usw. (nach dem Hd.).
 
Brennerei F.: «Branntweinbrennerei» — als ON. gebr. z. B. bei Dommeldingen, an der Straße nach Echternach.
 
Brennes N.: «Brennmaterial» — mir hu B. fir de Wanter ageluegt — huel B. erop (bringe B. aus dem Keller herauf) — si hu kee B. méi; cf. auch: Brand.
 
brenzeg Adj.: «angebrannt schmeckend oder riechend».
 
brenzeleg Adj.: 1) wie d. vor.; 2) «heikel, gefährlich» — dat as eng b. Affär — et gesäit b. aus.
 
brenzelen intr. Verb.: «jucken» (wie Sand zwischen den Fingern, wie eine Fliege, die unter der Haut läuft).
 
brenzen intr. Verb.: «nach Angebranntem schmecken oder riechen» — de Speck brenzt (das Griebenfett für die Kartoffeln schmeckt angebrannt).
 
Brenzert M.: «brandiger Nachgeschmack» — den Heffebranntewäin huet e B. (der Hefenbranntwein — der leicht im Kessel anbrennt — hat einen brandigen Geschmack).
 
Brëschter Pl.: «Haufen gebildet aus Rasen, Blättern und Reisig einer Lohhecke» (wird verbrannt und dient als Dung — s. brennen sub 5) — auch: Gebrëschters N.
 
brëschteren trans. Verb.: «Reisig zum Saangen (s. d.) zusammentragen».
 
Brëtellen (Ton: 1) Pl. F.: 1) «Hosenträger» (frz. bretelles) — daneben bisw. auch als Sg. F. gebraucht: méng Brëtell as futti (mein Hosenträger ist entzwei); 2) «Schulterschlaufen an Damenunterwäsche»; 3) «Traggurt» — iron.: e Piano mat Brëtellen (Ziehharmonika); Zussetz.: Brëtellsbox F.: «Hose mit Hosenträgern» (cf. Vjbl. 21-22).
 
Brëtsch I F.: «erhöhte, bretterne Lagerstätte», im bes.: 1) «Feldbett, Gefangenenliegestatt, Lager der Schweine» — spaßh.: elo geet et op d'B. (jetzt gehen wir zu Bett); 2) iron.: «Operationstisch» e läit op der B. (er liegt auf dem Operationstisch) — mech kritt keen Dokter op d'B. (mich bringt kein Arzt auf den Operationstisch); 3) «Tragbahre» als ländl. Transportmittel; 4) Oesling: «Lattengestell im Kellerloch, auf dem die Kartoffeln hinabgeschüttet werden»; 5) Oesling: «Getreidelager über den Balken der Tenne».
 
Brëtsch, Brätsch II F.: 1) «Pritsche, Prügel» bes. «die Pritsche, die man Fastnacht zum Schlagen benutzt» (dafür auch: Kläpper); 2) «Prügelbock»; 3) «Prügelstrafe» — Ra.: da waart, elo gës d'iwwer d'B. gezunn (statt: iwwert de Knéi — jetzt wirst du über das Knie gelegt und geprügelt) — ähnlich: du kriss der iwwer d'B.; 4) folkl. Mosel: «Strafe, die die Leserinnen am Abend von den Lesern erhalten wegen der Trauben, die sie beim Lesen haben hängen lassen», dabei liegt die zu strafende Person bäuchlings auf dem Stuhl oder Tisch — dann: «von den Leser(inne)n übersehene Traube».
 
brëtschen, brätschen trans. Verb.: «auf den Hintern prügeln» (cf. d. vor.) — s. auch: bretzen.
 
Brett (brεt) F.: 1) «Auseinandersetzung» (cf. wall. brète «différend, querelle» — Haust stellt es zu frz. brette «sorte de longue épée»); 2) «Knickerspiel».
 
Brëttel, Brettel, Briddel, Breedel, Brädel M.: 1) «Trense, Zaum mit doppelter Maulstange, bes. bei Reitpferden»; 2) «Knebel (Querholz, oder -eisen) am Ende eines Seils, einer Kette, um sie in einem Ring, oder sonst einer Öffnung (Knopfloch bei der Uhrkette) festzuhalten».
 
Bretz (brεts) F.: «Klemme» — ech sin an der B. (ich fühle mich bedrängt), dafür auch: Press, Pëtz, Pretz (s. d.).
 
Bretzecht F.: «Prahlerei».
 
Brëtzel, Bretzel F. s. Bratzel II.
 
bretzen ('brεtsən) Verb.: 1) trans.: «klemmen, einzwängen» — auch intr.: bretz emol nach eng Grimmel, da kriss de de Schaf schon op (klemme noch ein bißchen, dann kriegst du den Schrank schon auf) — in dieser Bed. im Norden auch: brëtschen (s. d.); 2) refl.: «prahlen» — wat dee sech eppes mat séngem Monni an Amerika bretzt (wie der mit seinem Onkel in Amerika prahlt).
 
bretzeg Adj.: «prahlerisch, protzig». [Bd. 1, S. 154]

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut