LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Brigardchen, Brigadier bis Brodefett (Bd. 1, Sp. 155b bis 156b)
 
Brigardchen, Brigadier (bri'gArdje:) M.: «Brigadier» (der Gendarmerie) (Pl. bisw. wie ein Dim. behandelt: Brigardercher).
 
Brigel Pl. M. (bisw. dazu eine Pl.- bildung Brigelen), Vianden: 'bri:lən (Engelmann): «Prügel» — eng Druecht (Red.: Frotzecht) B. (eine Tracht P.).
 
Brigelholz N.: «dickes Faschinenholz» (auch: Klëppel- oder Knëppelholz).
 
brigelen trans. Verb.: «prügeln» — op ongeresch b. (auf ungarisch, = tüchtig p.).
 
Briicht F.: «Scherzlüge» (cf. beriichten, briichten sub be-).
 
Briims (neben: Brems) F.: «Klammer, Strick oder Nasenknebel zum Bändigen der Pferde beim Hufbeschlag».
 
Brikett F.: «Brikett» (Heizmittel) — übtr.: «Anisbonbon» von der Gestalt und der Farbe einer B.
 
Brill, lok. Bréil M.: «Brühl, sumpfige Wiese» (häufiger Flurn.); Brillplaz F.: «Hauptplatz in Esch a. d. Alz.» — op der B., oder kurz: um Brill; Bréilecks «Straße in Echt.».
 
Brilléck (Ton: 1) lok. Bréiléck, Bréilénk M.: «Brühling, junges (halbjähr.) Schwein» (dessen Borsten nach dem Schlachten durch heißes Wasser ausgebrüht werden, ohne daß man sie sengt) — übtr. für «junger, ausgelassener Bursche»; Abl.: brilléckzeg Adj.
 
brilliant Adj.: «glänzend» im übtr. Sinn — eng b. Affär.
 
brimsen, brimzen I intr. Verb.: 1) «prickeln» (in Mund oder Nase) — de Limonad, d'Kuelesaier, de Béier, de Moschter(t) brimst; 2) «scharf riechen» — bes. vom gärenden Wein: e brimzt engem an der Nues — en huet aus dem Mond eraus gebrimzt (übler Mundgeruch).
 
brimzen II Verb.: 1) trans.: «sengen, sieden, anbrennen lassen»; 2) «nach Brand riechen».
 
brimzeg Adj.: 1) «prickelnd»; 2) «scharf riechend».
 
Brimzert M.: 1) «Prickeln in der Nase oder auf der Zunge, prickelnder Geschmack»; 2) «scharfer Geruch» (bes. beim gärenden Most); 3) «kurzes Aufstoßen» (bes. durch Kohlensäure verursacht).
 
Brioche, Briosch (Ton: 1) F.: 1) «Feingebäck»; 2) Ga.: «Schnitzer, Dummheit» (frz. brioche). [Bd. 1, S. 156]
 
Briquet, Bricki M.: «Feuerzeug» (frz. briquet).
 
Brise-bise (wie frz. — auch: 'brisbi:z) F.: «kurze Gardinen für die unteren Fensterscheiben».
 
Britt (phV. cf. Ltb. 73) F.: 1) «Fleischbrühe» — eng dënn (Ga.: laang) B. (eine magere B.) — übtr.: elo hues de d'B. op der Box (jetzt bist du in der Klemme); 2) «trübe, dicke Flüssigkeit» im allgem. — z. B. Seifenlauge, Harn, tierische Jauche, Beize, schlechter Kaffee; 3) übtr.: «trübe, unangenehme Angelegenheit, Bescherung» — deen huet séng B. (auch: säin Téi, säi Kont — der hat sein Teil weg) — ähnl.: ech hun em séng B. gin — d'B. as ëm (die Angelegenheit ist verfahren) — du koum e mat der B. erausgefuer (auch: geplättelt — da rückte er mit der schlechten Nachricht heraus); 4) übtr. auf Menschen: eng deierlich B. «ein armseliger Mensch» (bes. für Frauen); cf. die Zussetz.: Äer-, Hame-, Héngerbritt.
 
Brittschlupper(t) M.: «Feinschmecker».
 
Brittener M.: «Zollbeamter zu Pferd» (Wb. 06 erklärt: als Adjutant des Oberkontrolleurs).
 
britzeg Adj. = lok. Var. zu bréieg (s. d.).
 
Bro I M.: «(emaillierter) Krug aus Metall», in dem das Wasser in das Schlafzimmer gebracht wurde (= frz. broc).
 
Bro II (Norden: bro:n — bisw.: bra·) F.: «Rand, Kante, Brame, Waldesrand» — beim Kegelspiel heißt es: d'Kloaz op d'Bro opseezen (die Kugel auf den Brettrand aufsetzen) — d'Klatz huet d'B. nach (nët méi) kritt (die Kugel ist noch just auf dem Brett geblieben, ist über den Brettrand hinausgelaufen — in dieser Bed. auch: Dill s. d.) — d'Broë briechen (die Kanten abhobeln, bes. bei den Weinbergspfählen) — Norden: et goung op der Bron eraus (dafür allgem.: op der Nuef s. d. — es reichte eben noch) — Mosel: der obere Knochenrand über den Augen.
 
Brobant (Ton: 1): «Brabant».
 
Brobänner M.: 1) den eigtl. Sinn s. sub Brabännermancherorts bezeichnet das Wort irgendwelchen Hausierer (z. B. Mosel); 2) übtr. auf Objekte brabantischer Herkunft: a) «Wendepflug»; b) «schweres, belgisches Pferd» (Kaltblut).
 
Broch M.: 1) «Bruch» in seinen gängigen hd. Bed.: a) «Handlung und Resultat des Brechens» — d'Affär as an d'Bréch gaangen (fehlgeschlagen); b) «Bruchzahl»; c) «Eingeweidebruch, Hernie» — ech hu mer bal e B. gelaacht — en huet sech e B. gehuewen, gelaf, gedréckt . . .; d) «Knochenbruch»; 2) «minderwertige Töpferware»; 3) «Steinbruch» — e schafft am B.
 
Broch- : -band N.; -däl, -deel M.
 
Brochet ('brOSe·) M.: «Hecht» (Arlon).
 
Brockelcher, Brockeliën, Broggeliën Pl. M.: «Rosenkohl».
 
Brocken M.: nur übtr.: dat do as en uerge B. — et huet him e B. (duer-) gestouss (vorwurfsvolle Anzüglichkeit).
 
Brocketten, Brockettercher Pl. F. = gebootschte Gromperen (s. sub bootschen).
 
broden (du bréits, hie bréit) trans./ intr. Verb.: «braten» — e kritt gesueden a gebroden, an e gët nët fett (er bekommt gesotten und gebraten und er wird nicht fett) — en huet gesueden a gebroden (= Häärz wat begiers de — er hat, was er nur wünschen kann) — 't as nët gesueden an nët gebroden (ungenießbar, übtr.: unbrauchbar) — Ga. in ähnl. Bed.: weder zum Sidden nach zum B. — von einem schönen Mädchen heißt es spaßh.: ech hätt dat do léiwer réi, wéi dech am Botter gebroden — du kriss en Héngerdreck am Botter gebroden (abschlägiger Bescheid) — du kriss nach ee(nt) gebroden (zu allzu wählerischen Leuten) — 't as erëm nët gebroden (es ist wieder nicht recht getan — dafür auch: geroden) — deem as ni näischt gebroden, a wären et Schneppenzongen (dem paßt nichts, und wären es Schnepfenzungen) — gebroden Dauwen (allgem. Bezeichnung für leckeres Gericht; übtr.: Wünsche allzu bequemer Menschen).
 
Brodecht F.: «was auf einmal gebraten wird, eine Pfanne voll» (s. Bréidecht) — en gutt B. Fësch.
 
Brodefett N.: «Bratenfett».

 

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