LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Bröschtchen bis Broutfruucht (Bd. 1, Sp. 158a bis 159b)
 
Bröschtchen F.: Dim. zum Vor., bes.: «Kalbsbrust» (als Gericht) — eng geföllt B. (gefüllte Kalbsbrust).
 
Broscht-: -arem M.: «Tragband»; -bam M.: «Brustholz am Bortenwirkerstuhle»; -briet N.: «Brustplatte zum Bohren» (Schlosserei); -buer M.: «Bohrumschlag»; -déch N.: «Bruststück der Schürze» (lok.: -douch); -fäärchen M.: «Milzfarn, Arphenium trichomanes» (auch: Stäfäärchen); -fell (Echt.: -fellt) N.: «Lederschurz»; -holz N.: «Sperrholz»; -kär M.: «schönes Fleischstück vom Rind» (mit Brustknochen und Teilen der Rippen) — übtr.: da's e Stéck vum B. (etwas Vorzügliches); -krank Adj.: «brustkrank»; -lapp (phV.: Broschlapp, Brostlapp, Vianden, Echt.: Brostlap) M.: «Weste» — Wb. 06 zitiert das bei Dicks und sonst auch spaßh. als Echternacher Wort gebrauchte Brostlappseekelchen M.: «Westentasche»; Echt.: Brostlappsgeek M.: «Modegeck, Gigerl»; -pollever N.: «Brustpulver»; -qualz, -quälz M.: «Milchknoten» (Milchverhärtung in den Brüsten); -stëmm F.: «volltönende Stimme» — im Ggs. zur Kappstëmm (s.d.); -téi M.: «Brusttee».
 
Broschür F.: wie hd. «Broschüre».
 
broschéieren trans. Verb.: wie hd. «broschieren».
 
broseleg Adj.: «unruhig, hastig, überstürzt»; Broselegkeet F.
 
broselen (lok.: brosselen) intr. Verb.: 1) allgem.: «hastig handeln»; 2) bes.: «überstürzt sprechen»; Abl.: Broseler M., Broselesch (auch: Brosel) F.: «jem. der seine Arbeit hastig und unvollkommen besorgt» (Wb. 06: besonders in der Rede).
 
Brot I (Pl. Broden) M.: «Wade» — übtr.: «Wadenteil des Strumpfes».
 
Brot II M.: «Braten» — Spww.: Pällemsonndeg (Wb. 06: Pällemdag) eng laang Mëss an e kuurze B. (auch: eng laang Mass an e kuurze Spass — am Palmsonntag ist die Messe lang und der Braten schnell zubereitet); Raa.: en huet de B. gericht (eigtl.: er ist auf das Essen losgegangen, übtr.: er hat Lunte gerochen); cf. die Zussetz.: Äppel-, Hämmels-, Kallefs-, Schwéngsbrot.
 
Brouillon, Brulljong, Brulljen M.: «Konzept» (frz. brouillon).
 
Brout (phV. cf. Ltb. 95 — Pl.: Brout; Echt. neben Brutt auch Brudder «Brotlaibe») N.: 1) «Brot»; 2) übtr.: «Verdienst, Stellung, Arbeit» — Spww.: Deem enge säin Dout, deem anere säi B. (was diesem schadet, nützt jenem) — B.op B. gët keng Schmier (Brot auf Brot ergibt keine Stulle, wenn zwei vom gleichen Geschlecht sich küssen) — Schneid d'B. gläich, da gës de räich (schneide das B. immer in der gleichen Dicke, dann wirst du reich) — Botter vun enger Stonn, B. vun engem Dag (dat) gët eng gutt Schmier (eine Stunde alte Butter und einen Tag altes B. ergibt ein gutes Butterbrot), auch: dat schmaacht dem Monn (das schmeckt dem Munde) — Mäi B. as gebak, sot den Heeschejong, ech brauch et nëmme sichen ze goen (Mein B. ist gebacken, sagte der Bettlerjunge, ich brauche es nur holen zu gehen) — Anerleits B. schmaacht ëmmer besser (das B. der andern Leute schmeckt immer besser) — Äddjes B., d'Miseler hu keng Nout (Wir können auf das B. verzichten, die Moseler leiden keine Not, d. h. wir können Besseres essen) — Wien Neider huet, huet B., wie keng huet, leid Nout (wer Neider hat, hat B., wer keine hat, leidet Not) — Speck a B. schléit den Honger dout (Speck und B. schlagen den Hunger tot) — D'Léier ësst kengem B. (Es schadet niemandem, wenn er eine gute Lehre genossen hat) — Osten: B. mécht Blout a Mout (B. macht Blut und Mut); Raa.: dee léisst sech d'B. aus der Hand friessen (der ist zu gutmütig) — säi B. as gebak, hien huet säi B. gebak (er hat eine gesicherte Lebensstellung) — du hues däi B. mat Féiss gestouss (du hast dem Glück den Rücken gedreht) — si hun de [Bd. 1, S. 159] Kuch virum B. giess, d'wäisst B. virum schwaarze giess (sie haben anfangs Verschwendung getrieben u. müssen nun dafür darben) — déi iessen Kuch fir B. ze spueren (die sparen am unrechten Platz) — e kritt méi Schléi ewéi (Stécker) B. (er bekommt mehr Schläge als B.) — en as bei engem décke Bauer am B. (im Dienst) — du muss emol léiere wéi anerleits B. schmaacht (du mußt einmal lernen, wie anderer Leute B. schmeckt, zu jem. der zuhause verwöhnt wird oder unzufrieden ist) — hien huet mech em d' (mäi) B. bruecht (er hat mich um meine Stellung gebracht) — e verkääft sech d'B. aus dem Schaf (oder: de Päsch vum Haus ewech — er tätigt einen unvernünftigen Verkauf) — dat ësst kä B. (das verlangt keine Ausgaben) — e ka méi wéi B. iessen (er kann zaubern (folkl.), er ist mit allen Wassern gewaschen) — sou néideg ewéi d'déiglecht B. (so notwendig wie das tägliche B.) — géi däi B. verdéngen (sorge selbst für deinen Lebensunterhalt, auch spaßh. beim Spiel zu einer Kugel, Karte nach dem Wurf) — hien huet säi B. (er hat sein Auskommen) — verwasse B. (s. batter sub 2) — huel kengem säi B. (s. auch: Broutsak — bringe niem. um sein tägliches Brot) — määss B. huet kä Stand, albäckeg (Echt.: gebärent) B. hält besser duer (frisches B. schneidet sich rasch weg, altes B. hält länger vor) — e Mond ewéi e B. (außergewöhnlich großer Mund) — en Hond héil kee Stéck B. vun him (un) (selbst ein Hund würde kein Stück B. von ihm annehmen, so verachtet ist er) — e geet, sëtzt do (e kuckt dra) wéi wann d'Hénger em d'B. geholl hätten (trübselig, hilflos, ohne Energie) — von Saisonhandwerkern (bes. Maurern u. Dachdeckern) wird gesagt: am Summer keng Fläsch Wäin ze deier, am Wanter keng Kuuscht B. ze haart — e gët agespaart bei Waasser a B. (er wird eingesperrt bei Wasser und B., Schulstrafe) — fir en Apel an e Stéck B. (s. Apel) — folkl.: B. verbëtzen oder ewech geheien, dat as eng Sënn; Eigenschaften; d'B. as määss (frisch u. weich) mëll (weich), schwampeg (weich und klebrig) — bes. vom Bäckerbrout im Ggs. zum Bauerebrout), dréchen, réisch (trocken, spröde), grimmeleg (krümelig), gro, schammeleg (schimmelig); spaßh.: in beiden Bed. häufig: Kuuscht (s. d.).
 
Brout-: -béier M.: «Obergäriges Bier»; -dag M.: in den Raa.: all B. «jeden Tag» — all gudde B. (Festund Feiertag) — d'Kanner kommen all gudde B. häm (oder: wann d'Klacken e wéineg méi haart lauden — die Kinder kommen an jedem Festtag ins Elternhaus); -damp M.: «Sauerteig» (s. Däässem); -dar F.: «Brotdarre, die Hitze, welche nach Herausnahme des Brotes noch im Backofen ist und zum Dörren von Obst (Zwetschen, Birnen) benutzt wird»; -dar M.: eigtl.: «Brotdorn» in der Ra.: du kriss de B. nach ausgerappt (ausgezunn — dir wird noch am Brot abgebrochen werden, im Hinblick auf magere Jahre) — s. auch -zant; bisw.: da's emol e B. «Kind, das viel Brot ißt»; -däg, -deeg M.: «Brotteig» (im Ggs. zum Kuchendäg); -déier N.: «Brotkäfer, annobium paniceum»; -déif M.: «jem. der einem Mitmenschen um sein Brot bringt»; -frësser M.: 1) «jem. (bes. Kind), der gerne Brot ißt»; 2) «grüner Gartenlaufkäfer»; 3) spaßh. für Professer «Professor» (Volksdeutung); -fruucht F.: «Brotgetreide» (Roggen, Weizen, oder Mischelfrucht);

 

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