LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Brout bis Broutzant (Bd. 1, Sp. 158b bis 160a)
 
Brout (phV. cf. Ltb. 95 — Pl.: Brout; Echt. neben Brutt auch Brudder «Brotlaibe») N.: 1) «Brot»; 2) übtr.: «Verdienst, Stellung, Arbeit» — Spww.: Deem enge säin Dout, deem anere säi B. (was diesem schadet, nützt jenem) — B.op B. gët keng Schmier (Brot auf Brot ergibt keine Stulle, wenn zwei vom gleichen Geschlecht sich küssen) — Schneid d'B. gläich, da gës de räich (schneide das B. immer in der gleichen Dicke, dann wirst du reich) — Botter vun enger Stonn, B. vun engem Dag (dat) gët eng gutt Schmier (eine Stunde alte Butter und einen Tag altes B. ergibt ein gutes Butterbrot), auch: dat schmaacht dem Monn (das schmeckt dem Munde) — Mäi B. as gebak, sot den Heeschejong, ech brauch et nëmme sichen ze goen (Mein B. ist gebacken, sagte der Bettlerjunge, ich brauche es nur holen zu gehen) — Anerleits B. schmaacht ëmmer besser (das B. der andern Leute schmeckt immer besser) — Äddjes B., d'Miseler hu keng Nout (Wir können auf das B. verzichten, die Moseler leiden keine Not, d. h. wir können Besseres essen) — Wien Neider huet, huet B., wie keng huet, leid Nout (wer Neider hat, hat B., wer keine hat, leidet Not) — Speck a B. schléit den Honger dout (Speck und B. schlagen den Hunger tot) — D'Léier ësst kengem B. (Es schadet niemandem, wenn er eine gute Lehre genossen hat) — Osten: B. mécht Blout a Mout (B. macht Blut und Mut); Raa.: dee léisst sech d'B. aus der Hand friessen (der ist zu gutmütig) — säi B. as gebak, hien huet säi B. gebak (er hat eine gesicherte Lebensstellung) — du hues däi B. mat Féiss gestouss (du hast dem Glück den Rücken gedreht) — si hun de [Bd. 1, S. 159] Kuch virum B. giess, d'wäisst B. virum schwaarze giess (sie haben anfangs Verschwendung getrieben u. müssen nun dafür darben) — déi iessen Kuch fir B. ze spueren (die sparen am unrechten Platz) — e kritt méi Schléi ewéi (Stécker) B. (er bekommt mehr Schläge als B.) — en as bei engem décke Bauer am B. (im Dienst) — du muss emol léiere wéi anerleits B. schmaacht (du mußt einmal lernen, wie anderer Leute B. schmeckt, zu jem. der zuhause verwöhnt wird oder unzufrieden ist) — hien huet mech em d' (mäi) B. bruecht (er hat mich um meine Stellung gebracht) — e verkääft sech d'B. aus dem Schaf (oder: de Päsch vum Haus ewech — er tätigt einen unvernünftigen Verkauf) — dat ësst kä B. (das verlangt keine Ausgaben) — e ka méi wéi B. iessen (er kann zaubern (folkl.), er ist mit allen Wassern gewaschen) — sou néideg ewéi d'déiglecht B. (so notwendig wie das tägliche B.) — géi däi B. verdéngen (sorge selbst für deinen Lebensunterhalt, auch spaßh. beim Spiel zu einer Kugel, Karte nach dem Wurf) — hien huet säi B. (er hat sein Auskommen) — verwasse B. (s. batter sub 2) — huel kengem säi B. (s. auch: Broutsak — bringe niem. um sein tägliches Brot) — määss B. huet kä Stand, albäckeg (Echt.: gebärent) B. hält besser duer (frisches B. schneidet sich rasch weg, altes B. hält länger vor) — e Mond ewéi e B. (außergewöhnlich großer Mund) — en Hond héil kee Stéck B. vun him (un) (selbst ein Hund würde kein Stück B. von ihm annehmen, so verachtet ist er) — e geet, sëtzt do (e kuckt dra) wéi wann d'Hénger em d'B. geholl hätten (trübselig, hilflos, ohne Energie) — von Saisonhandwerkern (bes. Maurern u. Dachdeckern) wird gesagt: am Summer keng Fläsch Wäin ze deier, am Wanter keng Kuuscht B. ze haart — e gët agespaart bei Waasser a B. (er wird eingesperrt bei Wasser und B., Schulstrafe) — fir en Apel an e Stéck B. (s. Apel) — folkl.: B. verbëtzen oder ewech geheien, dat as eng Sënn; Eigenschaften; d'B. as määss (frisch u. weich) mëll (weich), schwampeg (weich und klebrig) — bes. vom Bäckerbrout im Ggs. zum Bauerebrout), dréchen, réisch (trocken, spröde), grimmeleg (krümelig), gro, schammeleg (schimmelig); spaßh.: in beiden Bed. häufig: Kuuscht (s. d.).
 
Brout-: -béier M.: «Obergäriges Bier»; -dag M.: in den Raa.: all B. «jeden Tag» — all gudde B. (Festund Feiertag) — d'Kanner kommen all gudde B. häm (oder: wann d'Klacken e wéineg méi haart lauden — die Kinder kommen an jedem Festtag ins Elternhaus); -damp M.: «Sauerteig» (s. Däässem); -dar F.: «Brotdarre, die Hitze, welche nach Herausnahme des Brotes noch im Backofen ist und zum Dörren von Obst (Zwetschen, Birnen) benutzt wird»; -dar M.: eigtl.: «Brotdorn» in der Ra.: du kriss de B. nach ausgerappt (ausgezunn — dir wird noch am Brot abgebrochen werden, im Hinblick auf magere Jahre) — s. auch -zant; bisw.: da's emol e B. «Kind, das viel Brot ißt»; -däg, -deeg M.: «Brotteig» (im Ggs. zum Kuchendäg); -déier N.: «Brotkäfer, annobium paniceum»; -déif M.: «jem. der einem Mitmenschen um sein Brot bringt»; -frësser M.: 1) «jem. (bes. Kind), der gerne Brot ißt»; 2) «grüner Gartenlaufkäfer»; 3) spaßh. für Professer «Professor» (Volksdeutung); -fruucht F.: «Brotgetreide» (Roggen, Weizen, oder Mischelfrucht); -gestell N.: «Brotschragen» (s. auch: -hänk, -räf); -gaass F.: in der Ra.: elo rabbelt et an der B. (jetzt wirst du gezüchtigt); -gewënner M.: «derjenige, der im Hause für den Unterhalt der Familie sorgt» (häufig auch iron. gebraucht); -grimmel F.: «Brotkrume»; -hänk F.: «hängendes Gestell, auf dem das Brot aufbewahrt wird» (häufig im Keller unter dem Gewölbe angebracht, damit das Brot määss weich bleibe); -här M.: «Arbeitgeber»; -jong M.: 1) «Jugendlicher, der das Brot austrägt»; 2) «jem. der sein Brot nicht verdient»; 3) spaßh.: «Sohn, der viel ißt»; -kaart F.: «Brotrationierungskarte»; -kar, -kuer N.: eigtl. «Brotkorn» — s. -fruucht; -këscht F.: «Brotkasten»; -kuerbel F.: «Brotbackkorb»; -kuerf M.: «Brotkorb» — du kriss de B. méi héich gehaang (dir wird am Essen abgebrochen werden); -messer N.; -miel N.: «Mehl zum Brotbacken» (nicht etwa zu Kuchenteig oder Feingebäck); -mull F.: «Brotmulde, Backtrog» (zugleich mit Tischplatte versehen); -näid M.: «Brotneid»; -proféit M.: «jem. der zu seinem Vorteil spricht»; -räf (Wb. 06: -rief) M.: = -gestell, -hänk (s. d.); -ruecht M.: «Laib Brot»; -rumm M.: «Rahmen zum Aufbewahren des Brotes»; -sak M.: «Bettelsack» — engem de B. unhänken (= een em säi B. bréngen — jem. um seine Stelle bringen); -schaf M.: «Brotschrank» —hie wääss de Wee zum B. (er ist Hausfreund); -schank M.: «Brotschrank» [Bd. 1, S. 160]weil nicht mehr verstanden, häufiger F. (so Wb. 06): krank an der (älter: dem) B. «arm, arbeitslos, erwerbsunfähig» (Wb. 06 erklärt: «Brotknochen, ein nicht bezeichneter Körperknochen, der als Erwerbsorgan gedacht wird»); -schéiss F.: «große, runde Ofenschaufel mit langem Stiel, um die Teiglaibe in den Backofen zu schieben» — du hues eng mat der B. kritt (du bist geistig nicht normal) — e rappt de Mond op, 't könnt ee mat der B. dra rennen; -schwamp M.: «Pilz in der Backmulde»; -stamper, -stamber Adj.: eigtl.: «brotstandbar» — wenn ein Junge einen Stoß gegen die Brust aushält, ohne zu wanken, heißt es, er sei b. (auch: e Brout wäärt «ein Brot wert»); -verdéngscht M.: «Brotverdienst»; -weenchen M.: «Brottransportwägelchen» (auch: -käärchen F.: «Karren»); -zant M.: «Brotzahn», etwa in der Ra.: am Krich konnte mer eis de B. ausrappen (cf. auch: -dar M.);

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut