LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Broutproféit bis Brull (Bd. 1, Sp. 159b bis 161a)
 
-proféit M.: «jem. der zu seinem Vorteil spricht»; -räf (Wb. 06: -rief) M.: = -gestell, -hänk (s. d.); -ruecht M.: «Laib Brot»; -rumm M.: «Rahmen zum Aufbewahren des Brotes»; -sak M.: «Bettelsack» — engem de B. unhänken (= een em säi B. bréngen — jem. um seine Stelle bringen); -schaf M.: «Brotschrank» —hie wääss de Wee zum B. (er ist Hausfreund); -schank M.: «Brotschrank» [Bd. 1, S. 160]weil nicht mehr verstanden, häufiger F. (so Wb. 06): krank an der (älter: dem) B. «arm, arbeitslos, erwerbsunfähig» (Wb. 06 erklärt: «Brotknochen, ein nicht bezeichneter Körperknochen, der als Erwerbsorgan gedacht wird»); -schéiss F.: «große, runde Ofenschaufel mit langem Stiel, um die Teiglaibe in den Backofen zu schieben» — du hues eng mat der B. kritt (du bist geistig nicht normal) — e rappt de Mond op, 't könnt ee mat der B. dra rennen; -schwamp M.: «Pilz in der Backmulde»; -stamper, -stamber Adj.: eigtl.: «brotstandbar» — wenn ein Junge einen Stoß gegen die Brust aushält, ohne zu wanken, heißt es, er sei b. (auch: e Brout wäärt «ein Brot wert»); -verdéngscht M.: «Brotverdienst»; -weenchen M.: «Brottransportwägelchen» (auch: -käärchen F.: «Karren»); -zant M.: «Brotzahn», etwa in der Ra.: am Krich konnte mer eis de B. ausrappen (cf. auch: -dar M.); -ziedel M.: «Brotzettel» — Zeugnis, oder Diplom (meist Abgangsdiplom einer höheren Lehranstalt), das zum Broterwerb berechtigt; -zopp F.: «Brotsuppe».
 
Bruch (Arlon: brOx) M.: «Bruch, Sumpf», häufiger Flurname — z. B. in Esch a. d. Alzette: Bruchschoul F.: «die im Bruch (ehemaliges Sumpfgelände) gelegene Schule».
 
Bruch ON. «Brouch» — 1) Dorf der Gem. Biwer, Kant. Grevenmacher — 366; 2) Dorf der Gem. Bœwingen a. d. Attert, Kant. Mersch — 317.
 
Bruck I M.: «Frosch- und Krötenlaich» — lok. auch: Brutz.
 
Bruck, Brutt II M.: «Brutneigung» (der Hühner) — s. Bréiz.
 
bruckeg Adj.: 1) von Tieren (Hausvögeln): «brütelustig, mauserig» (in dieser Bed. auch: bréieg — s. d.); 2) von Menschen: a) «nachdenklich»; b) «an einer Krankheit laborierend, bettlägerig» — dafür auch bruckzeg.
 
brucken (lok.: brocken) intr. Verb.: 1) «brüten» (= bréien — s. d.), übtr.: «wie eine brütende Henne hocken bleiben» — e bruckt beim Uewen; 2) «in Halbschlummer versunken sein» — d'Kanner b. nach gär am Bett; 3) «nachsinnen, heimlich in Gedanken vorbereiten» (meist pejor.) — e bruckt un eppes, dat steet mech näischt Gutts un (er hegt einen Plan, von dem ich mir nichts Gutes erwarte) — hucken a b. (lange nachgrübeln); 4) «an einer Krankheit laborieren» — e bruckt un enger Erkältong — auch: unpersönlich gebr.: 't bruckt eppes un em (Prodrom irgend einer Krankheit); 5) vom Wetter: dohanne bruckt eppes an der Luucht, dat gët en Donnerwieder (dahinten ballt sich etwas zusammen, das wird ein Gewitter) — in dieser Bed. auch: bruckzen; 6) vom Feuer: «glimmen» — d'Feier bruckt ënnert den Äschen.
 
Bruckert (lok. Brockert) M.: 1) «Faulpelz»; 2) «Grübler», bisw. pejor.: «hinterhältiger Mensch».
 
Bruckvull M.: «Mäusebussard, Buteo vulg.» (vereinzelt).
 
bruckzeg, bruckzen s. bruckeg, brucken.
 
Bruddel, Bruddeli M.: «trübe, seimige, verkochte Suppe».
 
bruddeleg Adj.: «trüb» — eng b. Zopp (= Bruddel s. d.) — bruddelegt Wieder (trübes, nebliges Wetter).
 
bruddelen intr. Verb.: 1) «sich weinerlich stellen, leise weinen»; 2) wie braddelen (sub 1) — s. d.) — d'Gebeess bruddelt beim Kachen.
 
Brudder (lok. phV. s. Ltb. 71 — Pl. Bridder u. Var. — Dim. Bridderchen, s. d.) M.: «Bruder» — 1) als Familienangehöriger: Spww.: Vill Bridder, schmuel Gidder (= vill Kanner, schmuel Dälen «Viele Brüder, schmale Erbteile») — fro mäi B., en as esou schlecht wéi ech — Ra.: déi gläiche sech ewéi zwéi Bridder, wéi ee B., deem aner(en) — dat Päärd as séng . . . Frang ënnert Bridder wäärt (oder: tëschent zwéi Bridder) — B. Iwweränzeg (Familienmitglied, das den Verwandten zur Last fällt) (Wb. 06: unerwünschter Gast) — Fette säi B. (Bruder des fetten Donneschteg = Aschermittwoch); Zussetz.: Stéi(f)brudder (s. d.); 2) Mitglied einer Korporation — Zussetz.: Engels-, Kranke-, Logebrudder (s. d.); 3) «Geselle, Kerl» — wat déi Bridder sech leeschten, dat geet op keng Kouhaut — B. löschteg (B. Lustig) — e gelungene, löschtege, waarme, rauhe . . . B.; Zussetz.: Lazbrudder (s. d.).
 
Brudder-: -meeschterM.: «Verwalter einer kirchl. Brüderschaft»; -schaaft F.; -spill N.: «Spiel irgendwelcher Art, bei dem Verlust und Gewinn sich ausgleichen».
 
Bruechtebaach ON. s. Braachtebaach.
 
brueden (phV. d. Hpttonvok. cf. Ltb. 7) Verb.: 1) trans.: a) «durch Winden geschmeidig machen» (z. B. einen Zweig zum Binden von Faschinen zur Widd drehen — s. Widd); b) «durch Einschieben eines als Hebel dienenden Gegenstandes mühsam öffnen» [Bd. 1, S. 161] (s. bretzen); 2) intr.: a) «Ränke schmieden» (in der Absicht, ein Unternehmen zunichte zu machen) — en huet ënnert der Hand gebruet (cf. verbruet); b) von Zugtieren: dat Päärd bruet esou bausse laanscht d'Strooss (das Pferd zieht nach einer Straßenseite); 3) refl.: a) im eigtl. Sinn «sich winden» — en huet sech vu lauter Péng (Pein) gebruet wéi e Wuurm; en huet de Fouss verbruet (er hat den Fuß verrenkt); b) übtr.: «einem Befehl nur säumig nachkommen, Ausflüchte finden» — wat huet dee sech gebruet, fir laanscht déi Aarbecht ze kommen — Echt.: hat broad sich gäier (steht nicht gerne aus dem Bette auf).
 
Bruet F.: «durch Winden biegsam gemachter Zweig» (cf. brueden sub 1) — dafür auch Widd (s. d.).
 
Brugnon, Brunjong M.: «Blutpfirsich, frz. brugnon».
 
Brukätz (Ton: 1) F.: Brokätz (s. d.).
 
Brull F.: «Streit nach der Polizeistunde» (frz. brouille) — an der Mosel, wie Brëll (s. d.): «fröhliches Trinkgelage».

 

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