LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Broutzant bis Brunzdöppen (Bd. 1, Sp. 160a bis 161b)
 
-zant M.: «Brotzahn», etwa in der Ra.: am Krich konnte mer eis de B. ausrappen (cf. auch: -dar M.); -ziedel M.: «Brotzettel» — Zeugnis, oder Diplom (meist Abgangsdiplom einer höheren Lehranstalt), das zum Broterwerb berechtigt; -zopp F.: «Brotsuppe».
 
Bruch (Arlon: brOx) M.: «Bruch, Sumpf», häufiger Flurname — z. B. in Esch a. d. Alzette: Bruchschoul F.: «die im Bruch (ehemaliges Sumpfgelände) gelegene Schule».
 
Bruch ON. «Brouch» — 1) Dorf der Gem. Biwer, Kant. Grevenmacher — 366; 2) Dorf der Gem. Bœwingen a. d. Attert, Kant. Mersch — 317.
 
Bruck I M.: «Frosch- und Krötenlaich» — lok. auch: Brutz.
 
Bruck, Brutt II M.: «Brutneigung» (der Hühner) — s. Bréiz.
 
bruckeg Adj.: 1) von Tieren (Hausvögeln): «brütelustig, mauserig» (in dieser Bed. auch: bréieg — s. d.); 2) von Menschen: a) «nachdenklich»; b) «an einer Krankheit laborierend, bettlägerig» — dafür auch bruckzeg.
 
brucken (lok.: brocken) intr. Verb.: 1) «brüten» (= bréien — s. d.), übtr.: «wie eine brütende Henne hocken bleiben» — e bruckt beim Uewen; 2) «in Halbschlummer versunken sein» — d'Kanner b. nach gär am Bett; 3) «nachsinnen, heimlich in Gedanken vorbereiten» (meist pejor.) — e bruckt un eppes, dat steet mech näischt Gutts un (er hegt einen Plan, von dem ich mir nichts Gutes erwarte) — hucken a b. (lange nachgrübeln); 4) «an einer Krankheit laborieren» — e bruckt un enger Erkältong — auch: unpersönlich gebr.: 't bruckt eppes un em (Prodrom irgend einer Krankheit); 5) vom Wetter: dohanne bruckt eppes an der Luucht, dat gët en Donnerwieder (dahinten ballt sich etwas zusammen, das wird ein Gewitter) — in dieser Bed. auch: bruckzen; 6) vom Feuer: «glimmen» — d'Feier bruckt ënnert den Äschen.
 
Bruckert (lok. Brockert) M.: 1) «Faulpelz»; 2) «Grübler», bisw. pejor.: «hinterhältiger Mensch».
 
Bruckvull M.: «Mäusebussard, Buteo vulg.» (vereinzelt).
 
bruckzeg, bruckzen s. bruckeg, brucken.
 
Bruddel, Bruddeli M.: «trübe, seimige, verkochte Suppe».
 
bruddeleg Adj.: «trüb» — eng b. Zopp (= Bruddel s. d.) — bruddelegt Wieder (trübes, nebliges Wetter).
 
bruddelen intr. Verb.: 1) «sich weinerlich stellen, leise weinen»; 2) wie braddelen (sub 1) — s. d.) — d'Gebeess bruddelt beim Kachen.
 
Brudder (lok. phV. s. Ltb. 71 — Pl. Bridder u. Var. — Dim. Bridderchen, s. d.) M.: «Bruder» — 1) als Familienangehöriger: Spww.: Vill Bridder, schmuel Gidder (= vill Kanner, schmuel Dälen «Viele Brüder, schmale Erbteile») — fro mäi B., en as esou schlecht wéi ech — Ra.: déi gläiche sech ewéi zwéi Bridder, wéi ee B., deem aner(en) — dat Päärd as séng . . . Frang ënnert Bridder wäärt (oder: tëschent zwéi Bridder) — B. Iwweränzeg (Familienmitglied, das den Verwandten zur Last fällt) (Wb. 06: unerwünschter Gast) — Fette säi B. (Bruder des fetten Donneschteg = Aschermittwoch); Zussetz.: Stéi(f)brudder (s. d.); 2) Mitglied einer Korporation — Zussetz.: Engels-, Kranke-, Logebrudder (s. d.); 3) «Geselle, Kerl» — wat déi Bridder sech leeschten, dat geet op keng Kouhaut — B. löschteg (B. Lustig) — e gelungene, löschtege, waarme, rauhe . . . B.; Zussetz.: Lazbrudder (s. d.).
 
Brudder-: -meeschterM.: «Verwalter einer kirchl. Brüderschaft»; -schaaft F.; -spill N.: «Spiel irgendwelcher Art, bei dem Verlust und Gewinn sich ausgleichen».
 
Bruechtebaach ON. s. Braachtebaach.
 
brueden (phV. d. Hpttonvok. cf. Ltb. 7) Verb.: 1) trans.: a) «durch Winden geschmeidig machen» (z. B. einen Zweig zum Binden von Faschinen zur Widd drehen — s. Widd); b) «durch Einschieben eines als Hebel dienenden Gegenstandes mühsam öffnen» [Bd. 1, S. 161] (s. bretzen); 2) intr.: a) «Ränke schmieden» (in der Absicht, ein Unternehmen zunichte zu machen) — en huet ënnert der Hand gebruet (cf. verbruet); b) von Zugtieren: dat Päärd bruet esou bausse laanscht d'Strooss (das Pferd zieht nach einer Straßenseite); 3) refl.: a) im eigtl. Sinn «sich winden» — en huet sech vu lauter Péng (Pein) gebruet wéi e Wuurm; en huet de Fouss verbruet (er hat den Fuß verrenkt); b) übtr.: «einem Befehl nur säumig nachkommen, Ausflüchte finden» — wat huet dee sech gebruet, fir laanscht déi Aarbecht ze kommen — Echt.: hat broad sich gäier (steht nicht gerne aus dem Bette auf).
 
Bruet F.: «durch Winden biegsam gemachter Zweig» (cf. brueden sub 1) — dafür auch Widd (s. d.).
 
Brugnon, Brunjong M.: «Blutpfirsich, frz. brugnon».
 
Brukätz (Ton: 1) F.: Brokätz (s. d.).
 
Brull F.: «Streit nach der Polizeistunde» (frz. brouille) — an der Mosel, wie Brëll (s. d.): «fröhliches Trinkgelage».
 
Brullecht F.: 1) «Treiben am Vorabend einer Hochzeit»; 2) «mehrere Tage dauernde Zecherei» — cf. Braulecht.
 
brullen I (lok.) intr. Verb.: «mit geräuschvollem Flügelschlag auffliegen».
 
brullen II trans. Verb.: «kleine, runde Kartoffeln aus dem Wasser mit heißem Fett im Eisentopf schmoren» — Grompere b.; diese Kartoffeln heißen: Brullëssen M. Pl.
 
brullen III trans./intr. Verb.: «rollen, kugeln» — de Wak brullt an d'Kaul (der Knicker rollt in das Loch) — e Faass gët an de Keller gebrullt — refl.: mir hun eis gebrullt (vu Laachen — wir haben uns gekugelt vor Lachen) — s. rullen.
 
Brulles M.: 1) «kleiner, dicker Junge» — «dicker Mensch» im allg.; 2) «Sackkarren» (flacher Schubkarren mit zwei kleinen Rädern zum Fortbewegen von Säcken, Paketen, Reisekoffern usw.); 3) s. brullen II.
 
Brulli M.: «Brei» — wat e B. as op de Stroossen (Schlamm) — cf. wall. broûli, brôli — Haust.
 
Brullibräi M.: «aus Sand oder Erde hergestellter Brei» (Kinderspiel) auch: Bullibräi — mir maache B. (auch: B(r)ullibratsch).
 
Brummes (lok.) Interj.: beim Versteck- und Nachlaufspiel heißt es (so in Nderkerschen belegt): B., deen Alen eraus (= hee 't as «die Verfolgung, Suche kann beginnen»).
 
Brunz F.: 1) «Bettnässerin»; 2) geringschätzig für «Mädchen» im allg. (cf. Strëtz) — eng droleg B. (ein seltsames Weibsbild).
 
Brunzdöppen N.,

 

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