LWB Luxemburger Wörterbuch
 
B.-bösch bis Butzel (Bd. 1, Sp. 166a bis 167a)
 
B.-bösch M.: «Wald bei Niederkerschen» (frz. bois des deux Bourgognes); B.-gesiicht N.; -nues F.: «Rosarea» (im Gesicht, an der Nase); B.-zéif F.: «Fußgicht».
 
Burrasch F.: s. Borretsch.
 
Burzel M.: «Tümmler» (Taube) — (Wb. 06: eigtl. Purzeltaube — hat die Eigentümlichkeit, sich aus der Höhe durch mehrmaliges Überschlagen fallen zu lassen, bes. wenn sie von einem Raubvogel verfolgt wird. So sagt man auch von einem Kinde: et as d'Trapen erof geburzelt, um anzudeuten, daß es sich beim Fallen überschlagen hat).
 
burzelen intr. Verb.: «fallen, purzeln, sich überschlagen» (s. d. vor.).
 
Bous (bu:s) ON.: 1) «Bous» Gem. Bous, Kant. Remich — 514; 2) «Grosbous» — Gem. Grosbous, Kant. Redingen — 208.
 
Busang, Buséng M.: «Geschrei, Wehklagen, Aufregung» — an duerfir all de B.! (und für diese Kleinigkeit soviel Federlesens).
 
Busc (bysk) M.: «Schnürbruststange» (frz. busc).
 
Buschel, lok. Boschel F.: «Sechholz, Kolterholz am Pflug».
 
Buschtaf (Osten: Buschtof, Norden: Bouschtaf) M.: «Buchstabe» — dat as e graffe B. (leicht zu verstehen) — do geet alles nom B. (haargenau nach der Vorschrift) — schwätz oder schäiss Buschtawen (zu jem., der nicht reden will) — sëtz dech op déng véier Buschtawen (auf den Hintern) — ech versti kee B. dovun — hie reit um B.
 
buschtawéieren trans. Verb.: 1) «buchstabieren»; 2) «mühsam zu verstehen suchen, ausknobeln, sehr bedächtig arbeiten» — wourunner buschtawéiers du dann nëmmen? — hues de bal aus buschtawéiert?; 3) «die Beine hin- und herwerfen» (Gangart der Betrunkenen) — en huet al mat de Bee buschtawéiert, wéi en heemgoung.
 
Buschtawenzopp F.: «Suppe mit Einlage aus Teigbuchstaben» — vun enger B. gët ee gescheit (zu Kindern).
 
Busem, Bousem M.: «Busen» — en huet de Schellem am B. (er hegt hinterlistige Gedanken, ist zu Schelmenstreichen aufgelegt).
 
Buss F.: «Laus» (cf. Bissercher).
 
bussig (lok. Echt.) Adj.: «boshaft, bösartig».
 
Büst M.: 1) «Oberkörper»; 2) «Büste» (Skulptur); 3) «Modellpuppe der Nähterinnen»; 2 und 3 häufig F.
 
Butbutt M.: «Wiedehopf» (s. Mitock) — e sténkt ewéi e B.
 
Butfu (Ton: 1) M.: 1) wie frz. boutefeu «Unfriedensstifter»; 2) «großes Glas Branntwein» (ähnlich: Schassmarri, Borrel — s. d.).
 
Butsch I F.: 1) «Ziege»; 2) verächtl.: «junges Mädchen» — lok. Spottwort: d'Butschen «Schülerinnen der Primärschule» — allgem.: domm B.; 3) Kinderspiel: s. Zéckel; 4) bot.: «Wiesenhaferwurz» (s. Bocks(e)- baart).
 
Butsch II F.: 1) «Sprung» — Ammenspr. auch: Butschi maachen (ein Kind springen lassen); 2) «fehlgeschlagener, rückgängig gewordener Heiratsplan»; 3) «Fehlgeburt» — 't huet eng B. gemaacht (sie hat fehlgeboren), (in Echt. heißt es dann spaßh.: elo hääscht d'Këndchen Eenchen — Wortspiel Ännchen/Endchen).
 
Butschanz (Ton: 1) F.: «Purzelbaum».
 
Butschebuurg (-brech) ON.: «Budersberg» — Dorf der Gem. Düdelingen, Kant. Esch — 538.
 
butschdeg Interj.: «plumps» — u. a. Ausruf beim Springen, beim unerwarteten Hinfallen.
 
butschen intr. Verb.: 1) «Zicklein werfen» — dafür lieber bëtschelen (s. d.); 2) «fallen, straucheln, purzeln» — auch: butschelen.
 
Butschert M.: 1) im eigtl. Sinn: «Fehlsprung, -tritt»; 2) übtr.: «moralischer Fehltritt» (bes. von einem Mädchen, das sich verfehlte); 3) bisw. lok wie Butsch sub 3.
 
Buttéck, Buttick (Osten: 'budik) M.: 1) «Verkaufsladen» (frz. boutique) — bisw. schon (bes. in der Hauptstadt) mit einem pejor. Nebensinn: «unbedeutender, unordentlicher Laden» (Ggs.: Geschäft) — Raa.: wéi d'Mëtsch am (alt: om) B. (flink, reibungslos, sofort — s. Mëtsch) — bes. Bed.: d'Buttécker (Verkaufsstände mit Zuckerwaren und Spielzeug auf dem Rummelplatz); 2) «schlimme Wirtschaft, [Bd. 1, S. 167] Lumpenpack, verkommene Familie» — de ganze B. daagt näischt — 't as weider näischt ewéi B. a Pak — houere B. (verlotterte Gesellschaft); 3) «Kram, wertlose Habe, Plunder» — ech päifen op dee ganze B. — pak däi B. zesummen (an) — wann ech de ganze B. do nëmme lass wier!; 4) Hüllwort: a) si weist de (hire) B. (Frauenbrust); b) de gliese B. (pudendum muliebre — bes. bei Kindern); 5) «Streit» — si hun éiweg B. matteneen — du gouf et B. — wat schléit deen e B. fir näischt an nach emol näischt!
 
Buttécks Hausname: a. B. «beim Krämer».
 
Buttecks-: -fënster F.: «Auslagefenster»; -fra F.: «Krämerin, Geschäftsfrau» — Kinderreim in Esch a. d. Alz.: Do sëtzt déi B., Mat engem (hirem) schielen O, Mat enger plak'ger Kopp, Deen Alen hät se drop (setzt sech drop) (Dort sitzt die Krämerin, Mit ihrem scheelen Auge, Mit einem kahlen Kopf, Der Alte haut sie drauf, setzt sich drauf); -joffer F.: «Ladenfräulein, Verkäuferin»; -jong M.: «Stift, Laufbursche in einem Geschäft»; -leit Pl. «fahrende Krämer»; -mann M.: «Ladeninhaber»; -meedchen N.: «Ladenmädchen, Verkäuferin».
 
Butz M.: 1) «Geschöpfchen, kleines Kind» — eise B. (unser Kleinstes) — 't as nëmmen esou e B. (er ist sehr klein, auch von Erwachsenen); 2) der urspr. Kosename für das kleinste Kind (Dim.: Butzi) wird allgem. als Vorname für Knaben und Mädchen, auch noch für Erwachsene gebraucht; 3) Hundename.
 
butzeg Adj.: «niedlich, klein».
 
Butzel M.: immer zusammen mit Hutzel (s. d.).

 

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