LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Buttecks- bis Buuss (Bd. 1, Sp. 167a bis 168b)
 
Buttecks-: -fënster F.: «Auslagefenster»; -fra F.: «Krämerin, Geschäftsfrau» — Kinderreim in Esch a. d. Alz.: Do sëtzt déi B., Mat engem (hirem) schielen O, Mat enger plak'ger Kopp, Deen Alen hät se drop (setzt sech drop) (Dort sitzt die Krämerin, Mit ihrem scheelen Auge, Mit einem kahlen Kopf, Der Alte haut sie drauf, setzt sich drauf); -joffer F.: «Ladenfräulein, Verkäuferin»; -jong M.: «Stift, Laufbursche in einem Geschäft»; -leit Pl. «fahrende Krämer»; -mann M.: «Ladeninhaber»; -meedchen N.: «Ladenmädchen, Verkäuferin».
 
Butz M.: 1) «Geschöpfchen, kleines Kind» — eise B. (unser Kleinstes) — 't as nëmmen esou e B. (er ist sehr klein, auch von Erwachsenen); 2) der urspr. Kosename für das kleinste Kind (Dim.: Butzi) wird allgem. als Vorname für Knaben und Mädchen, auch noch für Erwachsene gebraucht; 3) Hundename.
 
butzeg Adj.: «niedlich, klein».
 
Butzel M.: immer zusammen mit Hutzel (s. d.).
 
Butzemännchen M.: 1) «eingemummtes, kleines Kind, Knirps»; 2) «Kobold, Popanz».
 
butzen trans. Verb.: in der Ra.: eng Schläich b. (eine Eisbahn zerstören — sonst: käppen, opkappen).
 
Butzert M.: «Farbklecks» (Druckerei).
 
Butzi M.: «Kuß» (lok.).
 
Buucht F.: 1) «Stand, Widerstand» — vom Steifleinen heißt es: d'Léngent hält d'B. (bleibt steif) — auch von der Sense: d'Séissel hält nët méi d'B. (die Schneide ist verbogen) — übtr. auf Menschen: Jongen, elo heescht et (d') Buucht gehal (jetzt heißt es standhaft bleiben, Widerstand leisten) — bisw. auch: (d')B. stoen (id.) — cf. buuschten; 2) Norden (bu:t): om But sën firr gätt ze man (im Begriff sein, etwas zu unternehmen).
 
Buuchtschëff N.: «Nachen mit starkem, breiten Bug».
 
bu(u)jheleg Adj.: «aufgeregt, nervös, aufheberisch, gereizt» — sief nët esou b. fir (alt: ëm) näischt a widder näischt (mache nicht soviel Aufhebens um eine so belanglose Sache).
 
Buurschënd, Buurscht (phV.: bu·eSt, 'burSt, 'burəSt) ON.: «Bourscheid» — Gem. Bourscheid, Kant. Diekirch — 160; Buurschter Schlass, Millen.
 
Buurfëld ON. «Burfeld» — Gehöft bei Insenborn.
 
Buurg, Bureg (Norden: 'buriç) F.: 1) «Burg» — op der B. (häufiger Flurname); 2) «Burgfeuer» — folkl. d'B. gët ge- (ver-)brannt. Das Fastenfeuer wird zum ersten Fastensonntag abgebrannt, an der Mosel bei Sierck Baiersonndeg (s. d. — frz. Dimanche des Bures, Banons, Brandons), in der Eifel und im Ösling stellenweise Scheefsonndeg (dazu allgem. Fackelsonntag und früher Lehensonntag). Die Jungburschen sammeln von Haus zu Haus Stroh, Reisigbündel und sonstige brennbare Stoffe und schaffen sie auf eine Anhöhe nahe dem Dorf, wo sie nach dem Abendläuten in Brand gesteckt werden. Eine mächtige Baumstange ragt in der Mitte des Haufens in die Höhe, und die Spitze trägt oft ein Holzkreuz. Der jüngtsverheiratete Ehemann des Dorfes zündet die B. an, welche Ehre mit Geldspenden für einen Trunk bezahlt wird. Nach dem Buurgbrennen erfolgt ein Tanz um die Brandstätte herum. Übermütige Burschen springen über das verlöschende Feuer, und die Jugend übt den Schabernack des Gesichtsschwärzens. Dieser Brauch (an den sich früher die Lehenvergebung anschloß) wird noch vielfach geübt. (genaue Schilderung und Deutung sowie Literaturangaben s. HVk. SS. 253, 254, 317) — häufigstes Heischelied beim Sammeln des Brennmaterials: Stréi, Stréi fir déi nei B., déi al, déi as erduurch (Varianten s. HVk. loco cit.); 3) ON.: an der B. «Burglinster» — Gem. Junglinster, Kant. Grevenmacher — 352.
 
Buurg-: -aup F.: «Burgfeuer» (s. Buurg sub 2); -feier N.: «Burgfeuer» (s. Buurg sub 2); -haff M.: «Herrschaftssitz im Dorf» (als Ortsbezeichnung, z. Bsp.: Dickweiler, Cruchten, Bonneweg); -kapp M.: «Fliehburg bei Consdorf»; -lënster ON. s. Buurg sub 3; -mauer F.: Ortsbezeichnung — hanner [Bd. 1, S. 168] der B. «in Echt. eine Straße direkt außerhalb der Stadtmauer»; -plaz F.: «Platz auf einer Anhöhe, wo die Buurg gebrannt wird» (s. Buurg sub 2) — häufiger Flurname (z. B. an der äußersten Nordspitze bei Huldingen); -sonndeg M.: «der erste Fastensonntag» (auch: Baier-, Boune-, Scheef-, Fakelsonndeg — s. d.) — Spw.: Wéi den Damp op B. geet, sou geet en de ganze Virsummer; -stat F.: «Burgstätte» (häufiger Flurname).
 
Buurgermeeschter, -määschter (Ton: 3) (phV. s. Meeschter) M.: 1) «Bürgermeister» — en as B. (Westen: Maire) gin (von einem Bauern, dessen Wagen umkippt); 2) Pennälerspr.: «der letzte der Klasse» (die Vorletzten heißen: Scheffen «Schöffen»).
 
Buusch(t)el M. und F. «vordere Griessäule am Pflug» (s. Kolterholz).
 
Buuscht: A. M.: 1) «Schopf, Strähne» — kämm der emol de wëlle B. iers de bei d'Leit könns (kämme dein Haar, ehe du zu den Leuten gehst) — ech kämmen, stréilen him de B. (übtr.: ich weise ihn derb zurecht) — e ganze B. (Schapp) Hoer; 2) verengte Bed.: «borstiges Haar» — wat huet deen e B. (cf. die Zussetz.: Widderbuuscht); B. F.: nur im Pl. gebr. «Borsten, Haare» — rout B. (geringschätzig: rote Haare) — hat huet e mat de Buuschte geholl, gezunn, gerappt (sie hat ihn bei den Haaren genommen, gezogen, gezaust) — maach, dass dénger Buuschte sech keng méi heibanne weist (bleib mir mitsamt deinen Angehörigen aus dem Hause) — si kréien (hun) sech mat de Buuschten — dajé, huelt iech mat de B.! (cf. Biischt).
 
buuschteg Adj.: 1) im eigtl. Sinn «borstig, ungekämmt» — wat huet dee b. Been (was der haarige Beine hat); 2) übtr.: a. «eigensinnig» (cf. widderbuuschteg); b. «reizbar, leicht aufbrausend».
 
Buuschte-: -bënner M.: s. Biischtebënner — si zerschloe sech, saufe . . wéi d'B.; -kréimer M.: «ungekämmter, unordentlicher Mensch».
 
buuschten refl. Verb.: 1) «alle Kraft aufwenden» (zur Erreichung eines Ziels) — du muss dech b. wanns de dat wëlls fäärdeg bréngen; 2) «sich beeilen»; 3) «sich widersetzen» — zu den drei Bed. cf. Buucht; 4) Wb. 06: «streiten, einander bei den Haaren zerren», gewöhnlich: sech zerbuuschten.
 
Buuss I. F. (Norden nur M.): 1) «Büchse» (im allgem.) — eng stole B. (eine Büchse aus Stahl); 2) «Buchse am Rad» — s. Biiss; 3) nur M.: «Wingsel», ein Sack im Bodenstein der alten Mühlen, um das Mühleisen gebunden, gewöhnlich mit Werg gefüllt, damit des Geschrotene zwischen dem Mühleisen und dem Futter nicht herausfalle — de B. rënnt oder d'Millen as

 

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