LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Buusch(t)el bis Buz (Bd. 1, Sp. 168a bis 168b)
 
Buusch(t)el M. und F. «vordere Griessäule am Pflug» (s. Kolterholz).
 
Buuscht: A. M.: 1) «Schopf, Strähne» — kämm der emol de wëlle B. iers de bei d'Leit könns (kämme dein Haar, ehe du zu den Leuten gehst) — ech kämmen, stréilen him de B. (übtr.: ich weise ihn derb zurecht) — e ganze B. (Schapp) Hoer; 2) verengte Bed.: «borstiges Haar» — wat huet deen e B. (cf. die Zussetz.: Widderbuuscht); B. F.: nur im Pl. gebr. «Borsten, Haare» — rout B. (geringschätzig: rote Haare) — hat huet e mat de Buuschte geholl, gezunn, gerappt (sie hat ihn bei den Haaren genommen, gezogen, gezaust) — maach, dass dénger Buuschte sech keng méi heibanne weist (bleib mir mitsamt deinen Angehörigen aus dem Hause) — si kréien (hun) sech mat de Buuschten — dajé, huelt iech mat de B.! (cf. Biischt).
 
buuschteg Adj.: 1) im eigtl. Sinn «borstig, ungekämmt» — wat huet dee b. Been (was der haarige Beine hat); 2) übtr.: a. «eigensinnig» (cf. widderbuuschteg); b. «reizbar, leicht aufbrausend».
 
Buuschte-: -bënner M.: s. Biischtebënner — si zerschloe sech, saufe . . wéi d'B.; -kréimer M.: «ungekämmter, unordentlicher Mensch».
 
buuschten refl. Verb.: 1) «alle Kraft aufwenden» (zur Erreichung eines Ziels) — du muss dech b. wanns de dat wëlls fäärdeg bréngen; 2) «sich beeilen»; 3) «sich widersetzen» — zu den drei Bed. cf. Buucht; 4) Wb. 06: «streiten, einander bei den Haaren zerren», gewöhnlich: sech zerbuuschten.
 
Buuss I. F. (Norden nur M.): 1) «Büchse» (im allgem.) — eng stole B. (eine Büchse aus Stahl); 2) «Buchse am Rad» — s. Biiss; 3) nur M.: «Wingsel», ein Sack im Bodenstein der alten Mühlen, um das Mühleisen gebunden, gewöhnlich mit Werg gefüllt, damit des Geschrotene zwischen dem Mühleisen und dem Futter nicht herausfalle — de B. rënnt oder d'Millen as buusswand (wenn bei großer Geschwindigkeit des Mühleisens ein Teil des Werges verbrennt, und das Schrot herausfällt).
 
Buuss II M.: 1) «Poisse, im Alter verschnittener Zuchtstier», bisw.: «zum Schlachten bestimmter Ochse»; 2) «weibl. Tier, das nicht trägt» — auch von unfruchtbaren Frauen; 3) «Hagestolz» — bisw., wie Steebock (s. d.): «Person, halb Frau, halb Mann» — deen ale B. (Schimpfname).
 
buusswand Adj.: von der Mühle — s. Buuss I sub 3.
 
Buvette (Ton: 1) F.: «Bahnhofswirtschaft».
 
Buwweränz (Ton: 3) F.: «Verbeugung, Reverenz».
 
Buz M. = Biz (s. d.). [Bd. 1, S. 169]

 

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