LWB Luxemburger Wörterbuch
 
dälen, deelen bis därba(a)nt(s) (Bd. 1, Sp. 192b bis 194a)
 
dälen, deelen trans./intr. Verb.: «teilen», abs. bes.: «das Erbe aufteilen» — d. ewéi déi Piissénger, déi Biissener (Echt.: de Schilz) mat de Kueben (beim Teilen, Handel übervorteilen — dazu Wb. 06: Drei Einwohner von Pissingen gehen in den Wald. Auf einmal entdeckt einer derselben hoch oben auf einem Baume ein Rabennest; er steigt hinauf und holt das Nest, welches drei junge Raben enthält. «Teilen!», rufen die Begleiter. «Gewiß», antwortet der Finder, «es werden drei Teile gemacht; der erste Rabe gehört mir, weil ich das Nest entdeckt habe (Fannerloun); den zweiten beanspruche ich als Kletterlohn (Klammerloun); der dritte endlich ist mein rechtliches Teil (méng Däl zou dräi).») — si hun de Mëssel gedäält (sie haben bei Forderung und Angebot den Unterschied geteilt, um zum Abschluß des Handels zu gelangen — weiter heißt es: den Schaden zur Hälfte teilen, einen Streit beilegen) — Echt.: se hoan noach kä Woort mattenä gedäält (sie hatten noch keinen Zwist) — si hu bridderlech gedeelt.
 
dälereg, deelereg Adj.: «zum Teilen aufgelegt».
 
dälhäfteg (Ton: 2) Adj.: «teilhaft».
 
Dällt Pl. Dällten — Osten: Deelt F.: «Niederung» (langezogene Talmulde) — häufiger Flurname: an der D., an der Laiwerdält (Echt.).
 
Dälong, Deelong, F.: «Teilung».
 
dälweis Adj./Adv.: «teilweise».
 
dämmelen, dämmeren trans. Verb.: «zertreten, zerstampfen, festrammen» — d. ewéi en Dillendenn (cf. das Komp.: verdämmeren) — kleng Kanner dämmelen d'Mamm um Schouss, grouss Kanner um Häärz. [Bd. 1, S. 193]
 
dämpeg Adj.: 1) «rauchig» — en dämpegen Uewen, eng d. Kummer; 2) «kurzatmig, engbrüstig» — dee Bierg mécht dech d. — d'Päärd as d. (herzschlächtig, bauchbläsig) — en as d. op der Broscht (er hat Atembeschwerden, ist asthmatisch); 3) vom Wetter: «schwül, dunstig», — s. dompeg.
 
dämpen (phV. s. Ltb. 14) Verb.: A. intr.: 1) «rauchen, dampfen» — Raa.: d'Kamäiner d. (die Schlote rauchen — Hochkonjunktur) — d'Bëscher, d'Fiiss, d'Fuusselächer d. (Nebelstreistreifen steigen stellenweise im Walde auf, künden weiteren Regen an) — An der Mosel früher: Bei Frostgefahr im Frühling mit Teer, Holzspänen Rauch entwickeln zum Schutz der Reben — gi mer dämpen? — All dat Dämpen déngt näischt; Spww.: Wou et dämpt, as Feier (s. Damp) sot den Eilespill; 2) vom Wetter: «heiß sein» — haut dämpt et (schwüles, schweres Wetter); 3) unpers.: «ungemütlich, gefährlich werden» — elo (dann) dämpt et (es ist Zeit, daß du aufhörst, sonst wird es Vorwürfe, Schelten, Schläge absetzen) — et werd him dämpen fir säin Zuch ze kréien; B. trans.: 1) «rauchen, schmauchen» (spaßh. statt: fëmmen, raachen) — looss mer nach eng (Päif, Zigar, Zigarett) d.!; 2) «fortjagen, entlassen»; 3) «ausräuchern» — de Fuuss gët gedämpt (der Fuchsbau wird ausgeräuchert) — de Blummestack gët gedämpt, datt d'Lais futti gin (der Blumenstock wird beräuchert, damit die Blattläuse sterben); 4) «heimlich einen Wind streichen lassen»; 5) bisw. statt dëmpen (s. d.): «in Dampf kochen, schmoren» — d'Grompere gi gedämpt (die Kartoffeln werden in geschlossenem Topf, meist mit Zwiebeln und braunem Mehl, geschmort) — haut gët et Gedämpt(en)er.
 
Dämpert M.: 1) «starker Raucher»; 2) «kurzatmiger Mensch, kurzatmiges Pferd» (cf. dämpeg sub 2).
 
Dänn, Deen (auch: Tann, Tänn, Tënn) F.: «Fichte, Rottanne» — wëll D. (gemeine Kieffer) — grued, riicht (gerade) wéi eng D.
 
dännen (Osten: 'de:nən) Adj.: «aus Tannenholz» — eng dänne Bidden — eng dänne Lued (Sarg aus Tannenholz, für arme Leute — Ggs.: eng ääche Lued) — eng dännen Hatt (für Trauben und Wein).
 
Dänne(n)- (zum Abfall des auslaut. -n s. Fußn. S. 5 — phV. cf. Dänn) -bam M.: «Tannenbaum», bisw.: auch «Tannenholz» — e Buedem aus D.; -bamsdill M.: «Tannenbrett»; -bësch M.: «Tannenwald»; -buedem M.: «Fußboden aus Tannenholz»; -buert M.: 1) «Tannenbrett» (bisw.: äußerer Teil, an dem noch die Rinde haftet) — dafür auch: Dännebuertsholz N. Dänneschwarden; 2) «Brett aus Tannenholz» (cf. Buert S. 164) — dafür auch Dännebuertsdill M.; -buertslued F.: (billiger) «Tannensarg»; -buertsqueue (-kee)M.: «Haarbeutel, leichter Rausch» (bei D. (Dènnebuortské) und Ga. belegt); -däppchen, -dëppchen, -dillchen M.: «Tannenzapfen»; -gras N.: «Vogelknöterich, Polygonum aviculare»; -holz N.: «Tannenholz»; -saaft M.: (selten N.): «Harz»; -scheefchen (Pl. -schewercher) N.: «Tannenzapfen»; -strauss F.: «Tannenzweig» (besonders als Aushängeschild eines Wirtshauses) — dafür meist das Simplex: Strauss; -wippchen M. -wirschtchen F.: «Tannenzapfen» — Wettervorhersage: an d'Sonn geluegt, gin s'op — si bleiwen zou, da gët et Reen (in die Sonne gelegt öffnen sie sich — sie bleiben geschlossen, dann wird es Regen); -zap M.: «Tannenzapfen» (Plur. Dännenzäpp).
 
Dänzchen M.: Dim. zu Danz (s. d.) «Tänzchen» — Echt.: än en Dënzchen ('dənnsçən) léieren (jem. eine Lektion erteilen).
 
Dänzer M.: «Tänzer».
 
dänzereg Adj.: «tanzbedürftig, tanzlustig» — wann än dänzereg as, fëndt än och Päifer.
 
Dänzert M.: «Kampfläufer, Philomachus» (Vogel).
 
Dänzesch F.: «Tänzerin».
 
Däppchen (lok. Echt.: Deepchen) M.: Dim. zu Dapp (s. d.) 1) «kleiner Kreisel» (bes.: Knopfkreisel) — Echt.: Medercher wi Deepercher (flink, wie gedreht); 2) «Kreiselartiges», z. B.: a) «Brettstein» (im Damenspiel usw.); b) «Brustwarze» (s. Déiz, Ditz, Ditt); c) «knopfartige Verzierung» (z. B.: an Möbeln); 3) «kleiner Mensch, Männchen»; 4) bes. im Plur.: Däppercher «Tannenzapfen».
 
där, därer (lok. Westen: 'de·ər bisw. 'deiər) Dem. Pron.: «derer, jener» — 1) Fem. Sg.: op där(er) Säit (auf der anderen Seite des Dorfes, oder: jenseits des Flusses, bes. längs der Ostgrenze an Mosel, Sauer, Our — bisw. mit geringschätzigem Unterton) — ech hätt gären där Mëllech (ich möchte Milch von jener Sorte) — aha, du bas ee vun där Zort! (ach so, du bist einer von jener Art) — an där [Bd. 1, S. 194] Zäit sin ech färdeg (in der Zwischenzeit werde ich fertig sein); 2) M., F., N. Gen. Pl.: da's där(er) een (einer von denen) — et sin där (hei, elei, do, elo), Dir wësst jo (es sind deren, Sie kennen ja die Sorte) — ech sin där keen (ich bin nicht so) — ech wëll där(er) (ich will deren von jener Art) — ech kommen där Deg(er) een (ich werde dieser Tage, gelegentlich kommen) — wat där Äppel! (welche Menge Äpfel!), auch absolut: wat där(er)! (welche Menge!) — ah, du bas d. ee! (jetzt habe ich dich erkannt) — ët sin där Deg vill, an där Moolzechter nach méi (die Hausfrau mahnt zum Sparen); Flexion und Wortbildung: däres, därs, däs, dees Gen. partitivus Sg. M. und N.: «von dieser Art» — ech brauch d. Béier, Wäin, Waasser . . . keen (ich brauche kein Bier, Wein, Wasser . . . von dieser Sorte) — ech wëll d. (ich will davon — ohne zu bestimmen, um was es sich handelt; häufige Ausdrucksweise der Kinder) — därs do(ten), elo(ten) (von jener Sorte) — därs hei(ten), elei(ten) (von dieser Sorte) — därs gët därs (euphem. für: Houeremiel (-däg) gët Houerepaangech) — s. Däg, Deeg sub 2) — wat d.! (welche Menge!) — 't as därs ewell genuch! — op där Gei gët nët méi gespillt (genug davon!) — Därs kann ech käänt eessen (z. B. Hammelfleisch) — därs si mer vu sénger Säit gewinnt — lo as et däs genouch! — en hat sich däs nët erwouert (Echt.) (er war nicht darauf gefaßt).
 
därba(a)nt(s) Adv.: «in der Zwischenzeit» (cf. auch: anderbant u. Var. sub an, S. 25);

 

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